Geldautomat im Neustädter „Kaufland“ gesprengt – ohne Erfolg aber mit hohem Schaden

Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Dienstag einen Geldautomaten im Kaufland an der Raffineriestraße in Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim) gesprengt. Das Geschäft blieb geschlossen. Die Ganoven erbeuteten kein Geld. Wie hoch der Sachschaden ist, steht noch nicht fest.
Immer wieder kamen am Dienstag Kunden zum Kaufland und mussten unverrichteter Dinge wieder umkehren. Das Geschäft war geschlossen. Absperrbänder verhinderten den Zugang zu dem großen Lebensmittelgeschäft an der Raffineriestraße, auch die Parkplätze konnten nicht benutzt werden. „Ist geschlossen? Haben die ‘ne Inventur? Was ist denn passiert?“ So und ähnlich lauteten die Fragen, die Männer und Frauen stellten. Manche zückten sogar ihr Handy, um ein paar Fotos – wofür auch immer – zu machen.
Dabei gab es nicht viel zu sehen. Spannend war es vor allem im hinteren Bereich des Geschäfts, wo es einen Nebeneingang gibt. Dort stand ein Fahrzeug der Kripo Landshut. Männer in dunklen Overalls sicherten Spuren. Wer gute Augen hatte, konnte erkennen, dass eine Tür des Nebeneingang schwer beschädigt war. Eine Scheibe der Tür war geborsten.
Im Gebäude sah es derweil wüst aus. Scheiben und Fensterrahmen waren aus ihren Verankerungen gerissen. Splitter, Papier, Staub und Waren aus dem Verkauf lagen umher.
Täter haben trotz Sprengung kein Bargeld erwischt
„Bei der Sprengung des Geldautomaten in unserer Filiale in Neustadt a.d. Donau sind Schäden im Eingangsbereich entstanden“, teilte das Unternehmen dazu mit. Und: „Wir werden die Filiale natürlich so schnell wie möglich wieder für unsere Kunden öffnen.“
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde der Einbruch beim Kaufland am Dienstag kurz nach drei Uhr morgens in der Polizeieinsatzzentrale gemeldet. „Die eintreffenden Einsatzkräfte stellten fest, dass die Außenfassade des Gebäudes erheblich beschädigt wurde“, berichtet Günther Tomaschko, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern in Straubing. Der Geldausgabeautomat war mit einem bislang noch unbekannten Sprengmittel gesprengt. „Die Täter gelangten jedoch nicht an das deponierte Bargeld.“
Wie die Täter ins Gebäude gelangt sind, wird noch untersucht. Nach Informationen unserer Zeitung hatten es die Ganoven an zwei verschiedenen Stellen versucht.
Die Kriminalpolizeiinspektion Landshut hat die weiteren Ermittlungen übernommen und bittet in diesem Zusammenhang um sachdienliche Hinweise: Wem sind zwischen 2.30 Uhr und 3.15 Uhr verdächtige Wahrnehmungen am Ende des Gewerbeparks (Kreisverkehr) bis zur Raffineriestraße aufgefallen? Wer hat im Vorfeld der Tat im näheren Umfeld des Tatortes verdächtigte Beobachtungen gemacht, die im Zusammenhang mit der Sprengung stehen könnten? Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise zur Tat, den Tätern oder dem möglichen Fluchtfahrzeug machen? Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Landshut unter der Telefonnummer (0871) 92520 entgegen; genauso wie jede andere Polizeidienststelle.
Vergangene Woche: Sprengung in Haidmühle
Die Explosion im Neustädter Kaufland fügt sich ein in eine Serie von Automatensprengungen, die seit mehreren Jahren in der Region besteht. In der vergangenen Woche wurde ein Automat in Haidmühle im Bayerischen Wald gesprengt.
Ende September sprengten Unbekannte einen Geldautomaten in Gnotzheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und verursachten einen Schaden von 20000 Euro.
Heuer bisher 16 Geldautomaten-Sprengungen in Bayern
Insgesamt gab es im vorigen Jahr in Bayern 37 Sprengungen. In diesem Jahr wurden 16 Sprengungen in Bayern vollzogen worden – ein deutlicher Rückgang gegenüber 2022. Möglicherweise liegt das an Präventionsmaßnahmen der Banken sowie die Festnahmen von Tätern.
Anfang Februar hatten Fahnder eine aus den Niederlanden operierende Bande hochgenommen, die bei 50 Sprengungen von Geldautomaten hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg mehr als 5,2 Millionen Euro Beute gemacht haben soll. Im September konnten vier weitere mutmaßliche Täter festgenommen werden, die für eine Serie an Sprengungen verantwortlich sein sollen.
Begonnen hat die Serie in Niederbayern übrigens am 29. Oktober 2021 in Herrnwahlthann. Damals wurde ein Geldautomaten in der Geschäftsstelle der Raiffeisenbank gesprengt.

