Wenn er erzählt, erblüht die Wüste: Rafik Schami beim Leseherbst in Regensburg

Große Geschichtenerzähler, Live-Musik und Flöhe im Ohr: Der Bücherherbst in der Regensburger Buchhandlung Dombrowsky
Eine besondere Performance gibt es zum Auftakt des Leseherbstes in der Buchhandlung Dombrowsky. Schauspieler Michael Haake setzt ein „Gedankenexperiment“ des Verfassungsexperten Maximilian Steinbeis in Szene (4. Oktober, 20 Uhr). In „Der Kanzler“ zeigt der Autor, wie Grundrechte unter den Augen aller ausgehöhlt und umgebaut werden, wie kurz der Weg von der Demokratie zur Diktatur ist. Steinbeis erkennt in den politischen Ereignissen in Ungarn, Russland und Polen Besorgnis erregende Muster. Sein Essay „Ein Volkskanzler“ hatte für Aufregung bis in Regierungskreise gesorgt.
Robert Hasleder und Thomas Pielmeier, „The Weary Gentlemen“, beackern das weite Feld von Folk und Blues (6. Oktober, 20 Uhr). Hasleder, als „vielsaitiger“ Instrumentalist in regionalen Formationen wie Trio Salato, als Studiomusiker und Arrangeur gefragt, stellt auch eigene Songs vor.
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Jarka Kubsova erzählt in „Marschlande“ von Abelke Bleken (18. Oktober, 20 Uhr). Die Frau führt um 1580 im Hamburger Marschland einen Hof und versucht, sich gegen ihre Nachbarn zu behaupten, in einer Zeit, die für unabhängige Frauen lebensgefährlich ist. Fast 500 Jahre später stößt Britta Stoever auf das Leben von Abelke Bleken, auf Ausgrenzung und Ungerechtigkeit, die beängstigend aktuell ist,
Konstantin Maria Ferstl , Regisseur, Autor und Musiker aus dem Altmühltal, liest aus „Die blaue Grenze“ (26. Oktober, 20 Uhr). Der Debütroman des Niederbayern, der in Rom, München und der Hallertau lebt, erhielt für seinen Debütroman das Münchner Literaturstipendium.
Über eine Leichenfundortreinigerin
Milena Michiko Flašar, in St. Pölten als Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters geboren, stellt . Ihre Romane wurden ausge „Oben Erde, unten Himmel“ vor (10. November, 20 Uhr). Im Zentrum steht die junge Suku, die einen neuen Job antritt: Sie wird Leichenfundortreinigerin.
Thomas Willmann führt seine Leser, nach seinem großen Erfolg „Das finstere Tal“, verfilmt mit Tobias Moretti, nun ins Wien von 1753 (15. November, 20 Uhr). „Der eiserne Marquis“erzählt vom Gelingen und Scheitern beim Versuch, Gottes Schöpfung zu rekonstruieren.
Heribert Prantl, großer Journalist und engagierter Zeitzeuge, schreibt in „Mensch, Prantl – ein autobiographisches Kalendarium“ schreibt er über sein Leben als Richter und Redakteur, als Kommentator, Interviewer und Buchautor (18. November, 20 Uhr).
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Die Jüdische Gemeinde Regensburg und die Buchhandlung Dombrowsky holen Lena Gorelik in die Synagoge am Brixener Hof (22. November, 20 Uhr). Die Trägerin des Marie-Luise-Fleisser-Preises 2023 liest in der Reihe „Jüdische Frauen“ aus ihrem autobiographischen Roman „Wer wir sind“, in dem es um ihre Kindheit in Sankt Petersburg und ihre Erfahrungen in Deutschland geht.
Große Erzähler sind im Theater am Bismarckplatz zu Gast: Rafik Schami breitet in Kooperation von Dombrowsky und den Kulturoptimisten seinen fliegenden Teppich der Poesie aus (2. Dezember, 19.30 Uhr): mit seinem Buch „Wenn Du erzählst, erblüht die Wüste“. Axel Hacke liest und erzählt, auch aus dem neuen Buch „Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte“ (27. Dezember, 19.30 Uhr). Uwe Timm schildert in „Alle meine Geister“ präzise und poetisch über seine Lehrjahre als Kürschner (27. Januar, 19.30 Uhr). Durs Grünbein berichtet in „Der Komet“, die der Nationalsozialismus jedes einzelne Leben beeinflusste, am Beispiel von Dora W., die mit 16 Mutter wird und mit 25 den Feuersturm von Dresden erlebt (1. Februar, 19.30 Uhr).
An Kinder richtet sich die Reihe „Floh im Ohr im Ostentor": Autoren, Illustratoren oder prominente Vorleser führen junge Lesebegeisterte durch ihre Phantasiewelten.
Alle Details: dombrolit.de
