Von fünf Kandidaten bleiben zwei übrig: Neumarkt wählt einen OB in einer Stichwahl

Am 22. Oktober sind die Neumarkter erneut aufgerufen, an die Wahlurnen zu gehen. Dann tritt Thomas Thumann (UPW) in einer Stichwahl gegen Markus Ochsenkühn (CSU) an. Das ist das Ergebnis des Wahlabends am 8. Oktober. Was sagen die Beteiligten zu dieser Entwicklung?
Zu Beginn des Wahlabends sah es noch so aus, als könnte es dem amtierenden Oberbürgermeister Thomas Thumann gelingen, gleich im ersten Wahlgang die 50-Prozent-Marke zu knacken und damit das Rathaus zu halten. Doch bald gingen die Werte von 49 auf 48 und schließlich auf um die 47-Prozent-Marke runter, wo sie für den Rest des Abends mit kleinen Veränderungen verharren sollten.
Für Thumann bedeutet sein Ergebnis von 47,4 Prozent einen deutlichen Stimmeneinbruch im Vergleich zur vorherigen Wahl. 21,4 Prozent verlor er. Dennoch: Er bleibt klar der Kandidat mit den meisten Stimmen. 9878 um genau zu sein. Zu vorgerückter Nachtstunde war der amtierende Oberbürgermeister nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Das will er am Montag um 11.30 Uhr nachholen.
Ochsenkühn steigert für Neumarkter CSU Ergebnis um rund zehn Prozent
Bei der CSU und Markus Ochsenkühn war man mit dem Ergebnis von 35,5 Prozent sehr zufrieden. Um zehn Prozent verbesserte Ochsenkühn das Ergebnis seines Vorgängers als CSU-Spitzenkandidat, Richard Graf. „Es freut mich, dass ich es in die Stichwahl geschafft habe, auch wenn ich weiß, dass die kommenden zwei Wochen eine große Aufgabe werden“, sagte Ochsenkühn, der nach eigener Aussage mit einem guten Gefühl in den Wahltag gegangen war. Seit der Nominierung im April habe sich die Stimmung zusehends gewendet von „Gegen einen amtierenden OB hat man eh keine Chance“ hin zu „Es könnte für eine Stichwahl reichen“, sagte der CSU-Mann.
Ochsenkühn allein jagte Thumann aber nicht die Stimmen ab. Als ein Grund für die Stimmenverluste beim amtierenden Rathauschef führten Beobachter aller Lager unter anderem die im Vergleich zu 2017 größere Zahl an Kandidaten an. Statt drei waren es diesmal fünf. Die Kandidaten der „kleineren“ Parteien kosteten Thumann Stimmen, so das Argument.
Die FDP ist trotz eines Neumarkter Bundestagsabgeordneten in Person von Nils Gründer in der Stadtpolitik eine dieser kleineren Parteien. Gemessen daran und dass sie als einzige Liberale im Stadtrat sitzt und das zudem erst seit kurzem, erzielte Ira Hörndler ein achtbares Ergebnis. Sieben Prozent der Stimmen fielen aus sie. Dennoch erklärte Hörndler am späten Abend, dass sie sich schon mehr erwünscht hätte. Es sei jedoch klar gewesen, dass die Kandidaten der kleineren Parteien am Ende keine Rolle spielen. Mit Blick auf die Stichwahl verwies sie auf den Slogan der FDP: „Neumarkt neu denken. Ein Wechsel wäre gut. Sonst wäre ich nicht angetreten."
OB-Wahl: SPD-Kandidat zufrieden mit seinem Ergebnis
Matthias Sander war mit seinen 6,6 Prozent hingegen rundum zufrieden. „Die Devise lautete, mich als Neuling in der Neumarkter Politik bekannter zu machen. Das ist gelungen“, sagte der SPD-Mann mit Blick auf die kommende Stadtratswahl.
Den fünften Kandidaten im Bunde, Marco Winkler von Die Linke, wählten 726 Wähler, was 3,5 Prozent der Gesamtstimmen bedeutete.