Übung der Jugendfeuerwehren in Painten: Brand gelöscht, Kinder gerettet

Ein spannendes Übungsszenario erwartete die Jugendfeuerwehrleute des Landkreises Kelheim am Freitagabend. Sie nahmen an einer Großübung des Inspektionsbereiches Nord auf dem Gelände der Firma Rygol Dämmstoffe teil.
Organisiert wurde die Übung vom Markt Painten zusammen mit Kreisbrandmeister Wolfgang Weiß. Insgesamt waren 355 Teilnehmer, darunter rund 210 Jugendliche aus 27 Feuerwehren mit dabei, um für den Ernstfall zu üben.
Zu Beginn der Großübung rief der Kreisbrandmeister die einzelnen Feuerwehren per Funk auf und schilderte kurz die Ausgangslage: Kinder hätten in der Nähe des Firmengeländes gezündelt und einen Brand ausgelöst. Dabei stellte sich heraus, dass auch mehrere der Kinder auf dem Gelände vermisst wurden. Daraufhin rückten die Feuerwehren mit Blaulicht und Sirenen zu ihren Einsatzorten aus Ihrlerstein an, wo sie gesammelt auf die Anweisungen von Wolfgang Weiß gewartet hatten.
Wasser aus dem Löschteich
Die Übung wurde in vier Einsatzabschnitte unterteilt: Während drei Gruppen für die Brandbekämpfung zuständig waren, kümmerte sich ein Suchtrupp mit acht Suchhunden des BRK KV Kelheim sowie zwei Drohneneinheiten der Feuerwehren Kelheim und Abensberg um die Suche nach den vermissten Kindern.
Die angehenden Lebensretter bewiesen echtes Teamwork. Schnell und koordiniert wurden unzählige Feuerwehrschläuche ausgerollt und an die jeweiligen Wasserquellen – darunter einige Hydranten, sowie ein Löschteich – angeschlossen. Dann konnten die Löscharbeiten beginnen. Die Jugendfeuerwehrleute halfen sich gegenseitig und hatten eine Menge Spaß an der spannenden Übung.
Erste Großübung gemeistert
Auch diejenigen, die sich noch nicht lange bei der Jugendfeuerwehr engagieren, durften wichtige Aufgaben übernehmen. So auch der zwölfjährige Laurin. Er ist seit einem Monat mit dabei und überwachte die großen Schläuche. Auf ihnen lastet enormer Druck. Deshalb können sie sich jederzeit unkontrolliert bewegen, was schnell gefährlich sein kann. Laurin erzählt, dass er schon immer zur Jugendfeuerwehr wollte – ganz nach dem Vorbild seines großen Bruders.
Auch für die Zwillingsschwestern Anna und Franzi (13) war das die erste Großübung der Jugendfeuerwehr. Sie haben sich schnell in ihr neues Team eingelebt und konnten im Umgang mit dem schweren Feuerwehrschlauch gemeinsam ihre Kräfte unter Beweis stellen – und das mit Erfolg.
Verschiedene Szenarien kennenlernen
Zum Schluss lobte der Kreisbrandmeister Wolfgang Weiß die jungen Helden, die die Großübung mit Bravour gemeistert hatten: „Alle Übungsziele wurden schnell erfüllt, die vermissten Kinder wurden zügig gefunden und auch das Wetter hat heute sehr gut mitgespielt.“ Er erklärte, dass zu den Zielen solcher Großübungen für die Jugendfeuerwehr in erster Linie die Förderung der Kameradschaft gehöre. Die Kinder und Jugendlichen sollen erkennen, dass es Spaß macht, gemeinsam mit ihren alten und neu gewonnenen Freunden Leben zu retten und praktische Erfahrungen zu sammeln.
Auch der neue Kreisjugendwart Fabian Weyerts war mehr als zufrieden mit dem Verlauf der Übung und betonte, dass es essenziell wichtig sei, sich rechtzeitig um Nachwuchskräfte zu kümmern. Gerade die angehenden Feuerwehrmänner und -frauen sollten durch solche Großübungen unterschiedliche Szenarien kennenlernen, um bereits vor ihren ersten „echten“ Einsätzen für den Ernstfall vorbereitet zu sein. „Bei der Feuerwehr gibt es für jeden Platz, egal wer man ist und was man kann“, sagte Weyerts und rief alle Interessenten auf, sich bei ihren örtlichen Freiwilligen Feuerwehren zu melden. Bereits ab sechs Jahren könnten kleine Helden der Kinderfeuerwehr beitreten und sich anschließend ab zwölf Jahren in der Jugendfeuerwehr engagieren.




