Berching treibt Glasfaserausbau voran: Was Bürger für schnelles Internet tun müssen

Von Bernhard Neumayer · 9. September 2023 um 05:00

Auf schnelleres Internet können Bürger im Kernort Berching hoffen. Die Grundlage dafür hat die Stadt mit einem Telekommunikationsunternehmen geschaffen. Wie es jetzt weitergeht.

Der Zweite Bürgermeister Christian Meissner und Bernhard Mayr, Kommunalbetreuer bei der Firma Leonet, haben am Donnerstag im Rathaus eine Kooperationsvereinbarung für den Glasfaserausbau in der Stadt unterschrieben. Das teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit.

Das Unternehmen aus Deggendorf baut die Glasfaseranschlüsse eigenwirtschaftlich aus. „Das bedeutet, dass keine Kosten für die Stadt Berching oder den Freistaat entstehen“, erklärte Mayr.

Berching schließt Vertrag mit der Firma Leonet

Voraussetzung für den avisierten Glasfaserausbau in Berching ist ein Interesse von mindestens 25 Prozent der möglichen Anschlussnehmer. Nur, wenn diese Quote erreicht ist, lohne sich der eigenwirtschaftliche Ausbau für die Firma.

Wird dieser Prozentsatz in der Stadt Berching erreicht, beginnt die Feinplanung. „Wir werden ab November die Vorvermarktung starten und dann auf die Bürger zugehen“, sagt Mayr.

In welcher Form genau die Bürger informiert werden, sei noch in der Abstimmung. Verschiedene Varianten seien denkbar: Bürgerabende, Info-Veranstaltungen, Postwurf-Sendungen.

Bürger können bei ihrem Anbieter bleiben und sich dennoch einen Glasfaseranschluss von Leonet verlegen lassen. „Dann kostet das Kunden aber einmalig 499Euro“, erklärt Mayr den Open Access-Ansatz. Wenn Kunden zu Leonet wechseln, sei der Anschluss an sich kostenlos. Der Vertrag mit den Dienstleistungen zum schnelleren Surfen kostet Kunden dann natürlich etwas.

Der Zweite Bürgermeister rät den Bürgern, sich in dieser Phase durch eine Tarifbuchung einen kostenlosen Glasfaseranschluss zu sichern, wird er in der Pressemitteilung zitiert. Ein Glasfaser-Hausanschluss sichere neben einer Wertsteigerung der Immobilie auch die bestmögliche Datenübertragung für die kommenden Jahrzehnte. Für die privaten Haushalte bedeute das die problemfreie Nutzung vieler Internetdienste, beispielsweise Streaming-Angebote, und nicht zuletzt auch mobiles Arbeiten von zuhause aus.

Zuvor müssen aber 25 Prozent der betroffenen Haushalte Interesse bekunden. Erst dann werden rund 26 Kilometer Glasfaser in der Stadt verlegt. Im überwiegenden Teil der Altstadt seien dafür bereits Leerrohre verlegt worden, teilt Veronica Platzek vom Stadtmarketing auf Nachfrage mit. Dies sei im Zuge der Innenstadtsanierung passiert. „Große Gräben müssen dort deshalb nicht gezogen werden.“

984 Gebäude sind betroffen

An das geplante Leonet-Glasfasernetz sollen bis zu 1714 Wohneinheiten und 984 Gebäude angeschlossen werden, heißt es in der Meldung. Die realisierten Glasfaser-Internetanschlüsse werden standardmäßig im Download 1000 Mbit/s leisten können.

Wann die Bürger in diesen Genuss kommen, ist noch unklar. Sobald alles geregelt sei, wolle die Firma so schnell wie möglich mit dem Ausbau starten, sagt Mayr.

Mit der Kooperationsvereinbarung mit Leonet ist die Stadt Berching im Kernort am weitesten mit dem Glasfaserausbau. Für die restlichen Ortsteile – bis auf Holnstein – seien die Förderbescheide bereits vorhanden, sagt Platzek. Die Verhandlungen mit Firmen laufen.

Für den Ortsteil Holnstein gewann die Stadt trotz Markterkundungsverfahren kein Unternehmen für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau. Deshalb sei nun geplant, für Holnstein einen Förderantrag beim Bund einzureichen.

Bernhard Mayr (l.) von der Firma Leonet und der Zweite Bürgermeister Christian Meissner unterzeichneten am Donnerstag den Vertrag zum Glasfaserausbau im Kernort Berching. Foto: Veronica Platzek