Landesgartenschau 2025: Ein Sommermärchen für die Gastronomie?

Von Alexander Frimberger · 10. Oktober 2023 um 15:19

Noch tut sich Otto-Normal-Further ein wenig schwer, sich vorzustellen, wie prächtig die Landegartenschau 2025 (LGS) aussehen soll. Doch die Vorbereitungen im Landkreis Cham laufen auf Hochtouren.

Am Montag Abend wurde interessierten Wirten im sehr gut besetzten großen Rathaussaal vorgestellt, wie das gastronomische Angebot auf dem Gartenschaugelände voraussichtlich aussehen wird, und was Gastronomiebetriebe in der Stadt erwartet. Offensichtlich eine ganze Menge, wie sich im Laufe des Abends heraus stellte. „Die Landesgartenschau wirft ihre Schatten voraus“, sagt 2. Bürgermeister Michael Mühlbauer bei seiner Begrüßung.

Ganz Furth wird Gartenschau

Zunächst stellte Geschäftsführer Robert Sitzmann das Konzept und den derzeitigen Planungsstand vor. „Ziel ist es, nicht nur den zahlungspflichtigen Bereich zu bespielen, sondern ganz Furth im Wald soll Gartenschau-Gelände werden.“

Ein Thema war auch das Gelände der ehemaligen Späth-Brauerei. Dort ist geplant, in Zukunft modernes innerstädtisches Wohnen zu etablieren. Es hätten auch bereits Investoren Interesse angemeldet. Allerdings soll der Baubeginn auf die Zeit nach der LGS gelegt werden. So verhindert man laut Sitzmann, dass sich dort während der Gartenschau eine Großbaustelle befindet. Stattdessen soll ein sogenannter „Biergarten“ eingerichtet weren. Der Name kann irreführend sein, denn hier wird mitnichten Gastronomie entstehen. Vielmehr ist dort eine Ausstellungsfläche mit Ruhezonen geplant, die sich mit dem Thema Bier beschäftigt. Das Konzept dazu soll am Donnerstagabend im Rahmen der Stadtratssitzung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

„Sagenhaft viel erleben“ lautet das Motto der LGS. Dementsprechend bunt soll auch das Angebot werden. Ruhezonen, Wiesen, Spielplätze sind geplant, auch einige Stände sind wohl schon fix. Dazu gehören die Kirchen, Obst- und Gartenbauvereine, eine Friedhofsausstellung, Garten- und Landschaftsbau, Baumschulen und vieles mehr. Die Festwiese wird zur großen Grünfläche und nach der LGS so hergerichtet, dass dort wieder das Volksfest in seiner gewohnten Form stattfinden kann. „Es gibt auch Überlegungen, die geplante Pumptrack-Anlage in die Gartenschau einzubinden“, sagt Sitzmann und ergänzt: „Dort könnten auch eine Jugendbühne und vielleicht eine Saftbar stehen.“

Tina Heigl, verantwortlich für die Bereiche Ausstellungen und Betrieb, sagte, dass die LGS eine einmalige Chance für Furth im Wald sei, sich regional und überregional in all seinen Facetten zu präsentieren. Außerdem betonte sie, dass das Gelände auch ein perfekter Treffpunkt für alle Further sei.

„Auch mit Blick auf die zahlreichen Veranstaltungen ist da eine Dauerkarte für alle Further fast Pflicht“, fand Michael Mühlbauer. Zumal es auch ein Gutscheinheft geben soll, mit dem man, nutzt man alle Sonderangebote, mehr spart als die Karte kostet, wie Heigl verriet. Im Anschluss ging sie näher auf den Bereich Gastronomie ein. An der Eschlkamer Straße soll die Hauptgastronomie mit großer Terrasse entstehen. „Zwei bis drei Busse können dort auf einmal aufgenommen werden, mehr nicht“, sagte sie.

Ein weiterer gastronomischer Bereich, der zum Beispiel von Food-Trucks oder Snackangeboten bedient werden könnte, soll mit Freiluftsitzplätzen in der Nähe einer Hauptbühne entstehen. Ein drittes gastronomisches Angebot ist die sogenannte Weinbar, die von fränkischen Winzern bestückt wird. „Das ist vom Landwirtschaftsministerium vorgegeben, in Freyung waren sie allerdings nicht dabei.“

Das gastronomische Angebot wird, da waren sich die Verantwortlichen einig, nicht für alle Besucher reichen. Laut Heigl erwartet man zwischen 500 an „normalen“ Tagen bis zu 5000 Besucher täglich an Wochenenden und Feiertagen. Viele Besucher würden daher auf das vorhandene Angebot vor Ort außerhalb des Geländes zurückgreifen. „Wir brauchen beides, auf dem Gelände und in der Stadt, auch weil viele nicht auf der LGS essen wollen“, weiß Sitzmann.

Eine wesentliche Neuigkeit hatten Heigl und Sitzmann auch noch im Gepäck: Während es zunächst geheißen hatte, die Großgastronomie soll von einem überregionalen Anbieter abgewickelt werden, möchte man jetzt möglichst regionale Gastronomie einbinden. Wer sich das Unternehmen zutraut, kann sich bei der LGS melden und wird dort über das Auswahlverfahren informiert.

Ein lohnendes Geschäft

Dass sich die LGS für Gastronomen mehr als lohnt, davon ist Theo Mitskolavas überzeugt. Er betreibt ein Restaurant in Wassertrüdingen, wo die Landegartenschau im Jahr 2019 stattgefunden hat. „Für uns war die Gartenschau ein Sommermärchen“, sagt er. In Spitzenzeiten hat er zwölf Bedienungen beschäftigt. An normalen Tagen hat er von 11 bis 14 Uhr 80 bis 180 Gäste mit Essen versorgt, zu Spitzenzeiten bis zu 300. Gleiches Bild in den anderen rund 14 Lokalen: „Alle waren rappelvoll.“ Er empfiehlt gründliche Planung und gute Zusammenarbeit, auch was die Lenkung von Reisebussen betrifft. Für sich sagt er: „Wir haben jeden Euro mitgenommen, so eine Gelegenheit kommt nie wieder.“

Landesgartenschau

Die Landesgartenschau 2025 beginnt am 22. Mai und dauert genau 137 Tage. Am 5. Oktober des Jahres schließt sie ihre Tore. Sie in dieser Zeit sieben Tage in der Woche ab 9 Uhr morgens geöffnet. Der Ticketverkauf endet jeweils um 18 Uhr.

Im September 2024 findet, wie ein sogenanntes Baustellenfest statt. Danach beginnt der Dauerkartenverkauf: Nach derzeitigem Stand kostet eine Dauerkarte im Vorverkauf 80 Euro, an der Tageskasse 90 Euro.

Die Tageskarte soll 19 Euro kosten. Wie Kinder abgerechnet werden, wird derzeit noch diskutiert.

Weiß, wovon er spricht: Theo Mitskolavas Foto: Frimberger