Der zehnjährige Felix Pfeifer steht auf das Schlagzeug

An der Musikschule in Neustadt wählen Schülerinnen und Schüler oftmals das Klavier oder die Gitarre als Instrument. Der zehnjährige Felix Pfeifer zeigt, dass auch ganz etwas anderes Spaß machen kann.
Felix sitzt am Schlagzeug. Gerade hat seine Stunde bei Musikschullehrer Ron Sigl begonnen. Der zehnjährige Schüler zeigt gleich einmal, was er schon kann. Der Rhythmus, den der im seinen Drumsticks erzeugt, hört sich mehr als ordentlich an.
Seit drei Jahren spielt der junge Neustädter Schlagzeug. „Es ist cool“, beschreibt er mit kurzen, klaren Worten, was ihm an diesem Instrument gefällt. Um dann gleich etwas Fachliches nachzuschieben: „Es ist toll, dass man da beim Rhythmus viel variieren kann.“
Mit dieser Begeisterung gehört der Zehnjährige derzeit aber eher zur Minderheit der Musikschüler in Neustadt. „Seit zwei Jahren gibt es keinen neuen Schüler für Schlagzeug mehr“, beklagt Sigl. Bei weiteren Instrumenten sei die Situation laut Schulleiterin Christiane Hainzl ähnlich.
Es geht auch im Solo
Sie nennt im Gespräch mit der Mittelbayerische tiefe Bläser wie Posaune, Tuba, Saxofon und Klarinette – auch das Cello gehöre dazu. Dagegen seien Gitarre und Klavier weiter beliebt. Eine Gitarre sei oftmals schon im Haushalt vorhanden. Außerdem würden Menschen wohl oft davon ausgehen, dass Klavier und Gitarre gut als Solist geht, die anderen Instrumente nur gemeinsam in einem Orchester oder einer Band funktionieren.
Hier widerspricht Sigl. Wer will, könne ganz gut Spaß daheim alleine mit dem Schlagzeug haben, wenn er in keine Band will oder erst einmal keine findet. Mittlerweile gebe es sogar schon Konzertmitschnitte, bei denen das Schlagzeug herausgeschnitten sei. Mit dem Kopfhörer am Ohr könne man dann gut mitspielen.
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Felix muss für seinen bisherigen Erfolg beim Lernen keinen übermäßigen Aufwand betreiben. Einmal in der Woche übt er mit Sigl 30 Minuten. Dazu kommt tägliches Üben daheim – das können 15 Minuten sein, manchmal sei es länger. „Immer nach den Hausaufgaben“, betont er.
Mit einfachen Dingen starten
Sicherlich müsse man laut Sigl einiges lernen beim Schlagzeug. Mit der rechten und der linken Hand müssen oft gleichzeitig verschiedene Rhythmen gespielt werden, Füße und Hände kommen gemeinsam zum Einsatz. Aber das sollte einen Interessierten in den Augen von Sigl nicht abschrecken. Die Erfahrung zeige, dass man in relativ kurzer Zeit Rhythmen, wie sie etwa bei Rocknummern gebraucht werden, hinbekommt.
Hainzl ergänzt, dass es grundsätzlich nicht kompliziert ist. So müsse man zu Beginn auch keine Tonleitern lernen. „Ich fange mit einigen Noten an, der Tonraum des Schülers, der Schülerin wird dann erweitert“, erklärt die Schulleiterin. So gesehen sollten sich durchaus auch eher ältere Menschen, die Interesse haben, trauen.
Sicherlich gehe Felix nicht alles leicht von der Hand. Aber: „Wenn man es will, dann ist es auch nicht schwer“, lässt der junge Musiker wissen. Da hilft ihm sicher das Gefühl für Rhythmus, das seine Mutter Julia Pfeifer bei ihm nach eigenen Worten früh entdeckt hat. Sie habe selbst mehrere Instrumente gelernt.
Schon als kleines Kind
Felix habe schon als Kleinkind mit Tupaboxen getrommelt. Und so schickte sie ihn in die Musikschule, in der er den üblichen Weg durchschritt. Dieser beginne laut Hainzl mit der Früherziehung. Da habe Felix mehrere Instrumente ausprobieren können. „Beim Schlagzeug ist er dann hängengeblieben“, so die Mama.
Die Eltern erfüllten ihm dann den Wunsch und kauften ein Schlagzeug. Wobei er davor noch eine Probestunde bei Sigl absolvierte, zu der der Lehrer jeden Interessierten rät. Da sehe man schnell, ob es mit dem ausgesuchten Instrument funktionieren könne. Hainzl betont in diesem Zusammenhang, dass man an der Musikschule ab der dritten Schulklasse auch ohne Früherziehung ein Instrument lernen könne. Anfangs sei es auch möglich, sich das Instrument von der Musikschule auszuleihen.
Lärm ist schon ein Thema, was auch Felix weiß: „Das Schlagzeug ist laut“, bekennt er. Daheim sei es da gut, dass der Übungsraum sich im Keller befindet, wie seine Mutter betont. Mittlerweile gebe es aber technische Möglichkeiten, worauf Sigl hinweist. So gibt es elektronische Schlagzeuge, die leiser sind als traditionelle.
Die Musikschule
Schüler: Es gibt derzeit laut Schulleitung rund 300 Schülerinnen und Schüler im Alter von fünf bis 70 Jahren.
Instrumente: Es werden 20 Instrumente angeboten.
Lehrer: 12 angestellte Fachlehrkräfte unterrichten Instrumente und Gesang.