Landtagswahl in Neumarkt: CSU stabil, Freie Wähler sichern sich knapp zweiten Platz vor AfD

Albert Füracker holt mit 51,3 Prozent im Stimmkreis Neumarkt bei der Landtagswahl wieder das Direktmandat, auch insgesamt bleibt die CSU mit 47,4 Prozent stärkste Kraft. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte sich die AfD mit den Freien Wählern. Albert Füracker äußert sich dazu und zur Regierungsbildung.
Das vorläufige Ergebnis sah am Sonntagabend die Freien Wähler bei 15,6 Prozent (plus 2,1 im Vergleich zu 2018), die AfD bei 15,3 (plus 5,2).
Während es lange Zeit so ausgesehen hätte, als würde es die AfD auf Platz zwei schaffen, überholten die Freien Wähler im letzten Moment – dies dürfte daran gelegen haben, dass zuletzt die Briefwahl ausgezählt wurde: Bei der Briefwahl hatten erheblich weniger Menschen die AfD gewählt. Während an der Wahlurne am Sonntag 19,6 Prozent bei der AfD ihr Kreuzchen gemacht hatten, waren es bei den Briefwählern nur 12,8 Prozent.
Dass die AfD dennoch so zugelegt hat, hinterließ zumindest die anderen Parteien erschüttert. „Es ist tragisch, dass sich das Ergebnis bei uns so niederschlägt“, erklärte Albert Füracker. Bei der AfD sprach Direktkandidat Christian Pfab von einem großen Erfolg. „Es freut mich sehr, dass ich so gut abgeschnitten habe.“
Albert Füracker: „Stabile CSU“
Mit 14,9 Prozent landete er zwar weit abgeschlagen hinter Füracker, wurde aber zweitbester Direktkandidat. Ob es Pfab über die Liste in den Landtag schafft, war am Sonntagabend noch unklar. Direktkandidatin Daisy Miranda (Freie Wähler) kam laut vorläufigem Ergebnis auf 14,1 Prozent.
Über eine „sehr stabil stehende“ CSU freute sich angesichts des Ergebnisses Albert Füracker, wenngleich etwas verhalten. Die gesamte Landesregierung habe unter der Flugblatt-Affäre Aiwangers gelitten, so Füracker. Freilich habe es Menschen gegeben, die das Thema als nicht so dramatisch beurteilt hätten, „einige haben das aber auch anders gesehen.“ Mit ihrer Strategie, so die AfD zurückzudrängen, seien die Freien Wähler „total gescheitert“, so Füracker. Stattdessen sei die AfD stärker als zuvor – dies liege aber auch an der Flüchtlings- und generell der Ampelpolitik im Bund.
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Trotzdem es den ersten Ergebnissen zufolge wohl für Schwarz-Grün reichen würde, sprach sich Füracker am Sonntagabend für eine Koalition mit den Freien Wählern aus. „Das haben wir immer so gesagt.“ Diese müssten aber „weg von diesem Populismus-Trip“. Für eine Zusammenarbeit mit den Grünen mangle es an Vertrauen. Sein persönliches Ergebnis beurteilte Füracker als „relativ ordentlich“ – er holte am Sonntagabend mit 51,3 Prozent etwas mehr Stimmen als 2018 (50,32 Prozent).
Nicht euphorisch, aber auch bei weitem nicht niedergeschlagen zeigte sich Daisy Miranda. Natürlich hätte man sich eher 15 bis 20 Prozent gewünscht, sagte Miranda.
Schafft es Daisy Miranda in den Landtag?
Die Strategie der Freien Wähler in Hinblick auf die AfD sei aber aufgegangen, verteidigte sie die Ausrichtung der Freien Wähler im Wahlkampf. In östlichen Bundesländern könne man froh sein, wenn sich die AfD bei 15 Prozent einpendle, „wenngleich auch dieses Ergebnis viel zu hoch ist“. Das Ergebnis der AfD in ihrer Heimat erschüttere sie sehr, so Miranda. Die Gründe dafür seien vielschichtig und bedingt durch die verschiedenen Krisen einerseits, aber auch die Politikverdrossenheit beziehungsweise das Nicht-Verstehen von politischen Entscheidungen andererseits. Für ihr eigenes Ergebnis hätte sie sich „etwas mehr“ gewünscht. Ob sie den Sprung ins Parlament über die Liste schafft, war am Sonntagabend noch nicht klar.
Mit Einbußen leben müssen vor allem die Grünen: Sie holten nur noch 8,9 Prozent der Stimmen. Fast in der Versenkung verschwunden ist im Stimmkreis Neumarkt die SPD – wäre es nach den Ergebnissen aus der Region gegangen, hätte die SPD zeitweise nicht einmal mehr den Einzug in den Landtag geschafft. Bis zum Ende der Auszählung der Wahllokale schaffte die SPD es dann immerhin noch auf 5,3 Prozent der Stimmen.