Der neue Regensburger Baureferent Florian Plajer soll schnell machen

Der neue Planungs- und Baureferent Florian Plajer ist für die Themen zuständig, die die Regensburger wohl am stärksten umtreiben: Wohnen und Verkehr. Was erwarten die Chefs der größten Fraktionen im Stadtrat von ihm?
Rund 750 Mitarbeiter hat der neue Planungs- und Baureferent Florian Plajer und ein Investitionsbudget von 236 Millionen Euro für vier Jahre. Damit gehört der Nachfolger von Christine Schimpfermann zu den einflussreichsten Spitzenbeamten der Stadt. In das Ressort des 45-Jährigen fallen die zwei Themen, die die Regensburger besonders umtreiben: Wohnen und Verkehr. Der Druck auf ihn ist groß: Die größten Fraktionen im Stadtrat erwarten von dem am Donnerstag vereidigten Referenten mehr Geschwindigkeit – und das, obwohl das Bauen derzeit teurer und schwieriger wird.
CSU-Fraktionschef Jürgen Eberwein wünscht sich, „dass die ganze Bauleitplanung schneller geht, die Genehmigungsverfahren schneller gehen und der Ermessensspielraum zugunsten der Bürgerinnen und Bürger voll ausgeschöpft wird“. Eberwein erklärt: „Da gibt es ganz viele Beschwerden, dass das alles so lange dauert und Bauherren viele Prügel in den Weg gelegt bekommen.“ Die CSU wolle auch eine Stadt- und Verkehrsplanung, „die vernünftig ist und nicht ideologisch“. Auch der Autoverkehr müsse berücksichtigt werden, heißt das.
SPD will mehr Effizienz
Sein Koalitionspartner und SPD-Fraktionschef Thomas Burger dagegen fordert, „dass wir bei der Verkehrswende weiterkommen“. Die Stadt müsse wegkommen von der Debatte pro oder contra Stadtbahn und aufs große Ganze blicken. „Die Menschen in der Stadt wollen eine Antwort: Wie schaut die Mobilität der Zukunft aus?“ In der Stadtplanung müsse Plajer die Umwelt und den Klimawandel mitdenken und „entsprechende Anpassungen auch aktiv vorantreiben“. Auch Burger will, dass Projekte zügiger auf den Weg gebracht werden, städtische wie private. Es gehe darum, „wie man gewisse Dinge effizienter und schlanker darstellen kann“.
Grünen-Fraktionschef Daniel Gaittet kritisiert: „Aktuell werden viele Projekte im größtmöglichen Rahmen gedacht.“ Er sagt: „Ich glaube, dass man schauen muss, inwieweit man mit Einzelmaßnahmen Verbesserungen erzielen kann.“ Auch wünscht er sich einen anderen inhaltlichen Fokus. „Wir erhoffen uns auch, dass durch den Wechsel bestimmte Fragestellungen im Bereich Bauen an Priorität gewinnen.“ Dabei gehe es um Klimaschutz und -anpassung. Was die Verkehrswende betrifft, so hoffe er, dass Plajer die Stadtbahn „über die Ziellinie bringt“.
Geht Funktion vor Schönheit?
Brücke-Fraktionschef und Stadtbahn-Kritiker Joachim Wolbergs nennt als zentrale Aufgabe des neuen Referenten als Erstes den Wohnungsbau. „Ich wünsche mir, dass er anschiebt, dass wir neue Wege gehen“, sagt er. Er denke etwa an die Überbauung von versiegelten Flächen. Generell ist er dafür, „mehr nach Funktion zu bauen“. „Nicht jedes Gebäude muss einen Schönheitspreis gewinnen.“
Plajer, der seit 5. Oktober im Dienst ist und davor Abteilungsleiter Hoch- und Tiefbau im Landratsamt Freising war, zeigt sich offen für solche Wünsche. „Unterscheiden muss man vor allem zwischen Komfort und Notwendigkeit“, sagte er am Donnerstag. Seine Maxime sei, „dass man das Notwendige macht, aber das gut macht“. Er kündigte auch an: „Klar werde ich mir auch die Struktur des Referats ansehen.“ Er könne diese noch nicht bewerten, aber prinzipiell gelte: „Eine neue Brille sieht vielleicht auch mal Ecken und Kanten.“