Drei Brände innerhalb von Tagen am Fuße des Hohenbogens forderten Mensch und Material

Was bedeutet es, wenn schnell hintereinander viele Einsätze zu bewältigen sind? Ein Blick hinter die Kulissen der Freiwilligen Feuerwehren in der Region.
Es war der späte Abend des 25. September, als in Rimbach und bei vielen Feuerwehren der Umgebung die Sirenen ansprangen und Hunderte Freiwillige zum Hotel Bayerischer Hof riefen, wo in einem Kellerraum ein Feuer ausgebrochen war. Nur wenige Tage später, am 8. Oktober, brannte es schon wieder in der Gemeinde. Dieses Mal war es eine Scheune in Wiedenhof. Einen Tag zuvor war eine weitre Scheune samt leerstehendem Wohnhaus in Hudlach (Hohenwarth) ein Opfer der Flammen geworden. Am 5. Oktober hatte der Brand eine Lagerhalle in Willmering ebenfalls einen Großalarm ausgelöst.
Viele Brände, die nach aktuellem Stand nichts miteinander zu tun hatten, sondern alle auf einen technischen Defekt zurückzuführen seien – auch im Bayerischen Hof geht die Polizei nach Auskunft der Pressestelle der Kripo in Regensburg von technischem Defekt aus, der noch nicht näher definiert werden könne. Von einer vorsätzlichen Tat werde nicht ausgegangen.
Wie viele Brände sind normal?
Hinter dem wirtschaftlichen Schaden oder auch den Verletzungen von Menschen stehen aber auch immer die vielen Helfer der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis und auch das Material, das sie dafür benötigen. Dass es in den vergangenen Wochen innerhalb eines Radius von wenigen Kilometern zu gleich drei großen Bränden gekommen ist, das bezeichnet auch Kreisbrandrat Mike Stahl als „auffällig“. Er verweist aber eben auch darauf, dass es im gesamten Landkreis innerhalb von sieben Tagen fast an jedem Tag einen Brand gegeben habe – und auch wenn Brände in den vergangenen Jahren eigentlich im Vergleich zu technischen Hilfeleistungen (wozu auch Unfälle gehören) gesunken seien, stünden in der Statistik für den Landkreis Cham doch jedes Jahr rund 300 Brände. Dazu zählten allerdings auch brennende Mülleimer oder auch die stark zunehmenden Flächenbrände aufgrund von Trockenheit in den Sommermonaten.
Dabei spiele es keine Rolle, wie groß ein Brand bei der Entstehung sei, denn „wenn man ihn nicht löscht, wird jeder Brand irgendwann groß“, so der KBR.
Material in Mitleidenschaft
Im speziellen Fall der drei kurz aufeinanderfolgenden Brände in den Nachbargemeinden Hohenwarth und Rimbach unterstreicht Stahl einmal mehr die Wichtigkeit der Ausbildung und auch der Ausrüstung der freiwilligen Helfer. Gerade letztere sei in diesen Tagen durchaus an eine Belastungsgrenze gekommen. Erst habe es die Großübung „Heißer Bogen“ gegeben, dann die Brände, und zusätzlich eine Ausbildung in Bad Kötzting, wo nochmals 24 Atemschutzgeräte gebraucht worden waren. Die benötigt die Feuerwehr aber auch bei jedem größeren Brand, auch wenn sie nicht ins Innere eines Gebäudes müsse, da giftige Dämpfe auch im Außenbereich gefährlich werden könnten.
Nach dem Einsatz gelte es beispielsweise, die Sauerstoff-Flaschen wieder neu zu befüllen. Das geschehe in Furth im Wald, wo sechs Flaschen befüllt werden könnten – alleine in Hudlach waren zwölf Atemschutz-Trupps eingesetzt worden. Darüber hinaus müssten aber auch die Masken etwa ausgetauscht werden: „Flaschen kann man wieder auffüllen, aber Masken gibt es nicht wieder“, so Stahl. Das alles habe in Summe auch die Helfer unter Druck gebracht, um weiter einsatzbereit bleiben zu können. Außerdem müssten etwa für gut fünf Einsatzkräfte der FF Rimbach neue Schutzkleidung beschafft werden, die den Einsatz im Bayerischen Hof nicht überstanden habe. „Die kann man wegwerfen“, weiß Stahl. Die Anzüge der Wehren seien nicht dazu da, um vor Regen zu schützen, sondern eben genau bei so gefährlichen Einsätzen wie beim Großbrand im Hotel deren Träger zu schützen. Wenn das nicht mehr gewährleistet sei, müsse neu beschafft werden.
Es sei zwar nach den Bränden der vergangenen Wochen möglich gewesen, bei weiteren Einsätzen zu helfen, sagt der KBR – aber „an der Grenze waren wir da kurzfristig schon.“
