Das sagen die Schwandorfer Landtagskandidaten zu ihren Ergebnissen

Von Johannes Hartl · 8. Oktober 2023 um 23:06

Für die CSU sicherte sich Alexander Flierl wieder das Landtags-Direktmandat. Er hat den Wahlkreis erneut gewonnen – wenn auch mit Verlusten gegenüber 2018. Und doch sind die wahren Gewinner andere Parteien, nämlich die Freien Wähler und die AfD. Sie verzeichneten jeweils ein deutliches Plus. Das sagen einige ausgewählte Direktkandidaten zu ihren Ergebnissen.

Alexander Flierl, CSU

So viel war klar an diesem Wahlabend: Alexander Flierl konnte sich erneut das Direktmandat sichern – wenn auch mit Verlusten gegenüber 2018. „Wir sind die bestimmende Kraft im Landkreis“, stellte der Abgeordnete fest. In einer ersten Reaktion bedankte er sich für die Unterstützung. Das Ergebnis sei „in notwendiger Demut gegenüber den Entscheidungen der Wähler“ anzunehmen. Es sei „keine Frage der persönlichen Befindlichkeit“. Insgesamt wertete er das Ergebnis vor dem Hintergrund der „schwierigen Verhältnisse in Berlin“ und der „tiefen Unzufriedenheit mit der Ampel-Regierung“. Dass „Gruppierungen ohne Lösungskompetenz“ zugelegt hätten – Flierl meinte damit die AfD –, müsse man zur Kenntnis nehmen. „Das bestärkt uns ganz sicher, dass wir weiterhin für unsere Region eintreten“, sagte er. Man werde für die Bürger die Probleme und Herausforderungen annehmen – und Problemlöser sein.

Martin Scharf, Freie Wähler

Er war einer der großen Gewinner des Abends. Ob Martin Scharf über die Liste in den Landtag einzieht, blieb am Abend zwar offen. Im Moment rechne er noch mit gar nichts, sagte Scharf in einer ersten Reaktion. Dafür müsse man wohl den nächsten Tag abwarten. Mit seinem persönlichen Ergebnis jedenfalls sei er „super zufrieden“. Seine Partei habe einen „tollen Wahlkampf“ gemacht und hätte Präsenz gezeigt, etwa bei Infoständen oder Wahlversammlungen. „Das Ganze trägt dazu bei, dass dieses gute Ergebnis zustande gekommen ist“, sagte er. Auch die „sehr gute Politik“ in München habe daran ihren Anteil gehabt. Das AfD-Ergebnis hingegen sei „katastrophal“, so Scharf.

Reinhard Mixl, AfD

Auch der Schwandorfer AfD-Stadt- und Kreisrat Reinhard Mixl war einer der großen Gewinner des Abends. Bei den Erststimmen sicherte er sich 20,8 Prozent – das ist Platz drei nach der CSU und den Freien Wählern. „Ich bin überwältigt“, sagte der Kandidat in einer ersten Stellungnahme. Auch Mixl wusste zunächst nicht, ob er über die Liste in den Landtag einziehen wird. Er habe darüber noch keinen Überblick. „Das ist alles in der Schwebe.“ Für sein gutes Ergebnis nannte er den „Migrationswahnsinn“, das „Energiedesaster“ sowie die Inflation als Gründe. „Die Leute haben die Schnauze voll, jahrzehntelang angelogen zu werden“, sagte Mixl. Auch die „Umweltverschmutzung mit Wind- und Solarparks“ hat aus seiner Sicht einen Ausschlag geben. Das seien die „großen Schwerpunkte“ gewesen. Diese Themen wolle er in seiner Arbeit auch weiter verfolgen – ob mit oder ohne Landtagsmandat.

