Prüfeninger Schlossgarten in Regensburg bleibt dauerhaft als Biergarten erhalten

Jahrelang war der Prüfeninger Schlossgarten. Seit Mai haben die Regensburger den beliebten Biergarten zurück – und dabei bleibt es auch.
Auch das ist ein Erfahrungswert: „Von Brezen und Pommes hab ich nach einer Saison im Biergarten erst einmal genug“, sagt Werner Zapf. Rein ernährungstechnisch war er in den vergangenen Monaten also offenbar recht einseitig unterwegs. Sehr vielfältig war und ist hingegen das Konzept, mit dem er, sein Geschäftsführer-Kollege Johannes Damjantschitsch und das gesamte Team der HTWGmbH den Regensburgern den Prüfeninger Schlossgarten zurückgegeben haben.
Nach jahrelanger Pause war das Kleinod im Stadtwesten in diesem Sommer erstmals wieder regulär als Biergarten geöffnet. Obwohl die HTW GmbH neben den Geschäftsfeldern Konzerte und Veranstaltungen auch die Gastronomie im Portfolio hat und seit Jahren das Degginger in der Wahlenstraße betreibt, war der Respekt vor diesem Projekt groß. „Wir waren ja Biergarten-Rookies, es gab viel zu lernen“, beschreibt Zapf die Ausgangsposition. Noch bevor am kommenden Sonntag die erste Saison endet, weiß er: „Wir sind positiv überrascht, es ist wirklich gut gelaufen.“
Prüfeninger Schlossgarten: Ein klassischer Biergarten
So hat es sich bewährt, im Schlossgarten wieder das urbayerische Biergarten-Prinzip zuzulassen – nämlich das Mitbringen von eigenen Speisen zu erlauben. Diese in Regensburg längst in Vergessenheit geratene Tradition hätten die Gäste gerne aufgegriffen, erzählt Damjantschitsch. „Und es gab dabei keine Auswüchse. Niemand hat einen Grill aufgestellt oder den Pizza-Lieferdienst bestellt.“
Gleichzeitig lief auch der Essensverkauf im Biergarten selbst so gut, dass die anfangs nur auf Brotzeiten beschränkte Speisekarte nach und nach erweitert wurde. Am allerbesten „geschmeckt“ hat den Gästen jedoch etwas Unbezahlbares. „Den Leuten, vor allem denen hier im Viertel, hat in den Jahren ohne Biergarten einfach etwas gefehlt. Das haben wir immer wieder zu hören gekriegt“, sagt Damjantschitsch. Zapf ergänzt: „Es ist den Leuten sehr wichtig, dass die Tore hier nicht mehr verschlossen sind.“
Um sie dauerhaft offen halten zu können, wird weiterhin ein Mischkonzept verfolgt. Das klassische Biergarten-Geschäft ist die Basis, darüber hinaus wird der Schlossgarten aber auch für andere Veranstaltungen genutzt. In diesem Sommer waren das beispielsweise zwei ausverkaufte Konzerte von Dicht & Ergreifend mit jeweils 1500 Zuhörern oder eine Betriebsfeier der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (Medbo) mit 4000 Gästen. Ein Winterprogramm mit mehreren Eisstock-Bahnen, Weihnachtsbäckerei, Christbaumverkauf und einem großen Zelt für Weihnachtsfeiern ist ebenfalls wieder geplant.
Die Weichen zur dauerhaften Fortführung dieses Konzepts sind bereits gestellt. So hat die HTW GmbH einerseits ihren Pachtvertrag auf unbestimmte Zeit verlängert und sich andererseits mit Konstantin Morjan und Igor Pawlow als zusätzliche Gesellschafter personell verstärkt. Morjan ist Experte für die Bereiche Veranstaltungen, Kultur und Marketing und dem Degginger-Team bereits seit einer Kooperation beim Kultursommer 2021 eng verbunden, der frühere Eisbären-Trainer Pawlow ist in der (mit Aushilfen) weit über 70Mitarbeiter starken HTW-Belegschaft für Themen wie Motivation, Teambuilding und Arbeitsklima zuständig.
Arbeit an Genuss-Ideen
Schon als EVR-Coach war er Stammgast im Degginger. „Das war vom Ambiente her seit jeher das beste Lokal für mich“, sagt er und schwärmt vom Prüfeninger Schlossgarten sogar noch mehr: „Es ist wichtig, das Leben zu genießen – das wollen wir den Leuten an diesem tollen Ort ermöglichen. Dafür arbeiten wir mit immer neuen Ideen.“