Grundschule Abensberg: Neuer Schuleingang sorgt für Unmut

Schulrenovierung: Für mehr Platz auf dem neuen Pausenhof musste ein Stück Bürgersteig gesperrt werden. Vor dem Eingang ist des deshalb derzeit noch etwas chaotisch – für viele Eltern ein Aufregerthema.
Es ist Donnerstag, viertel nach zwölf. Eine Traube von Eltern und Großeltern wartet vor dem Bauzaun an der Grundschule auf ihre Kinder und Enkelkinder. Die Aufregung ist groß, „unmöglich“ ist zu hören, viele Eltern sind erbost. Der Bauzaun gibt nur eine kleine Öffnung frei, durch die sich ein paar Minuten später unzählige Kinder quetschen, davor und in der Öffnung stehen die wartenden Eltern und Großeltern.
Die Grundschule wird renoviert und acht Klassen werden in den nächsten zwei Jahren im Container unterrichtet (wir berichteten), dann wird gewechselt und die nächsten acht Klassen sind an der Reihe. Weil der ehemalige Pausenhof zur Baustelle wurde, müssen nun die 420 Kinder mit einer relativ kleinen Pausenfläche rund um die Container auskommen. Ein Stück vom Bürgersteig, der an der Schule vorbeigeht, musste dafür weichen. Deshalb müssen die Kinder nun zweimal die Straße überqueren, direkt am Schulhaus oder am Containergebäude vorbei führt kein Weg mehr.
„Am ersten Schultag war es wirklich eine turbulente Verkehrssituation“, räumt Rektorin Andrea Brandl ein. Sie erreichen diese Tage viele Beschwerden von Eltern, die sich um ihren Nachwuchs sorgen. Seit Donnerstag früh stehen zwei Schülerlotsen am Morgen an der Kreuzung, mittags helfen noch die Lehrer und Schulangestellten aus, ältere Schülerlotsen würden dringend gebraucht.
Rektorin rät: Am Besten ohne Auto
Das sind auch die Zeiten, in denen der Verkehr an der Römerstraße am dichtesten ist. „Manche Eltern lassen ihr Kind mitten auf der Straße rausspringen und gefährden damit auch andere Kinder“, sagt Brandl. Ihr Appell: am Besten ganz aufs Auto verzichten. Und wenn es nicht anders geht, gebe es weiter vorne, beim Kindergarten, Parkbuchten.
In den ersten Tagen warteten noch viele Eltern auf dem Gelände des neuen Pausenhofs, „aber den brauchen wir als Sammelplatz für die Bus- und die Mittagsbetreuungskinder“, sagt Brandl. Nun stehen sie draußen, direkt am Eingang, manche haben einen Kinderwagen dabei, es gibt wenig Platz für sehr viele Menschen, an der Straße ein stetig vorbei ziehendes Band an Autos und Bussen. Ein Autofahrer hält am Rand und wartet auf sein Kind.
Zweimal queren statt auf der Straße gehen
Dann kommen die Grundschüler heraus, sie müssen die Straße queren, um drüben, bei der Brauerei Kuchlbauer am Gehweg entlang gehen zu können, „der sicherste Weg ist halt nicht immer der kürzeste“, sagt Brandl, „der Weg wurde im Vorfeld so von der Polizei abgenommen“. Eine mobiler Fahrbahnteiler soll das Queren erleichtern. Aber nicht jeder nutzt den Übergang. So mancher drückt sich am Zaun entlang, geht auf der Straße, teils sogar mit dem Kinderwagen.
„Warum öffnen die den Pausenhof nicht wenigstens zu den Stoßzeiten“, fragt sich Stadträtin Claudia Ziegler, die gerade ihr Enkelkind holen möchte, „und warum lässt man den Bürgersteig nicht ein Stück weit offen?“ Ein verengter Bürgersteig würde die Eltern dazu verleiten, ihn zu benutzen, „das wäre gefährlicher als jetzt“, sagt Brandl, „eine andere Lösung gab es einfach nicht“.
Aber zumindest für die Buskinder, die kurz darauf im Gänsemarsch über die Straße geführt werden, gibt es ab kommende Woche eine andere Lösung: „Die werden dann durch eine Einhausung gefahrlos von der Grundschule über den alten Pausenhof bis zum Bus geleitet“, sagt Brandl.