24-Jährige führt 95 Musiker in Berching: Neue Vorsitzende steht mit SBO vor Konzertreihe

Mit acht Jahren wollte Carolin Luber eigentlich gar kein Instrument lernen – bis ihre damaligen Freundinnen sie überredet haben, in der Bläserklasse Klarinette zu spielen. Dass sie 16 Jahre später einmal das Symphonische Blasorchester Berching führt, hätte die junge Frau aus Pollanten damals nicht gedacht.
„Ich habe mich zuerst schon überwinden müssen, die erste Vorsitzende zu machen“, blickt Luber zurück. Im Mai hatte sie diesen Posten von Stefan Kleinod übernommen. Dieser stand seit 2015 an der Spitze des Blasorchesters, ehe er einen Generationswechsel einläutete.
Statt Kleinod und seine Stellvertreterin Renate Peter führen nun die jüngeren Carolin Luber als Vorsitzende und Egid Retzer (Stellvertreter) den Verein. Nicht nur auf Retzer, sondern auf das gesamte Vorstandsteam könne sich Luber zu 100Prozent verlassen. „Wir sind um die zehn Personen, die mir auch viel Arbeit abnehmen“, sagt sie. „Wenn ich nicht gewusst hätte, dass wir so ein super Vorstandsteam haben, hätte ich den Posten auch nicht übernommen.“
SBO Berching: Das sind Lubers Aufgaben
Die Hauptaufgabe für die Vorsitzende ist die Organisation. Luber muss gewährleisten, dass die Hallen für die Auftritte gebucht werden und die Veranstaltung versichert ist. „Musiker und Gäste müssen abgesichert sein, falls in der Europahalle etwas passiert“, erklärt Luber, die sich zudem mit ihrem Team darum kümmert, dass das Publikum bei den Konzerten mit Essen und Trinken verpflegt wird.
Außerdem bucht sie das Probenwochenende des Symphonischen Blasorchesters, für das sich die Musiker heuer zum zweiten Mal in der Volksmusikakademie in Freyung eingefunden haben. Anfangs habe sich Luber „ein bissl überwinden“ müssen, mit vielen Personen zu telefonieren, sagt sie. „Aber mir macht es Spaß, wenn ich sehe, was ich mit unserem Vorstandsteam organisiert habe.“
Als Vorsitzende ist sie immer Ansprachpartnerin und Verantwortliche. Vor allem die große Verantwortung – insbesondere für die zahlreichen Musiker im Orchester, die noch nicht volljährig sind – sei für die Verfahrenstechnikerin für Getränkeabfüllanlagen bei Krones sehr ungewohnt.
Wenn Luber werktags zwischen 17 und 18 Uhr nach Hause kommt, kümmere sie sich oft noch um das SBO. „An drei bis vier Abenden in der Woche muss ich schon dafür etwas machen – vor allem in der Zeit vor den Konzerten“, sagt Luber, die als Vorsitzende rund 95Musiker führt.
Denn unter dem Dach des SBO spielt nicht nur das Hauptorchester mit um die 50 Musikern. Auch das Comebackorchester (15 Personen) und das Nachwuchsorchester mit 25 bis 30 Kindern gehören dazu.
Ab der fünften Klasse können junge Musiker im Nachwuchsorchester musizieren. Sobald man das Bronze-Abzeichen erspielt hat, kann man ins Hauptorchester wechseln. Luber ist 2012 im Alter von 13 Jahren ins Hauptorchester gewechselt. 2009 hatte sie im Nachwuchsorchester gespielt. Und angefangen hat alles mit der Klarinette in der Bläserklasse in der Grundschule Berching.
Syphonisches Blasorchester: Zwei Auftritte in Berching
Am liebsten spielt Luber mit dem Orchester Filmmusik und Modernes. Unter anderem darauf können sich Zuhörer auch bei den Herbstkonzerten des SBO einstellen. Am Samstag und Sonntag in der Europahalle in Berching und eine Woche später am 28.Oktober im Neumarkter Reitstadel ist auch Luber auf der Klarinette zu hören. Bei Auftritten ist die Vorsitzende aber „nur“ eine von vielen Musikern – den Takt gibt dann Dirigent Gerald F. Lang. vor.