Regensburger mit Gänsehaut-Stimme: Thomas Schmidbauer bei The Voice of Germany

Thomas Schmidbauer hat es geschafft: Der Regensburger sang sich bei der Casting-Show The Voice of Germany ins Team von Giovanni Zarrella. Nun verrät er, wie es weitergeht.
Thomas Schmidbauer hat lange gezittert. Beinahe den ganzen Chart-Stürmer und Social-Media-Hit „I’ll be waiting“ von Cian Ducro musste er performen, bis The Voice-Coach Giovanni Zarrella endlich auf den erlösenden roten Knopf drückte. „Das ist das krasseste Wechselbad der Gefühle“, sagte Schmidbauer, als er Zarrella in die Arme fiel – und dabei nach seinem Auftritt noch für einen weiteren Gänsehaut-Moment beim Publikum und den Fernsehzuschauern sorgte.
Mittlerweile sind ein paar Wochen vergangen, seit es der Regensburger bei der aktuellen Staffel von The Voice of Germany in die nächste Runde geschafft hat. Der nächste Termin, wann er wieder im Fernsehen zu sehen sein wird, steht nun ebenfalls fest. „Voraussichtlich am 26. Oktober um 20.15 Uhr auf ProSieben“, verrät Schmidbauer gegenüber unserer Zeitung.
„Den Traum hat es schon immer gegeben“
Doch nicht nur seinen nächsten TV-Auftritt gibt Schmidbauer bekannt. Beim Besuch im Medienhaus spricht der 35-Jährige auch darüber, wie er überhaupt zu The Voice gekommen ist. „Den Traum hat es schon immer gegeben“, sagt er, „ich schaue die Sendung schon seit der ersten Staffel und weiß, dass das Niveau dort wahnsinnig hoch ist.“
Obwohl Schmidbauer durchaus bühnenerfahren ist – in seiner ersten Band spielte er mit elf Jahren – sei der Auftritt in der TV-Show noch einmal eine ganz andere Hausnummer gewesen. Um eines der Jurymitglieder bei den Blind Auditions allein durch den Gesang zu überzeugen, habe man nur etwa zwei Minuten. „Es muss einfach alles on point sein“, sagt er, „da durchlebt man Himmel und Hölle gleichzeitig.“
Ob sich tatsächlich einer der Juroren für ihn entscheiden würde, habe er bis zum letzten Moment nicht abschätzen können. Als ihn der Musiker und Fernsehmoderator Giovanni Zarrella, der selbst durch die Casting-Band Bro’Sis bekannt geworden ist, in sein Team holte, war die Erleichterung riesig. „Giovanni ist total sympathisch und nahbar“, sagt Schmidbauer.
Für die nächste Runde der Casting-Show bekommt er nun einen „Battle-Partner“ zugeteilt, mit dem er einen Überraschungs-Song performen wird. „Es ist einfach eine ganz neue Herausforderung, bei so einer Riesen-TV-Produktion dabei zu sein“, sagt er. An die finalen Live-Shows oder ans Gewinnen denke er nicht. „Ich hatte längere Zeit Pause von der Musik gemacht. Jetzt bin ich einfach nur froh, dass mir dieses Erlebnis ermöglicht wird“, sagt er.
Das Casting hat Thomas Schmidbauer geheim gehalten
Schmidbauers letzte Alternativ-Rock-Band Black Tape Lion hatte sich im Jahr 2019 aufgelöst. „Wir haben super coole Festivals gespielt, mit Bands wie den Donots oder Europe“, erzählt er. Auch hauptberuflich habe er etwa zehn Jahre lang Musik gemacht, war bei Firmenfeiern und Hochzeiten aufgetreten. „Die Musik ist für mich dabei zu einem reinen Job geworden. Aber ich habe mich irgendwann nicht mehr so wohl dabei gefühlt, nur als Beiwerk bei Veranstaltungen aufzutreten.“
Im vergangenen Jahr durchlebte er dann auch privat schwierige Zeiten. „Ich habe einen Verlust erlitten und bin in ein Loch gestürzt“, sagt er. Musik zu machen, habe ihm geholfen, wieder zu sich selbst zu finden. „Die Musik ist mein Anker. Das war sie eigentlich schon immer.“
Aktuell arbeitet Schmidbauer als Verkaufsberater für eine Hausbaufirma. In Regensburg fühlt er sich wohl. „Hier bringt mich so schnell nichts weg“, ist er überzeugt. Auch seine Familie ist dem gebürtigen Straubinger sehr wichtig. „Ich habe meiner Familie vorher nichts erzählt von meiner Bewerbung bei The Voice of Germany. Ich wollte mir einfach überhaupt keinen Druck machen“, sagt er. Lediglich seinen besten Freund habe er mit zum Casting nach Berlin genommen. Während er die Ausstrahlung dann gemeinsam mit den Eltern anschaut habe, hätte auch seine Mutter „heftigen Puls“ gehabt. Als feststand, dass er in die nächste Runde einzieht, jubelten sogar die Nachbarn.
Selbst geschriebene Songs auf Baierisch
Zum Besuch im Medienhaus hat Schmidbauer auch seine Gitarre mitgebracht. Er stellt seinen selbst geschriebenen baierischen Song mit dem Titel „Mission-O“ vor, in dem es um die schwere Zeit in seinem Leben geht. „Musik soll berühren – und das schaffe ich am besten mit meiner eigenen Sprache“, erklärt er.
Dass das dem 35-Jährigen gelingt, ist schon nach ein paar Tönen klar. Durchdringend erfüllt seine Stimme den ganzen Raum, das Gänsehaut-Gefühl aus seinem Fernsehauftritt ist sofort wieder da. Nur von der Nervosität ist diesmal bei ihm nichts zu spüren. „Ich bin Sternzeichen Zwilling und habe tatsächlich zwei Gesichter“, sagt er und lacht. Obwohl er gelernt habe, seine emotionale Seite zu zeigen, liebe er es auch einfach, vor Publikum aufzutreten. „Die Bühnenkante vorne ist mein Zuhause“, sagt er.

