Ärger um Bauprojekt am Kanalweg in Neumarkt: Bauträger kam nicht zum Anhörungstermin

Es steht immer wieder in der Diskussion – und kommt vor allem bei den Anwohnern nicht gut an: Das Bauprojekt des Bauträgers Klebl am Kanalweg in Neumarkt. Bei der Stadt fand nun ein Anhörungstermin statt. Allerdings war zu diesem der Bauträger nicht erschienen. Dieser erklärt nun die Hintergründe.
Es sei „keine böse Absicht“ gewesen, dass von Seiten der Firma Klebl niemand an dem Anhörungstermin teilgenommen habe, teilt Firmenchef Werner Klebl mit. Der zuständige Mitarbeiter sei derzeit in Urlaub. Er selbst habe zwar die jeweiligen Anzeigen der Stadt in den Zeitungen gesehen, jedoch nicht registriert, dass ein Anhörungstermin vorgesehen sei.
Ihm sei nur bewusst gewesen, dass das Unternehmen bis zum 22.September eine Stellungnahme zum Bebauungsplanentwurf abgeben solle, so Klebl. „Für ein Gespräch mit den Anliegern stehen wir natürlich jederzeit zur Verfügung.“ Unter anderem stören sich Anlieger daran, dass das Gebäude um ein viertes Stockwerk aufgestockt werden soll.
Bebauungsplan in der Stadtverwaltung verzögert
Im Oktober 2017 habe die Firma den Bauantrag für die Wohnanlage mit sämtlichen Nachbarunterschriften eingereicht, erklärt Klebl. Nach einem Besprechungstermin mit der Bauverwaltung habe Oberbürgermeister Thomas Thumann im März 2018 schriftlich mitgeteilt, dass das Projekt im Rahmen eines kleinen Bebauungsplans ermöglicht werden solle.
Daraufhin habe das Unternehmen im Zuge des Neubaus des Amts für Landwirtschaft den Bau der Tiefgarage vorgezogen. Die Aufstellung des Bebauungsplans habe sich nach Angabe der Bauverwaltung der Stadt wegen Überlastung verzögert.
Die Unternehmensgruppe sei nach Auskunft eines auf öffentliches Baurecht spezialisierten Professors der Ludwigs-Maximilian-Universität in München nach wie vor der Meinung, dass eine Genehmigung nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches möglich wäre – also auch ohne Bebauungsplan.
Anwohner am Kanalweg stoßen sich auch daran, dass es durch den Bau in dem ohnehin schon relativ engen Wohnumfeld noch enger werde. Es sei richtig, dass das Projekt mit 38 Wohneinheiten „eine gewisse Verdichtung darstellt“, so Klebl. Diese sei aber „nach unserer Auffassung wegen der Innenstadtnähe und der Lage zwischen Neuem Markt und Krankenhaus verträglich“.
Mehr Parkplätze als nötig geplant
Die Traufhöhe der Anlage entspreche wegen des um zwei Meter zurückgesetzten Penthaus-Geschosses den teilweise in der Nachbarschaft vorhandenen Gebäuden mit Satteldach und ausgebautem Dachgeschoss. Die noch nicht beantragte Aufstockung des AELF-Gebäudes würde eine Gebäudehöhe erreichen, die etwa dem an der Nürnberger Straße schräg gegenüber laut rechtskräftigem Bebauungsplan vorgesehenen Boardinghaus entspreche.
Die Anzahl der vorgesehenen 93 Parkplätze in der Tiefgarage und oberirdisch erscheine in Anbetracht der Innenstadtnähe und der vergleichsweise kleinen Wohnungsgrößen ausreichend, so Klebl – auch hier hatten Anwohner ihre Befürchtung vorgetragen, dass die geplante Anzahl der Parkplätze nicht ausreichend sei, weil ohnehin schon viele Autos auf der Straße parkten. Laut Klebl seien es jedoch sogar zwölf Parkplätze mehr als nach der Stellplatzverordnung vorgeschrieben.
Bei dem Projekt handle es sich außerdem nicht um ein Bauträgerprojekt mit dem Verkauf von Eigentumswohnungen, sondern um eine Mietwohnanlage die im Bestand verbleibe, so Klebl.