Die Trauerhalle in Wackersdorf nimmt Form an: Fokus auf mehr Intimität

Von Philipp Breu · 17. Oktober 2023 um 11:47

Ein weiteres großes Bauprojekt steht in Wackersdorf kurz vor der Fertigstellung. Mit der Sanierung und Umwandlung der Leichenhalle in eine moderne Trauerhalle wird laut Bürgermeister Thomas Falter (CSU) ein großer Wunsch der Bürger endlich erfüllt. Nun gewährten die Verantwortlichen einen Blick ins Innere.

„Die Trauerkultur hat sich völlig verändert“, stellt Bestattermeisterin Mirjana Lang fest. Sie war zusammen mit ihrem Kollegen Manfred Choulik, Betriebsleiter des Bestattungsinstituts Lang aus Nittenau, sowie dem Schwandorfer Architekturbüro Popp in die Planungen involviert. Seit längerem sei der Trend erkennbar, dass Trauerfeiern intimer würden und in einem kleineren Kreis stattfänden. Die Corona-Pandemie habe dies noch einmal befeuert.

Neue Trauerhalle wird auch technisch aufgerüstet

Das frühere Leichenhaus habe der reinen Aufbewahrung verstorbener Menschen gedient. Heute werde aber mehr erwartet. „Hier in Wackersdorf wird sich nun die Möglichkeit bieten, in einem privaten Rahmen mit einer eher kleineren Gruppe am Sarg oder der Urne zusammenzukommen“, so Lang.

Seit April wird die Leichenhalle saniert. Der Dachstuhl wurde neu gemacht, genauso wie die Dacheindeckung. Die Fassade wurde neu verputzt und gestrichen und die Zugangstüren wurden erneuert. Auch im Inneren tat und tut sich einiges. Neue Böden, ausgebesserte Wände, technische Aufrüstungen. „Das alte Leichenhaus war nicht mehr zeitgemäß“, sagt Falter und verweist beispielsweise auf die fehlende Heizung des in den 50er Jahren errichteten Gebäudes. „Es gab Tage, da ist das Weihwasser eingefroren.“

Mehr Wärme im Inneren des Friedhofsgebäudes

Der Neubau soll spürbar wärmer daherkommen, auch optisch. Umgesetzt werden soll das neben der Installation einer Fußbodenheizung beispielsweise durch die Farbgestaltung und die Beleuchtung. Auch ein spezielles Wandbild aus Glas werde dazu beitragen. „Es soll so aussehen, als wäre der Verstorbene zuhause im Wohnzimmer aufgebahrt“, fasst es Architekt Alfred Popp zusammen.

Dazu soll auch ein neuer Verabschiedungsraum seinen Teil leisten. Dieser wurde wohnlich gestaltet und kann individuell angepasst werden. Derzeit montieren die Arbeiter dort die Holzdecke. Wo gerade noch ein Baustellenradio vor sich hin dudelt, haben Angehörige in wenigen Wochen die Möglichkeit, über eine Musikanlage Lieder abzuspielen. Auch ein Beamer für Fotocollagen wird parat stehen. Der Verabschiedungsraum wird bestuhlt und für Angehörige 24 Stunden begehbar sein. Möglich macht das ein Schloss an der Eingangstür, das durch einen Zahlencode entsperrt werden kann. „So haben die engsten Angehörigen die Chance, sich vor der Trauerfeier ganz nah und persönlich von ihren Liebsten zu verabschieden“, erklärt Manfred Choulik vom Bestattungsinstitut. Etwa zehn bis 15 Angehörige haben hier Platz.

Trauerhalle wird Mitte November eröffnet

Nebenan gibt es einen größeren Raum für die Trauerfeier. Auch dieser wird laut den Verantwortlichen bestuhlt, mit einem Beamer und einer Musikanlage ausgestattet. Etwa 30 bis 50 Menschen können zusammen Abschied nehmen. Der Rest der Trauergemeinde wird im Außenbereich (ein kleiner Teil ist überdacht) Platz finden und über Lautsprecher in die Zeremonie mit eingebunden.

Saniert wurden auch die WC-Anlagen im Nebengebäude. Die Damentoilette wurde als Behinderten-WC umgebaut, ab 2024 werden die Sanitäranlagen über eine neue Rampe barrierefrei erreichbar sein. Insgesamt investiert die Gemeinde rund 650.000Euro in das Projekt. Mitte November wird Wackersdorfs „am meisten beobachtete Baustelle“, wie Falter schmunzelnd erwähnt, fertiggestellt sein und das Zelt auf dem Vorplatz wieder ablösen, das seit Beginn der Baumaßnahmen provisorisch für Trauerfeiern aufgestellt wurde. „Hier wird etwas ganz besonderes geschaffen. Wir sind gespannt, was die Wackersdorfer sagen“, so der Tenor.

Im neuen Verabschiedungsraum wird derzeit die Holzdecke montiert. Hier können Angehörige künftig ohne trennende Glasscheibe dem Verstorbenen direkt gegenübertreten.
Auch in der Haupthalle sind die Bauarbeiter noch zugange. Neben neuen Böden und einer Fußbodenheizung wird hier auch jede Menge Technik eingebaut, wie ein Beamer oder eine Musikanlage.
Ein Blick durch die Eingangstür: Derzeit werden die Wände verputzt und neu gestrichen.
Am Vorplatz steht ein Zelt, das derzeit als Provisorium für Trauerfeiern verwendet wird.