Handel Furth im Wald muss sich auf großen Besucheransturm vorbereiten

Die Landesgartenschau 2025 in Furth im Wald (LGS) soll ein riesen Erfolg auch für den ortsansässigen Handel werden. Was es dazu braucht, darüber wurden die Mitglieder des Stadtmarketing am Montag im großen Rathaussaal informiert.
„Wir wollen, dass Sie mitmachen, wir wollen aber auch, dass Sie gewappnet sind“, sagte Tina Heigl, zuständig für Ausstellung und Betrieb. Mitmachen, weil eine Gartenschau nur funktionieren kann, wenn alle Bürger, der Handel und die Gastronomie an einem Strang ziehen. „Es funktioniert nicht ohne Furth und die Further Umgebung“, so Heigl.
Die Innenstadt einbinden
So sah das auch LGS-Geschäftsführer Robert Sitzmann: „Das Stadtmarketing spielt während der Gartenschau eine ganz wichtige Rolle.“Er berichtete von seinen langjährigen Erfahrungen bei anderen Landesgartenschauen. „Wir wollen die Innenstadt einbinden, eine Gartenschau, hinter der die Further stehen. Das merken auch die Besucher.“ Die gingen gerne zu Gartenschauen, die nicht so groß sind, aber bei denen es viel zu erleben gibt und die sich in der ganzen Stadt abspielt. „Das Gute an Furth ist ja, dass alles relativ nah zusammen liegt“, so Sitzmann.
Er erläuterte den zahlreich erschienen Händlern den derzeitigen Planungsstand der Gartenschau, welche Stände schon unter Dach und Fach sind und wo noch etwas hinzu kommt. So soll rund um die Pumptrack-Anlage möglicherweise ein Jugendbereich entstehen (wir berichteten). Gespräche wurden bereits geführt. Im Moment lautet die Frage, über welche Wegführung die Freizeitsport-Stätte eingebunden werden kann.
Um zu Heigls Ausgangsbemerkung zurück zu kommen: Gewappnet muss der Handel sein, weil vor allem an Wochenenden, Feiertagen und in der Ferienzeit ein Sturm auf die Innenstadt zu erwarten sein wird. Zwischen 500 und 5000 Besucher am Tag schwanken die Zahlen. Das ist aber auch gut so. Heigl sagt, dass man vom 23 Mai bis zum 5. Oktober 137 Tage lang den Fokus voll auf Furth im Wald legen will. Das beginne schon mit der großen Einweihungsfeier, bei der Polit- und andere Prominenz erwartet werden. Und sie erwähnt die Strahlkraft, die von der LGS ausgeht: „Das ist niemals eine Sache nur für Furth allein, sondern für die ganze Region.“ Fakt sei auch, dass eine Kommune auch im Nachgang massiv profitiert. In Deggendorf habe eine Besucherumfrage ergeben, dass 75 Prozent nicht in die niederbayerische Stadt gereist wären, wenn nicht die Landesgartenschau gelockt hätte. „Furth hat so einen Status wie Deggendorf, vielleicht kommen sogar noch einmal mehr als dort.“
Einerseits sollen die Besucher auf dem eigentlichen, abgeschlossenen Gelände Souvenirs kaufen. Am besten regionale Produkte und Dinge, die sich um Natur und Garten drehen. Heigl stellt sich das im Idealfall so vor: Es findet sich ein Organisator, der sich eine Truppe sucht, die dann sieben Tage in der Woche von 9 bis 18 Uhr Waren anbieten:„Wie gesagt, regional wäre uns am liebsten, dann bleibt auch die Wertschöpfung in der Region.“
So wie die Gastronomie auf dem Gelände nicht alle Besucher statt und zufrieden bekommen kann, muss auch der Handel in der Innenstadt die Kauflust befriedigen. Die Macher wünschen sich eine lebendige Innenstadt als erweiterte Gartenschau. Es soll ein abgestimmtes Produktangebot geben, regionale Besonderheiten sollen herausgearbeitet und auf weitere Sehenswürdigkeiten hingewiesen werden. Leerstände dekorieren, die Innenstadt mit gemeinsamen Anstrengungen, wie Pflanz-Aktionen oder spezielle Souvenirs anbieten, der Ideenvielfalt seien keine Grenzen gesetzt. „Die Gäste sollen sich willkommen und wohl fühlen“, sagt Heigl. Sitzmann ergänzt: „Die erzählen dann viel weiter.“ Das wirke sich auch auf die Besucherfrequenz nach Oktober 2025 aus.
Die Gartenschau-Profis empfehlen, sich über Öffnungszeiten und Mitarbeiterzahl Gedanken zu machen und auch an gemeinsame Werbestrategien zu denken. „Wer die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, wird auch Zulauf haben.“
Es braucht das Ehrenamt
Weitere Maßnahmen sollen die Schaffung von Ehrenamt und Freundeskreisen sein. Ansprechpartnerin ist Dorothea Simmet. In Freundeskreisen sollen sich eigenverantwortliche Bürger zusammenfinden, die sich vereinsähnlich organisieren und selbstbestimmt arbeiten. „Wir suchen Leute, die sich für die Landesgartenschau begeistern, die die Stadt verschönern wollen und verschiedene Interessensgruppen.“ Dazu gehören laut Simmet Jugendliche, Senioren oder Vereine. „Machen Sie Werbung für die Sache.“
Das Ehrenamt ist während der Gartenschau überall da gefragt, wo helfende Hände gebraucht werden. Das können kleinere Reparaturen und Hilfsdienste, Hilfe bei der Besucherlenkung und vieles mehr sein. Heigl: „Ehrenamt ist ein Wunschkonzert, das ist uns bewusst. Aber es ist üblich so etwas anzustoßen. Man muss sich klar machen, dass wir Unterstützung brauchen werden.“
Sitzmann sagt, dass Ehrenamtler mit einer Dauerkarte, T-Shirts und ähnlichem belohnt werden können.
Werbung bei der Landesgartenschau Furth im Wald 2025
„Wer nicht wirbt, der stirbt“, soll der amerikanische Unternehmer Henry Ford gesagt haben. Seitens der LGS will man ein Gutscheinbuch anbieten, das exklusiv an Dauerkartenkäufer ausgegeben wird. Weiter empfiehlt man dem Handel Aktionen.„Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Heigl. Matthias Moritz (MEK Media) regte an Tafeln mit Hinweisen zu Geschäften und Gastronomie aufzustellen. Es müsse auch abgestimmt werden, wie Stadtmarketing mithelfen kann. Sitzmann entgegnete, dass der handel die Organisation weitgehend selbst übernehmen muss. Die LGS fungiere nur beratend.
