Noch keine Ferien für den Hausmeister: An den Schulen in Abensberg geht es noch rund

Von Lucia Pirkl · 6. August 2023 um 11:00

Während die Kinder die schulfreie Zeit genießen, herrscht in der Mittelschule noch reger Betrieb.

Wenn er in der Früh Busaufsicht in der Grundschule hat, kann es schon einmal passieren, dass Christian Häckl die Kinder ein Liedchen singen lässt. Ein bisschen Stimmung muss schon sein, findet der Hausmeister, und so hat man die Müden, die Unruhigen, die gerne Blödsinn machen, und auch die Aufgeweckten am Besten im Blick.

Die Busaufsicht, die macht in den kommenden Wochen Pause. Für alle anderen Arbeiten aber, die rund um so ein Schulhaus anfallen, ist jetzt die beste Zeit. Kein Druck, um ja vor Unterrichtsbeginn den Wasserhahn im Klassenzimmer auswechseln zu können, keine lärmenden Schüler, die das empfindliche Ohr stören.

„Das Pfeifen in der Lüftung sollte so nicht sein“, sagt Häckl zum penetranten Geräusch in der neuen Mensa, das er bei normalem Betrieb vielleicht nicht hören würde, „das muss noch nachjustiert werden“. Das macht zwar nicht Häckl selbst, aber er muss im Bauamt noch einmal Bescheid geben. „Ich muss die Ohren und Augen überall haben.“

Vielfältige Aufgaben für Hausmeister in Abensberg

Mädchen für alles, Tausendsassa, Retter in der Not – man könnte viele Bonmots bemühen, um die Tätigkeit von Häckl und seinen Kollegen zu umreißen. Tatsache ist, dass kein Arbeitstag gleich ist, dass das Aufgabengebiet so vielfältig und bisweilen auch so anspruchsvoll ist, dass selbst Häckl zu Beginn überrascht war. „Ich war viele Jahre im Vertrieb als Elektroinstallateur. Die Arbeitstage waren lang.“ Auf der Suche war er nicht, aber eine Anzeige weckte dann doch sein Interesse. Geregelte Arbeitszeiten an einem Ort, ein Traum für viele Familienväter. Doch Häckl blieb zuerst skeptisch, erwartete nichts Besonderes. Und wurde dann positiv überrascht. „Beim Hausmeister denkt man immer an den, der mit Schlüsselbund und Handy unterwegs ist, sonst nix. Aber das ist weit mehr.“ Wobei das Handy schon eines seiner wichtigsten Utensilien sein dürfte, denn es klingelt ständig. „Heute früh war Stromausfall in Sandharlanden, da musste ich nachschauen, was nicht stimmt.“ Dann gab es eine Störung im Rathaus und auch im Kindergarten am Freibad gab es eine „Kleinigkeit“ zu regeln. Häckl und seine Kollege sind immer auf Achse, statt auf der Autobahn aber immerhin irgendwo in Abensberg. Wenn eine Störmeldung hereinkommt, dann müssen Häckl und seine Kollegen reagieren. Hier eine Heizung, die ausfällt, dort eine Alarmanlage, die schrillt: Wenn er es selbst beheben kann, dann macht es Häckl auch.

Jetzt in den Ferien ist zudem Vieles zu erledigen, was im vollem Schulhaus eher müßig wäre. Irgendwo im Schulgang hört man Stimmen und Gelächter, der Putztrupp macht Grundreinigung, Häckl sorgt dafür, dass die fleißigen Putzfrauen alles haben, was sie brauchen, dass die Putzmaschinen auch funktionieren. In der neuen Mensa sind noch Restarbeiten zu erledigen, Häckl koordiniert die Handwerker. Die Grundschule wird die nächste Baustelle, Netzwerkschränke mussten weichen, die IT-Ausstattung aus den Klassenzimmern verschwinden, Möbel abgebaut, Umzugskartons gepackt werden. Irgendwo fackeln bestimmt Beleuchtungen oder Filter von Lüftungsanlagen müssen gewechselt, Notbeleuchtungen gecheckt und auch Spülprotokolle gesichtet werden. Apps erleichtern das Ganze, in Wartungsprotokollen notieren die Hausmeister, wann was zuletzt gecheckt oder repariert wurde.

„Es ist viel laufen, viel schauen. Wenn du es lange genug machst, dann weißt du automatisch, wo du hin musst“, sagt Häckl. Einen Wochenplan, den gibt es, meist kommt es aber dann doch anders als geplant. „Überstunden gehören zum Geschäft. Es gibt viele Sachen, die kurz vor Feierabend auftauchen und keinen Aufschub dulden. “ Wenn etwa die Kühlung im Sommer ausfällt und der Serverraum überhitzt oder die Heizung im Winter stillsteht, können Häckl und seine Kollegen ja schlecht bis zum nächsten Morgen warten.

Wenn dann Wahlen anstehen, Veranstaltungen, Entlassfeiern, Einschulungen, auch dann sind die Hausmeister gefragt, müssen Stühle herbeischaffen, die Technik checken.

Der Kontakt zu den Schülern ist Christian Häckl wichtig

Immer „Rambazamba“ ist auch am Roten Platz, auf dem die Schüler Sportunterricht haben, bisweilen auch auf dem Schulgelände selbst. „Wir können noch so gut zusammenräumen, aber nächsten Tag schaut es wieder aus wie Sau“, sagt Häckl. Denn den Pausenhof vor Zigarettenkippen, zerbrochenen Flaschen oder Pizzakartons zu säubern, auch das gehört zu den Aufgaben von Hausmeistern. Aufgaben, die oft viel unnötige Zeit binden, wie Häckl bedauert. Trotzdem: Häckl mag den Kontakt zu den Schülern, seine Pappenheimer kennt er schon und in den oberen Klassen kommt er mit ihnen im Rahmen der Technikklassen in Kontakt und lernt dabei so manches handwerkliche Talent von morgen kennen.

Der eine oder andere Schüler aus Krippenzeiten begegnet ihm dann sogar in der Schule wieder. „Die kommen mir nicht aus“, lacht er. Auch seine siebenjährige Tochter dürfte ihrem Papa auch während der Schulzeit öfter über den Weg laufen. Vielleicht trällert er dabei gerade ein Liedchen.

Umzugskartons packen und umräumen ist derzeit Programm in der Grundschule. Häckl ist gefragt.