Bei Neustädter Firma erfolgreich den Ernstfall geprobt

Von Antonia Zuruev · 17. Oktober 2023 um 05:00

Rund 50 Feuerwehrleute aus Neustadt, Mühlhausen und Geibenstetten versammelten sich am Freitagabend, um auf dem Gelände der Firma Reng gemeinsam ein ernstes Szenario zu üben: Ein Unfall während einer routinemäßigen Wartungsarbeit an der Erdgasheizung verursachte eine starke Rauchbildung im ganzen Gebäude.

Um die Situation möglichst realitätsnah darzustellen, wurden hierfür zwei Nebelmaschinen eingesetzt, die die gesamte Werkstatt in kürzester Zeit in einen dichten Nebel hüllten.

Aufgabe: Menschen retten

Das Übungsszenario sah außerdem vor, dass sich Personen im raucherfüllten Gebäude befanden, die geborgen werden mussten. Die Rolle der zu rettenden Personen übernahmen dabei die jungen Frauen und Männer von der Jugendfeuerwehr Neustadt.

Erich Lentner, der technische Leiter der Firma Reng, erklärt: „Ein vorrangiges Ziel dieser Übung ist es, die Feuerwehren mit dem Gebäude bekannt zu machen, falls es einmal zum Ernstfall kommen sollte. Dabei sollen die Feuerwehren auch die Lage der zur Verfügung stehenden Wasserhydranten zur Kenntnis nehmen.“

Zu Beginn der Übung rief der stellvertretende Kommandant der Neustädter Feuerwehr, Markus Förstl, die Brandlöscher aus Neustadt, Mühlhausen und Geibenstetten per Funk zum Einsatzort und schilderte kurz die Lage.

Dabei erklärte er auch, dass sich Personen im Gebäude befanden, die auf der Westseite der Werkstatt um Hilfe riefen. Nur wenige Minuten später trafen die jeweiligen Feuerwehren mit Blaulicht am Firmengelände ein und starteten die Lösch- und Bergungsarbeiten.

Insgesamt neun Personen mussten im Rahmen der Übung aus den Fenstern der raucherfüllten Werkstatt gerettet werden. Für die Bergung waren gleichzeitig zwei Teams zuständig, die die Opfer jeweils mit Hilfe der Dreh- und der Steckleiter auf den sicheren Boden beförderten.

Gleichzeitig versuchten zwei weitere Teams die schwere Rauchbildung im Gebäude unter Kontrolle zu bekommen. Dabei wurden Hochdrucklüfter an den Eingängen der Nord- und Südseite der Werkstatt aufgestellt. Die Lüfter beförderten den Rauch ins Gebäude, sodass dieser kontrolliert durch die Fenster des oberen Stockwerks entweichen konnte.

Ausgezeichnete Teamarbeit

Die Feuerwehrmänner und - Frauen gingen bei der Übung koordiniert und zügig vor und bewiesen eine ausgezeichnete Teamarbeit. Allerdings gab es auch viele Verknotungen am Sicherheitsseil, welches bei der Fensterrettung zur Sicherung der Opfer verwendet wird. Trotzdem konnte die Personenrettung schnell abgeschlossen werden und auch der Rauch wurde gekonnt unter Kontrolle gebracht.

Auch Erich Lentner ist sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung: „Alles lief nach Plan. Unsere technischen Notfalleinheiten haben allesamt einwandfrei funktioniert. Die Übung lief sachlich und ruhig ab und auch die Wasserbeförderung aus den Hydranten verlief reibungslos.“

Im Anschluss an die Feuerwehrübung spendierte die Firma Reng als Stärkung für die Lebensretter eine Brotzeit für die Brandbekämpfer.

Die Feuerwehren kamen schnell zum Einsatzort und rollten die Schläuche aus.
Zur Bergung der Opfer wurde eine Drehleiter eingesetzt. Fotos: Antonia Zuruev