Kostensteigerungen: Wie teuer wird das Skifahren im Bayerwald auf Arber und Hohenbogen?

Es ist erst wenige Tage her, da wurden die Liftpreise von Skigebieten in den Alpen bekannt: Energie- und Personalkosten sowie Inflation schlagen sich laut Berichten auch hier nieder und führen dazu, dass bisweilen 70 Euro und mehr für den Tagesskipass fällig werden.
Auf den Internetseiten der großen Skigebiete der Region gibt es noch keine Preise für die kommende Saison – doch die Betreiber geben auf Nachfrage unserer Zeitung Auskunft.
Das höchste und damit auch schneesicherste Skigebiet im Bayerischen Wald befindet sich auf dem Großen Arber. Andreas Stadler ist hier für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und weiß: Auf dem Großen Arber steigt der Preis für das Tagesticket, wenn auch nur gering – und weit nicht auf das Niveau von Gebieten in den Alpen. 42 Euro wird der Tagesskipass mit Beginn der Saison 2023/24 kosten. Drei Euro mehr als im Vorjahr, wobei der Preis damals seit der Saison vor der Corona-Pandemie gleich geblieben war.
29 Euro pro Tagesticket
Einer der Gründe dafür war im vergangenen Jahr gewesen, dass Gebühren für die Parkplätze eingeführt worden waren: Zwei Euro für Skifahrer und fünf Euro für Tourengeher, die naturgemäß kein Ticket für die Gondel lösen, aber dennoch Parkplätze belegen. Das so noch so etwas, was sich dieses Jahr ändern werde, sagt Stadler. Auch im Winter werde die über den Sommer geltende einheitliche Regelung gelten: Für jedes Fahrzeug werden vier Euro fürs Parken fällig. Eine Anpassung der Preise an Personalkosten und gestiegene Preise von Lieferanten werde es auch in den von der Arber-Bergbahn betriebenen Gastronomien geben.
„Alles bleibt beim Alten“ verkündet hingegen Markus Müller, Geschäftsführer der Hohenbogenbahn. Der Tarif für die Tageskarte werde pro Erwachsenen weiter bei 29 Euro liegen. Gründe dafür gebe es mehrere, sagt Müller. „Wir wollen zum Einen ein familienfreundliches Skigebiet bleiben.“ Darüber hinaus habe die Hohenbogenbahn erst im vergangenen Jahr die Preise mit Blick auf steigende Energiekosten erhöht – das reiche auch für dieses Jahr noch soweit, „dass ich mich kalkulatorisch raussehe“, so Müller. Das Parken ist – egal wozu – im Skigebiet am Hohenbogen übrigens kostenlos möglich.
Ein weiterer Grund für den stabilen Preis sei, dass die Bergbahn gerade im vergangenen Jahr viel in die Energieversorgung – oder besser, in die Unabhängigkeit – investiert habe. Rund 160 000 Euro seien in Photovoltaik-Anlagen an der Talstation geflossen, sagt Markus Müller. Mit 70 Kilowatt Leistung und einem Speicher mit 50 kW sei es möglich den Betrieb im Sommer bei schönem Wetter zu decken – „Und wenn es regnet, dann sind wir eh nicht in Betrieb.“
Im Winter werde das zwar nicht reichen, zur Kosteneinsparung und Stabilhalten der Preise allerdings schon. Auch die Hohenbogenbahn betreibt übrigens die Gastronomie im Berghaus am Lift-Ausstieg seit einigen Jahren selbst und will auch hier die Preise stabil halten. Einzige Unwägbarkeit sie natürlich das immer noch angekündigte Ende der vergünstigten Mehrwertsteuer in der Gastronomie zum Jahreswechsel, die dann auch im Berghaus an die Gäste wohl würde weitergegeben werden müssen. Wärme und Strom kommen hier schon seit einiger Zeit durch ein Block-Heizkraftwerk. Ein weiterer Punkt, warum die Preise am Hohenbogen nicht erhöht werden sei, dass „der Bogen nicht überspannt werden soll“, sagt der Geschäftsführer.
Wann geht es los?
Selbst im sehr durchwachsenen Winter des vergangenen Jahres habe die Bahn im Winter eine „schwarze Null“ schreiben können; „Im Sommer ging der Umsatz sogar über die 15-prozentige Erhöhung hinaus“, sagt Müller, also sei die Erhöhung wohl auch für die Gäste in Ordnung gegangen.
Wann es losgeht auf den Bayerwald-Bergen, das weiß heute natürlich noch niemand. Doch der Große Arber meldet bereits: Einen Zentimeter Schnee hat es diese Woche schon gegeben, auch wenn der (noch nicht) liegen geblieben ist auf 1453 Metern Höhe.