Peter Wein, SPD

„Das persönliche Ergebnis ist nicht zufriedenstellend, keine Frage“, sagte SPD-Direktkandidat Peter Wein. Das sei bitter, auch für ihn persönlich. Dennoch sei sein persönliches Ergebnis über dem Zweitstimmenanteil gelegen. „Auf niedrigem Niveau, aber trotzdem drüber.“ Mit Blick auf das Wahlergebnis der AfD sei das zweite große Thema für ihn der „Rechtsruck“, der zu spüren sei. „Das ist schon sehr, sehr bedenklich“, sagte Wein. Alle Demokraten müssten daran arbeiten, dass das Ergebnis weniger werde. Das schlechte Abschneiden der SPD führte er auf das gesamte Ergebnis seiner Partei zurück. „Man hängt da einfach ein bisschen am Landestrend mit dran“, sagte er. Die Themen, die die SPD gesetzt habe, seien zwar richtig gewesen. „Aber mit diesen Themen sind wir einfach nicht richtig durchgedrungen.“

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Hannah Quaas, Grüne

Die Grünen haben bei der Wahl deutlich verloren. Ihr persönliches Ergebnis liege im Rahmen dessen, „was wir erwartet haben“, sagte Direktkandidatin Hannah Quaas und blickte dabei auch auf die Stimmung, die im Wahlkampf vorgeherrscht habe. Dabei sei es weniger um sie als Person, sondern auch um Themen der Bundes- und Landespolitik gegangen. Es habe viel mehr Spaltung gegeben, die Stimmung sei hitziger gewesen. Was Quaas umtreibt, ist auch das Ergebnis der AfD. Sie kritisierte, dass „sowohl die CSU als auch die Freien Wähler das Lied der Rechtspopulisten mitgesungen haben und die AfD unglaublich gestärkt haben“. Das Ergebnis der AfD finde sie „persönlich ziemlich erschreckend“.

Alfred Damm, ÖDP

Das Abschneiden sei „natürlich nicht befriedigend“, sagte er zu seinem Ergebnis. Im Endeffekt sei es im Wahlkampf stark um eine Abrechnung mit der Ampel gegangen. Ökologische Themen seien in letzter Zeit „sehr, sehr negativ besetzt“ gewesen. „Ich glaube, dass sich das auch bei uns mit ausgewirkt hat“, stellte Damm fest.

Janette Stopkova, FDP

Einer der großen Verlierer des Abends war die FDP – sie flog aus dem Landtag. Als Direktkandidatin konnte sich Janette Stopkova 1,2 Prozent der Erststimmen sichern. „Ich habe mir natürlich schon ein bisschen mehr erhofft“, sagte sie. Viel trauriger aber mache sie das Ergebnis der AfD. Die FDP selbst habe „wirklich viel gemacht“, sagte sie. „Vielleicht lag es einfach daran, dass wir uns nicht besser verkaufen konnten.“ Das Programm der FDP in Bayern sei „eigentlich klasse“ gewesen. Sie seien wirklich dahinter gestanden, sagte Stopkova und bedauerte, „dass die liberalen Ideen bei dieser Wahl keinen Raum gefunden haben“.

Marian Janka, Linke

„Das ist schlecht“, sagte Marian Janka. Der Direktkandidat der Linken kommt auf einen Erststimmenanteil von 0,9 Prozent. Manchmal brauche man aber „für gute Politik“ einen „langen Atem“, sagte er. Dass sie durch den Wahlkampf neue Mitglieder gewonnen hätten, wertete er indes als positives Zeichen. Soziale Politik und Bildungspolitik müssten auch im Landtag „viel stärker“ gewichtet werden. Das Abschneiden liege nicht am Landesverband und an der Arbeit in der mittleren Oberpfalz. Vielmehr liege es teils an der Bundespolitik der Linken und den dortigen Streitereien, aber teils auch an bundespolitischen Themen, die den Wahlkampf überlagert hätten.

Ernüchterung herrschte am Abend bei der SPD in Schwandorf. Foto: Johannes Hartl
Die Grünen haben deutlich an Stimmen im Wahlkreis verloren. Foto: Randolf Alesch