Drei Gänge, zwei Zeitschienen, ein Preis: So funktioniert Cornelius Färbers neues Lokal in Regensburg

Von Heike Haala · 17. Oktober 2023 um 15:00

Sobald Cornelius Färber irgendwo die Türen öffnet, lassen sich die Regensburger nicht lange bitten. Am Mittwoch sperrt er ein neues Lokal auf. Und das Così (italienisch: so) hat ein ungewöhnliches Konzept.

Realisiert hat Färber das zusammen mit Stefan Hofmarksrichter, Peter Strassberger und Babsi Biller. Es basiert auf einer Idee, die Färber schon einige Zeit nicht mehr vergessen konnte. Er wollte einen Garagen-Italiener eröffnen. „Nahezu jedes italienische Dorf feiert einmal im Jahr ein Fest. Mario, der Chef der Autowerkstatt, räumt seine Garage aus“, beschreibt Färber seine Gedanken dazu in einer Pressemitteilung. Es werde fürs ganze Dorf gekocht, Tische werden am Dorfplatz aufgestellt und es gibt einen Preis für Essen und Trinken. Alle feiern. „So ähnlich wird es nun im Così ablaufen“, verspricht er.

Über Pauschale abgerechnet

Und so gibt es an der Holzlände, wo einmal das Pulcinella oder der legendäre Teeladen untergebracht waren, nun von Mittwoch bis Samstag zwei Menüs und Getränke zur Auswahl, die über eine Pauschale abgerechnet werden. Die erste Cena (italienisch: Abendessen) beginnt um 17 Uhr und ist etwas preiswerter als die zweite Runde, die um 20 Uhr beginnt. Samstags ist außerdem ein Mittagstisch ab 12.30 Uhr geplant. Durch diese Arbeit mit Zeitschienen ist es wichtig, dass die Gäste pünktlich im Restaurant sitzen.

Die Feuerprobe haben Färber und sein Team bereits hinter sich. In der vergangenen Woche testeten sie das Konzept. An den letzten warmen Abenden des Jahres drangen Tellerklappern und fröhliche Gespräche aus dem Lokal. Davor saß ein zufriedener Cornelius Färber mit einem Aperitif. Auch jetzt schwärmt er noch von dem Gefühl der Großzügigkeit und der Stimmung, die sich in seinem neuen Laden schnell breit gemacht hatten.

Marc Aurel-Zitat schwebt über den Köpfen

„Es ist schön zu sehen, dass auch ein Italiener funktioniert, in dem keine Bilder von Gina Lollobrigida oder Adriano Celentano an der Wand hängen“, sagt er. Zwar hat er den Windfang und das Treppenhaus mit italienischen Werbepostern zugekleistert, die das Herz eines jeden Nostalgikers höher schlagen lassen dürften, im Gastraum aber übernimmt das Essen die Hauptrolle.

Lediglich ein Zitat des Regensburg-Gründers und Philosophenkaisers Marc Aurel schwebt wie ein Motto in türkiesfarbener Neonröhren-Schreibschrift leuchtend über den Köpfen der Gäste: „Bedenke – zu viele Möglichkeiten senken die Zufriedenheit mit einer Entscheidung.“ Mehr Dekoration gibt es nicht.

„Die Gäste sorgen für die Deko“, sagt Färber. Und das durchaus im Wortsinn. Auf der Bilderplattform Instagram sind Aufnahmen von den Papiertischdecken zu sehen, die nach einem der Probeläufe in der vergangenen Woche entstanden. Mit Kugelschreibern hatten sich die ersten Besucher des Lokals darauf verwirklicht und hinterließen zwischen Espressoklecksen und Rotweinflecken Skizzen von Gläsern, Karaffen oder Dankesworte.