Die Schule im „Containermodus“: Bis zum Ferienende wurde in den neuen Räumen gewerkelt

Von Lucia Pirkl · 11. September 2023 um 11:00

In den nächsten vier Jahren wird die Grundschule Abensberg eine Baustelle sein. Klassenräume mussten deshalb ausgelagert werden. Mit Hochdruck bereitet man sich auf einen guten Schulstart vor.

Wie hält die Uhr nur an der Wand? Keine leichte Aufgabe, wenn man keine Nägel in die Wände hauen kann. „Dafür haben wir jetzt lauter magnetische Wände in den Klassenzimmern, mit Magneten kann man da ganz viel aufhängen“, sagt Rektorin Andrea Brandl scherzend.

Zum Scherzen war ihr in den vergangenen Wochen wenig zu Mute, „ihre“ Grundschule wird in den kommenden Jahren einmal auf links gedreht, wird zur Riesenbaustelle. Überall stehen Umzugskartons herum, Baggerlärm ist zu hören. Aber Brandl und Ramona Stuhlmüller, die derzeit ihren Kollegen Blerim Syla vom Bauamt vertritt, sind kurz vor Schulstart guter Dinge.

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50 Einzelcontainer werden in den kommenden vier Jahren die Schüler beherbergen, die im alten Schulhaus während der Umbauarbeiten keinen Platz mehr haben. Alle fünf ersten Klassen und drei zweite Klassen sind hier untergebracht, dazu kommt das Lehrerzimmer, eine Lehrerküche, die Technikzentrale, die komplette Verwaltung. „Die große Herausforderung war die Zeit“, sagen Brandl und Stuhlmüller.

Handwerker arbeiten in der Nacht

Die Arbeiten laufen kurz vor Ferienende auf Hochtouren. Eine Umzugsfirma schleppt die letzten Möbel herein, Handwerker erledigen noch die letzten anfallenden Arbeiten, werkeln sogar in der Nacht und draußen ist der Bauhof noch damit beschäftigt, den „neuen“ Pausenhof bis zum Schulstart optisch ansprechend zu gestalten, „und das nachdem sie beim Gillamoos schon voll eingespannt waren und auch noch Urlaubszeit ist“,, sagt Brandl, „aber wir sind auf der Zielgeraden. Zu Beginn der Woche waren wir noch nicht so zuversichtlich, dass das vor dem Schulstart alles klappt.“ Jetzt sind sie und Stuhlmüller davon überzeugt: Es wird klappen.

Und vor allem wird es schön werden, ist die Rektorin überzeugt. Eltern hätten Vorbehalte gehabt, wie das nun würde, wenn ihre Schützlinge in den Container müssen. Aber die gute Nachricht ist: Was außen nach Container aussehen mag, innen sind es ganz normale, vor allem sehr helle Klassenzimmer, ausgestattet mit der neuesten Technik: „Wir haben hier auch die digitalen Boards hier Klimaanlagen und freilich Heizung.“ Akustiksegel sollen den Lärm in den Klassenzimmern noch mehr dämpfen. In die Gänge kommen Spinde statt Garderoben, „da hätte es Vorbehalte wegen des Brandschutzes gegeben“, sagt Stuhlmüller.

Noch sind die Wände in den Gängen kahl, „aber die wollen wir dann gemeinsam mit unseren Schülern gestalten“, sagt Brandl. Von den Klassenzimmern aus blickt man auf eines der Brauereigelände und auf ländliche Idylle. In einem Zweitklasszimmer hängen schon fröhliche Bilder an der Wand, ein schöner Teppich lädt zum Morgenkreis ein.

Schüler wechseln nach zwei Jahren in neu renovierte Räume

Nach zwei Jahren, wenn der erste Bauabschnitt dann fertig ist, wechseln die Schüler vom Container in ein neu renoviertes Schulgebäude. Im alten Trakt, der dann im zweiten Bauabschnitt renoviert wird, sind die restlichen Schüler untergebracht. Hier öffnet sich jetzt zum Schulstart eine spinnenumwobene Tür, die viele Jahrzehnte zu blieb. Der Schuleingang von 1913 ermöglicht den Zugang zum neuen Pausenhof.

Innen, im alten Gebäude, dürfen sich die Viertklässler in ihren Räumen unter dem Dach über einen tollen Rundumblick über die ganze Stadt freuen: „Hier soll nach dem Renovieren ein Kreativatelier entstehen“, sagt Brandl. Dass die Schüler auch im Bestandsgebäude nichts von den laufenden Bauarbeiten mitbekommen, dafür sorgen Trockenbau- und Brandschutzwände. Und was ist mit den Wänden in den Containerklassenzimmern und vor allem mit der Uhr? „Da gibt es ganz gute Magnete, die auch 20 Kilo standhalten“, versichert sie der Klassenleiterin, die gerade ihr Zimmer für die Kinder vorbereitet.

Mindestens vier Jahre lang werden die Container einzelne Klassenräume ersetzen.
Vergangene Woche säumten noch viele Umzugskartons die Flure.
Der alte Pausenhof ist jetzt eine Baustelle. Der neue Pausenhof ist vor den Containern.