Zustimmung im Bausenat: Bionorica und Klebl dürfen weiter wachsen

Von Nicole Selendt · 25. Juli 2023 um 16:02

Der Bausenat des Neumarkter Stadtrats hat sich mit Bauanträgen zweier Neumarkter Unternehmen beschäftigt. Bionorica plant, Produktion und Verwaltung weiter auszubauen, Klebl will mehr regenerative Wärme erzeugen.

Die Bauanträge der beiden Firmen seien deutliche Bekenntnisse zum Standort Neumarkt, die es zu unterstützen gelte, sagte OB Thomas Thumann. Auch ein Beschluss zum Rahmenplan für die Weiterentwicklung der Ingolstädter Straße, mit dem sich der Bausenat in einer seiner vorherigen Sitzungen beschäftigt hatte, stand am Montag auf der Tagesordnung.

Die Firma Bionorica SE will an ihrem Standort an der Kerschensteinerstraße in Neumarkt sowohl technisch als auch baulich aufrüsten. So beantragte das Unternehmen unter anderem eine Erlaubnis zum Bau eines neuen Gefahrstofflagers, zur Erweiterung des Hochregallagers und einiger herstellungsrelevanten Anlagentechniken, wie es im Bauantrag heißt. Dafür müssen alte oder zu kleine Gebäude ganz oder teilweise abgerissen werden.

OB Thumann zeigte sich erfreut über die Pläne Bionoricas in Neumarkt. Erst kürzlich habe Firmenchef Michael Popp ihm im Rahmen einer Jubiläumsfeier Investitionen im dreistelligen Millionenbereich am Standort angekündigt. Gehemmt werde das Wachstum des Unternehmens, wie Popp zu Thumann gesagt haben soll, nur durch die begrenzte Verfügbarkeit der pflanzlichen Rohstoffe, die Bionorica für die Herstellung seiner Arzneimittel benötigt.

Rohbau von Bionorica wird fertiggestellt

Das Unternehmen hatte zuletzt diverse Zulassungen pflanzlicher Arzneimittel in neuen Märkten wie Frankreich, Spanien, Griechenland, Rumänien, der Türkei und Ägypten erhalten. Daher brauche es die erweiterten Produktions- und Lagerkapazitäten, um den geplanten Ausbau der Geschäftsaktivitäten in diesen Märkten auch entsprechend abzusichern, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unseres Medienhauses mitteilte. Und dazu gehöre auch das Verwaltungsgebäude, dessen Bau zwar begonnen, jedoch mitten in der Corona-Pandemie im Jahr 2021 wieder gestoppt worden war.

Bedingt durch die Pandemie habe das Thema „Hybrides Arbeiten“ bei Bionorica eine neue Gewichtung erfahren, wie die Sprecherin weiter erklärte. Vor diesem Hintergrund sei eine aktualisierte Berechnung benötigter Bürokapazitäten erfolgt und die Raumgestaltung so überarbeitet worden, dass den Mitarbeitern im neuen Verwaltungsgebäude einerseits ein funktionales Arbeiten ermöglicht wird, andererseits zusätzlicher Freiraum für „kommunikationsfördernde Elemente für den persönlichen Austausch“ entsteht. Dementsprechend seien die Bauarbeiten am Rohbau vor einigen Wochen wieder aufgenommen worden. Die Mitglieder des Bausenats erteilten dem Vorhaben von Bionorica SE einstimmig ihr Einvernehmen – ebenso wie einem Bauvorhaben der Firma Klebl, die ihre Heizungsanlage am Betonfertigteilwerk an der Gößweinstraße nahe des Stadtteils Lähr ausbauen will.

Mehr regenerative Wärme für die Klebl GmbH

Dort werde derzeit über einen Hackgutkessel und einen Ölkessel Wärme produziert, wobei Öl nur zur Abdeckung der Lastspitzen gebraucht werde. Doch der Wärmebedarf sei durch die Erweiterung des Werksgelände zuletzt gestiegen. Daher möchte die Klebl GmbH ein neues Heizhaus mitsamt zweitem Hackgutkessel und Pufferspeichern errichten. Als Brennstoff dienen hauptsächlich Schalungsplatten und Kanthölzer, die in der Produktion nicht mehr verwendet werden können. Diese werden von Fremdstoffen befreit und in einem betriebseigenen Zerkleinerer zu Holzhackschnitzeln verarbeitet. Falls dies nicht ausreichen sollte, werden Hackschnitzel aus Stammholz zugekauft, wie der Sitzungsvorlage des Bausenats zu entnehmen war. CSU-Stadtrat Ferdinand Ernst regte an, als Zeichen der Wertschätzung für die beiden Neumarkter Firmen eine Betriebsbesichtigung für interessierte Stadträte zu organisieren.

Ingolstädter Straße soll umgestaltet werden

Zustimmung erteilte das Gremium auch dem Rahmenplan für die Ingolstädter Straße, den die Bauverwaltung den Stadträten bereits im April vorgelegt hatte. Dieser sieht grob vor, vor allem im südlichsten Teil des Areals – dort, wo Gewerbe angesiedelt ist und wo an den Bahngleisen viele unbebaute Flächen das Bild dominieren – das Entwicklungspotenzial der Straße zu nutzen.

So sollen dort zum Beispiel Bürogebäude die Straße vom Bahnlärm abschirmen. Auch soll der Anteil von Grünflächen deutlich erhöht werden, um eines der Eingangstore zur Stadt, wie es in der Aprilsitzung des Stadtrats hieß, entsprechend aufzuwerten.