Brandunglück im Bayerischen Hof in Rimbach: Noch sind die Folgen unübersehbar

Im Hotel Bayerischer Hof war am Montag gegen 19.30 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Ein Großaufgebot von über 300 Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdienst war vor Ort. Knapp 200 Personen, davon 172 Urlaubsgäste, mussten evakuiert werden.
Die Gäste waren zunächst in die Sporthalle gebracht worden. Ein Teil verbrachte die Nacht in den Klassenzimmern der Hohenbogen-Grundschule. Aus diesem Grund war der Unterricht am Dienstag ausgefallen.
Der Brand war, wie die Polizei Bad Kötzting in den frühen Morgenstunden des Dienstags mitteilte, in einem ehemaligen Billardraum, der als Abstellraum genutzt wird, ausgebrochen und griff dann auf das Erdgeschoss des älteren Hoteltraktes über.
Wie PI-Leiter Christian Pongratz auf Nachfrage am Dienstagnachmittag informierte, konnte die Ursache des Feuers noch nicht festgestellt werden. Der betroffene Hoteltrakt ist bis auf Weiteres polizeilich gesperrt. Ersten Schätzungen zufolge dürfte der Sachschaden im siebenstelligen Bereich liegen. Der Hotelbetrieb muss eingestellt werden. Vertreter des Landratsamtes und der Lebensmittelüberwachung stellten erhebliche Ruß- und Rauchsschäden im Gastronomie- und Küchenbereich fest, so Pongratz.
Ein Anliegen ist ihm, das Verhalten der Urlauber zu loben. Viele Gäste dankten den Einsatzkräften und Verantwortlichen für die schnelle Hilfe und kompetente Betreuung in der Notunterkunft.
Sieben Leichtverletzte
Sieben Personen waren durch das Feuer leicht verletzt worden. Fünf Gäste mussten wegen Rauchintoxikation, Kreislaufproblemen und Atemnot behandelt werden, drei davon wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, zwei wurden ambulant versorgt, ebenso wie zwei Feuerwehrleute, so die Polizei.
Mario Mischok, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Rimbach, hat, kurz nachdem die Brandmeldeanlage des Hotels ausgelöst hatte, eine die immense Rauchentwicklung beobachtet und eine Großalarmierung (Alarmstufe B4 „Gebäude hohe Personenzahl Hotel“) in die Wege geleitet.
Wie er bei der Pressekonferenz am Montagabend erläuterte, war es zunächst extrem schwierig, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte aus Rimbach hatten die Mitarbeiter schon mit der Evakuierung begonnen. Einsatzkräfte des BRK-Rettungsdienstes und der Feuerwehr brachten dann alle Hotelgäste und Angestellte aus dem Gebäudekomplex, so die Mitteilung der Kreisbrandinspektion.
Hitze erschwerte die Löschversuche
Die Feuerwehren hatten unterdessen den Brandherd ausfindig gemacht. Die ersten Löschversuche wurden durch die enorme Hitze unterbrochen. Temperaturen weit über 800 Grad Celsius ließen den eingesetzten Trupps teilweise keine Möglichkeit, den Brandherd zu erreichen. Es wurden von weiteren Gebäudeseiten Atemschutztrupps in die Innenräume geschickt, um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Die enorme Hitze und der massive Rauch brachten die Feuerwehrleute an den Rand der Erschöpfung.
Laut Kreisbrandrat Michael Stahl waren 245 Feuerwehrfrauen und -männer im Einsatz. 50 Fahrzeuge der Feuerwehren waren nach Rimbach gekommen. 20 Atemschutztrupps (insgesamt 40 Personen) war im Dauereinsatz. Zehn weitere Trupps standen zur Unterstützung bereit.
Der Keller, in dem das Feuer ausgebrochen war, sei schwierig und sehr verwinkelt. Die Flammen und die große Hitze machten den Einsatz sehr kompliziert. Schließlich war es gelungen, den Brand unter Kontrolle zu bekommen und zu löschen. Die Gefahr des Wiederaufflammens war hoch, sodass Atemschutztrupps unter schwersten Bedingungen die Löscharbeiten vornahmen, um ein erneutes Ausbrechen zu verhindern. Zudem musste Löschwasser aus dem Keller gepumpt werden.
Drei Drehleitern waren vor Ort. Den Einsatz unterstützte die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung aus Arrach mit Leiter Martin Silberbauer, so die Mitteilung der Kreisbrandinspektion. Die große Aufgabe war zudem, die Räume mit Großraumlüftern rauchfrei zu bekommen und dabei zu verhindern, dass der Rauch in die unversehrten Stockwerke des Hotels gelangt. Das Gebäude war über mehrere Stunden belüftet worden. Die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehren wurden gegen 23 Uhr aus dem Einsatz entlassen. Die Rimbacher Wehr blieb vor Ort zur Brandwache.
Größter Betreuungseinsatz der vergangenen Jahre
Neben den zahlreichen Einsatzkräften der Feuerwehr war auch die des BRK-Rettungsdienstes stark gefordert. Sie wurden von Tobias Muhr koordiniert. Wie der Katastrophenschutzleiter – er fungierte als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst – berichtete, rückte das Rote Kreuz mit etwa 25 Fahrzeugen aus, darunter zehn Rettungs- und fünf Krankenwagen. Daneben waren diverse SEG-Einheiten vor Ort. Hinzu kamen drei Notärzte sowie Leitender Notarzt Stefan Enderlein, heißt es von Seiten des BRK.
Das BRK, Muhr sprach von einem der größten Betreuungseinsätze der vergangenen Jahre, kümmerte sich um die Evakuierung der Hotelgäste und danach um die Verpflegung. Sie gaben Kaffee, Tee sowie Kaltgetränke aus. Sogar für Hundefutter – einige der Gäste hatten ihre Vierbeiner dabei – war gesorgt. Nur wenige Gäste konnten in ihre Zimmer zurück.
Klassenzimmer wieder frei
Den Aufbau der Betten in den Klassenzimmern der Grundschule, auch Rektor Michael Prager war nach Rimbach gekommen, um Bürgermeister Heinz Niedermayer organisatorisch zu unterstützen, hatten die BRK-Kräfte übernommen. Sie begleiteten die Gäste, die zunächst in der Turnhalle betreut worden sind, gegen 0.30 Uhr in ihre Notunterkünfte und halfen am Tag danach beim Rückbau. Wie Niedermayer sagte, haben auch die Bauhofmitarbeiter, Gemeindeangestellte, Feuerwehr-Kräfte mit angepackt. Der Unterricht kann ab diesem Mittwoch wieder ohne Beeinträchtigung stattfinden.
Auch Landrat Franz Löffler war am Montag gegen 22 Uhr nach Rimbach gekommen. Das Wichtigste sei, dass alle Personen mehr oder weniger gesund sind, sagte der Landrat auf der Pressekonferenz. Die Rettungskette habe sehr gut funktioniert, der Einsatz sei sehr professionell verlaufen, lobte er die ehrenamtlichen Einsatzkräfte und dankte ihnen. Dem schloss sich auch Rimbachs Bürgermeister an.







