„Kexi“ rollt durch den ganzen Landkreis – auch wenn der Start auf der Kippe stand

Von Martin Rutrecht · 2. Oktober 2023 um 19:00

Der Rufbus „Kexi“ rollt ab dem 4. Oktober 2023 durch den gesamten Landkreis Kelheim. Damit erfährt der bisher auf Kelheim und Neustadt a. d. Donau beschränkte Nahverkehr auf Abruf eine deutliche Ausweitung. Der Start stand durch die Insolvenz einer beauftragten Betreiberfirma beinahe auf der Kippe.

Einen „Festtag“ rief Landrat Martin Neumeyer am Montag (2. Oktober 2023) bei der Vorstellung des neuen Land-„Kexi“ am Kelheimer Niederdörfl aus. „Alle Kommunen des Landkreises sind angeschlossen“, sagte er. Mit vorerst zehn Kleinbussen bedient dieses öffentliche Nahverkehrs-System, das die Fahrgäste auf Bestellung befördert, ab Mittwoch ebenso viele Sektoren im Kreis. Insgesamt sind es rund 550 Haltepunkte, die nun angesteuert werden.

Die Sektoren sind nach Regionen definiert, zum Beispiel Riedenburg, Painten mit Bahnhof Deuerling oder Essing/Ihrlerstein/Kelheim. Der jeweilige „Kexi“-Bus verkehrt innerhalb dieses Sektors, über bestimmte Haltepunkte lässt sich das Gebiet auch wechseln. Als elfter Sektor kommt mit 1. November Mainburg/Wolnzach mit dem Bahnhof Rohrbach hinzu. Riedenburg sowie Painten/Deuerling werden von Montag bis Samstag von 6 bis 20 Uhr bedient, die anderen Sektoren vorerst nur von 8 bis 16 Uhr.

Vor zwei Wochen kam die Schocknachricht

Hintergrund dieser Einschränkung ist die Insolvenz eines durch den Landkreis beauftragten Betreibers. Nach der Ausschreibung ging der Zuschlag an Regionalbus Ostbayern (RBO) und deren Partner „CleverShuttle Südost GmbH“ aus Berlin, die deutschlandweit On-Demand-Pools betreibt – und Mitte September insolvent ging. „Unser Partner sollte alles Operative stellen, also Fahrpersonal oder IT-Ausstattung“, erklärte Michael Bloos, Niederlassungsleiter bei RBO, am Rande des Auftakts. Die RBO sprang ein und übernahm die Aufgaben von „CleverShuttle“. „Für uns wird das finanzielle Nachteile haben, aber nicht für den Landkreis“, versicherte Bloos.

Zwei Sektoren – eben Riedenburg und Painten – werden von der Kelheimer Firma Hierl betrieben, die ohne Probleme planmäßig startet. Insgesamt sind rund 50 Fahrer (auch in Teilzeit) erforderlich, um die Busse auf den Weg zu bringen.

Freie Fahrt mit Deutschland-Ticket

Kostenlos ist der Land-„Kexi“ für alle Fahrgäste mit einem Deutschland-Ticket. Ein Monatsticket kostet 349 Euro (ermäßigt 299 Euro). Bei einer Einzelfahrt werden 2,50 Euro als Grundtarif sowie 40 Cent (erm. 35) pro begonnenem Kilometer fällig. Gezahlt werden kann im Bus oder bei der Anmeldung über die App oder die Mobilitätszentrale. „Wichtig ist, dass man rechtzeitig den Besitz von Deutschland-Ticket, Ermäßigungen oder Wertmarke bei Schwerbehinderten angibt“, erklärte Anna Gottswinter von der Mobilitätszentrale.

1,7 Millionen Euro Kosten

Die Kosten für den Landkreis als Auftraggeber des Land-„Kexi“ bezifferten Neumeyer und Stefan Grüttner, Stabstellenleiter Mobilität im Landratsamt, mit 1,7 Millionen Euro pro Jahr. Die Hälfte davon werde durch Förderungen abgedeckt. „Dann gibt es die Einnahmen durch die Fahrpreise, so dass wir mit rund 700000 Euro an Belastung rechnen“, erklärte der Landrat.

Zum Startschuss stand das Finanzielle aber im Hintergrund. Bei Klängen einer Dixie-Band und Verköstigung glänzten die Land-„Kexi“-Busse in der Herbstsonne. Den heißesten Job hatte das neue „Kexi“-Maskottchen. Jonas Grüttner schwitzte unter dem Kostüm.

So bucht man den „Kexi“

Abruf: Wer den Bus buchen möchte, kann dies über die App (zu finden auf www.kexi.de) oder per Telefon unter 0800/9999800 (Montag bis Samstag von 6 bis 20 Uhr) tun. Der gewünschte Startort muss eine „Kexi“-Haltestelle sein.

Erste Fahrgäste erprobten die neuen Fahrzeuge.
Das Maskottchen ist auch neu.