La Pulcinella in Regensburg: Italiener räumt das Feld an der Holzlände

Von Rainer Wendl · 21. Februar 2023 um 16:50

Schon die Überschrift sticht ins Auge: „Gemütliches Restaurant direkt an der Donau“, lautet der Titel einer aktuellen Anzeige eines Immobilienportals.

Die dazugehörigen Bilder verraten, dass es um ein überaus beliebtes italienisches Lokal geht. Im La Pulcinella an der Holzlände steht ein Wechsel bevor. Für eine Kaltmiete von 2850 Euro, dazu 380 Euro monatliche Nebenkosten und eine Kaution von 8550 Euro ist das in Sichtweite zum Eisernen Steg gelegene Gasthaus zur Neuverpachtung ausgeschrieben. Als Termin dafür peilt Makler Günter Pielmeier den 1. April an.

„Bis Ende März haben wir noch geöffnet. Ob es hier danach noch ein La Pulcinella geben wird oder ob etwas mit neuem Namen eröffnen wird, weiß ich nicht“, sagt Wirt Elton Oruci in hörbar gedrückter Stimmung am Telefon. Er jedenfalls sieht seine Zukunft woanders: „Ich gehe weg aus Regensburg.“

Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass er voller Enthusiasmus Pläne schmiedete und diese auch in die Tat umsetzte. Nachdem das La Pulcinella binnen weniger Jahre zum Hotspot für Liebhaber der „echten“ italienischen Küche geworden war, standen die Zeichen Anfang 2021 auf Expansion. Weil sich der Gastraum mit seinen rund 60 Plätzen oft als zu eng für den stetig größer werdenden Andrang erwies, nahmen Oruci und Familie das direkt nebenan liegende Lokal mit dazu.

Dabei handelte es sich nicht um irgendeinen Laden, sondern um das Orkan, das im Lauf von 25 Jahren mit seiner unvergleichlichen Mischung aus Kneipe und Adresse für gutes Essen Kultstatus erlangt hatte.Nach der Übernahme wurde das Orkan kurzerhand zum Pulcinella 2, doch diese Zweihäusigkeit funktionierte nur für kurze Zeit. Längst ist in dem lachsfarbenen Haus mit dem imposanten Giebel und der legendär engen Eingangstür wieder ein eigenständiges Restaurant untergebracht, das La Fenice.

Nach der bald wieder rückgängig gemachten Erweiterung folgt nun also fürs Pulcinella-„Stammhaus“ selbst die Zäsur. Makler Pielmeier spricht von einem „guten und schönen Lokal“, das er da im Portfolio hat. Und er nennt einen gewichtigen Vorzug: „Zu den 60 Plätzen innen kommen noch einmal 40 auf der Terrasse hinzu.“

Als die Italiener 2018 eröffneten, gab es diese noch nicht. Doch während Corona wurde Gastronomen in der Altstadt die Errichtung von Freisitzen auf Parkplätzen erlaubt. Aus diesem Provisorium hat die Stadt nun bekanntlich einen Dauerzustand gemacht – und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das ohnehin attraktiv an der Donau und verkehrsberuhigt in einer Fahrradstraße gelegene Restaurant nochmals stark verbessert.

„Das ist noch ein Lokal mit Zukunft, wo man auch Geld verdienen kann“, schwärmt Pielmeier folglich. „An anderen Standorten ist das deutlich schwieriger.“ Dass es bereits mehrere Interessenten fürs La Pulcinella gibt, liegt auf der Hand.