Lenni (6) sammelt herumliegenden Müll und ist ein großes Vorbild für uns alle

Lenni aus Furth im Wald (Landkreis Cham) ist ein aufgeweckter Bursche. Und er schaut hin, wovor viele Erwachsene die Augen verschließen. So ist dem Sechsjährigen auf seinem Schulweg aufgefallen, wie viel Müll achtlos weggeworfen wird. Dagegen musste er etwas unternehmen.
„Alles, was mit Müll zu tun hat, war von klein auf Lennis Leidenschaft“, sagt seine Mama Manuela Wildfeuer. Angefangen hat es mit Glascontainern, dann interessierte er sich für die Müllabfuhr. „Auch Kehrmaschinen üben einen großen Reiz auf ihn aus.“ Der Bücherschrank ist voll von Werken rund um das Thema. Längst sind es nicht mehr nur Kindergeschichten, sondern auch Erwachsenenliteratur, die den kleinen Umweltschützer interessieren.
Viel Müll in kurzer Zeit
Zu der Müllsammelaktion ist es gekommen, weil Lenni seit diesem September in die Schule geht. Auf dem kurzen Weg vom Aldi-Parkplatz zur Schule ist ihm aufgefallen, dass viel Müll herumliegt. „Es ist ja nicht so, dass keine Mülleimer aufgestellt wurden, aber da müsste man seine Überreste halt ein paar Meter länger tragen“, sagt Manuela Wildfeuer. Da ist ihrem Sohn spontan die Idee gekommen, den Müll aufzusammeln. Das hat auch die Mama für eine gute Idee gehalten. „Lenni war richtig enttäuscht, dass wir nicht gleich nach der Schule angefangen haben.“ Später ist das Duo dann mit Müllzange, -tüten und Handschuhen zurückgekehrt. „Wir waren circa zwei Stunden unterwegs.“
Vor allem in Richtung Regner-Insel sind demnach viele Flaschen herumgelegen. In der kurzen Zeit ist so viel Müll zusammengekommen, dass die beiden den gar nicht mit nach Hause nehmen konnten. „Dabei sind wir gar nicht fertig geworden, haben nur den halben Weg bis zur Schule geschafft.“Kurzer Hand haben die Wildfeuers bei der Stadt angerufen.
„Der städtische Bauhof hat den Müll dann dankenswerter Weise abgeholt.“ Lennis Initiative ist auch schon bis ins Rathaus durchgedrungen. Bei der Stadt anzurufen war die richtige Vorgehensweise, sagt Stefan Schmidberger. „Wir begrüßen solche Aktionen“, sagt der Further Hauptamtsleiter und natürlich holt der Bauhof den Müll ab. „Selbstverständlich wäre es noch besser, wenn nicht so viel Müll rumliegen würde, aber das kommt leider immer wieder vor.“ Vom Hausmüll bis zum Staubsauger wird alles in der Natur entsorgt. Warum man das nicht in den Wertstoffhof bringt oder in der eigenen Mülltonne entsorgt, ist Schmidberger schleierhaft.
Ein besonderes Müllproblem habe man seitens der Stadt Furth im Wald nicht festgestellt, „aber es kommt schon vor, dass Leute anrufen und uns auf verbotene Müllentsorgung hinweisen.“ Übrigens: Wer erwischt wird, zahlt natürlich Strafe. Die Höhe hängt von der Art des entsorgten Mülls ab. Laut Schmidberger wird in Zukunft wieder der städtische Müllsammelwagen verstärkt im Einsatz sein. „Damit soll unsere Stadt noch sauberer werden.“ Schmidberger betont außerdem, dass es auch zahlreiche Vereine gibt, die sich um die Sauberkeit kümmern und in unregelmäßigen Abständen Müll sammeln. Beispielhaft nennt er dabei die Bergwacht, den Skiclub, den Fischereiverein, den FC Ränkam sowie den FC und den TV Furth im Wald.
Doch zurück zu Lenni. Mama Manuela war so begeistert von dem Engagement ihres Sohnes, dass sie spontan ein Bild auf Facebook gepostet hat. „Mir ging es nicht darum, andere zu belehren oder ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen. Fakt ist aber, dass uns das Thema alle betrifft.“ Sie möchte damit zum Nachdenken anregen. „Wir tragen eine wahnsinnig große Verantwortung. Es wäre schön, wenn die Aktion jemanden anspornt, Dreck aufzuheben, wenn er herumliegt.“
Ein „Superheld“
Eines hat der Facebook-Post in jedem Fall bewirkt. Das Netz ist begeistert von Lenni. So schreibt jemand in den Kommentaren: „Lenni, Du bist wundervoll, Mutter Erde braucht mehr solche Superhelden, wie Dich. “
Herwig Decker, Geschäftsführer der Landesgartenschau Furth im Wald 2025, sagt: „Auch wenn wir noch gar keinen haben, wir werden etwas Passendes finden und dann bekommt Lenni unseren ersten offiziellen Landesgartenschau-Orden.“ Und weiter: „Weil Du etwas tust, was viele Erwachsene nicht mehr können: Wenn Du Dreck am Boden siehst, bückst Du Dich und hebst ihn auf. Ich wäre stolz, wenn ich Dir mal die Gartenschau zeigen darf.“
Auch im persönlichen Bereich gab es nur Lob und Geschenke: „Meine beste Freundin hat ihm spontan fünf Euro und seine Lieblings-Kekse in die Hand gedrückt“, sagt Manuela Wildfeuer.
Auch Lenni selbst hat sich richtig gefreut, als er gesehen hat, wie viel er und seine Mama gesammelt haben. Deshalb will er auf jeden Fall weitermachen. Und das Müllsammel-Team hofft, dass sich vielleicht mehr Leute ein Beispiel an ihnen nehmen oder zumindest ihren Müll nicht mehr einfach achtlos fallen lassen.
