Von der MS Rossini nach Graßlfing: Bis zu 32 Asylbewerber kommen in Pentlinger Ortsteil

Von Michael Sperger · 17. Oktober 2023 um 05:00

In einem leerstehenden Wohnhaus in der Dorfstraße werden Flüchtlinge syrischer oder iranischer Herkunft untergebracht. In Graßlfing (Landkreis Regensburg) hat die Nachricht von der geplanten Unterkunft auch für Unruhe gesorgt.

Bis zu 32 Asylbewerber können das Flüchtlingsschiff MS Rossini schon bald wieder verlassen und werden dezentral untergebracht. Bewohnern des Schiffs werde angeboten, dass jetzt ein Objekt mit mit Dreier- und Viererzimmern zur Verfügung steht, erklärt das Landratsamt auf Anfrage. „Die MS Rossini ist eine Notunterkunft. Das heißt, sie dient einer kurzfristigen Unterbringung“, sagt Sprecher Hans Fichtl.

In einem vom Landratsamt angemieteten Wohnhaus in der Dorfstraße im Pentlinger Ortsteil Graßlfing sollen im Laufe des Novembers bis zu 32 Asylbewerber syrischer oder iranischer Herkunft untergebracht werden, wie die Gemeinde bestätigt. „Die Situation ist bekannt: Die Flüchtlingszahlen schießen in die Höhe und die Unterbringungsmöglichkeiten sind begrenzt“, sagt Bürgermeisterin Barbara Wilhelm. Im Gebäude war lange Zeit die Poststelle des Dorfs angesiedelt, später war es bewohnt. Seit etwa einem halben Jahr steht es leer und wurde jetzt ans Landratsamt vermietet.

Unterkunft in Graßlfing auf unbestimmte Zeit

Laut Fichtl sollen die Asylbewerber dort auf einer Wohnfläche von 349 Quadratmetern, verteilt auf neun Drei- und Vierbettzimmer, zwei Küchen, drei Bäder und ein zusätzliches WC unterkommen. Wie lange die Unterkunft bleibt, ist noch unklar. „Der Mietvertrag wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen“, sagt Fichtl. Ziel sei es, die Bewohner in Graßlfing in Beruf und Gesellschaft zu integrieren. Laut Mitteilung der Gemeinde haben die Bewohner alle eine Bleibeperspektive.

Graßlfinger Anwohner zu spät informiert?

Im Dorf hat die Nachricht von der geplanten Unterkunft auch für Unruhe gesorgt. Der Graßlfinger Anwohner Franz Fröhlich hatte eine WhatsApp-Gruppe gründet, um möglichst viele im Dorf zu dem Thema zu informieren. „Die Menschen sind verunsichert und wissen nicht, was da auf sie zukommt“, sagt Fröhlich. Er bemängelt, dass die Bürger erst so spät von den Plänen erfahren haben. „Der Informationsfluss hat mich gestört“, sagt Fröhlich. Auch die Gemeinde hätte erst vergangene Woche von den Plänen des Landratsamts erfahren, versichert Wilhelm.

Am vergangenen Freitag kam es – organisiert über die WhatsApp-Gruppe – kurzfristig zu einer Besprechung auf dem Dorfplatz mit 60 bis 70 Zuhörern. Auch die Bürgermeisterin war vor Ort und versuchte, die Fragen der Anwohner zu beantworten. „Leider konnte sie auf viele Fragestellungen noch keine Antworten geben“, sagt Fröhlich. Die fehlenden Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sind für Fröhlich ein offensichtliches Problem bei der Integration der Menschen, genauso wie der ausbaufähige ÖPNV. „Man kann aktuell schlecht einschätzen, wie sich das alles entwickelt“, sagt er.

Pentlinger Bürgermeisterin Barbara Wilhelm lobt Diskussion

Die Bürgermeisterin lobt die „vernünftige Diskussion“ mit den Anwohnern. „Wir wollen als Gemeinde möglichst transparent mit dem Thema umgehen. Sobald wir nähere Informationen haben, werden wir diese im Rahmen einer Informationsveranstaltung weitergeben“, sagt Wilhelm.

Die Gemeindeverwaltung Pentling will gemeinsam mit den Helfern des Arbeitskreises Asyl die Betreuung der asylsuchenden Menschen übernehmen. „Ich hoffe, dass die Ortsvereine und die Graßlfinger sich hier zahlreich engagieren“, sagt Wilhelm. Sollten Bürger bei der Betreuung mithelfen wollen, freuen können sie sich bei der Gemeinde per Mail an info@pentling.de oder auch telefonisch bei Christoph Limmer, Tel. (0941)9208229 melden. Der Kontakt zum Arbeitskreis Asyl wird dann von der Verwaltung hergestellt.