Junger Maxhütter (8) und seine Mama finden riesige Krause Glucke – Experte gibt Such- und Putztipps

Dieser Fund sorgte unter den Schwammerl-Liebhabern für Aufsehen: Fabio Cicirelli, ein achtjähriger Bub aus Maxhütte-Haidhof, präsentierte am Dienstag in den Sozialen Netzwerken stolz eine riesige Krause Glucke. Gefunden hat er sie mit seiner Mama Andrea. Nun haben die beiden verraten, wo sich der Pilz versteckte und was sie damit machten.
„Ursprünglich waren wir ja auf der Suche nach Pfifferlingen oder Steinpilzen“, sagt Andrea Cicirelli einen Tag nach dem Fund am Telefon. Sie habe zusammen mit ihrem Sohn überlegt, was man denn an einem so wechselhaften Dienstag tun könne. Da sie beide passionierte Schwammerlsucher seien, machten sie sich schließlich zusammen auf in den Wald. Andreas Mann Gennaro sei parallel joggen gewesen. „Eigentlich war er es, der den Pilz gefunden hat“, gibt sie zu. Er habe ihn am Wegesrand nahe der Eselweiher bei Maxhütte-Haidhof entdeckt. „Gennaro hat uns dann gleich angerufen, denn er konnte den riesen Pilz ja nicht transportieren.“
Krause Glucke füllte den ganzen Korb der Cicirellis
Prompt setzte sich Andrea zusammen mit ihrem Sohn und einem seiner Schulfreunde ins Auto und fuhr an die beschriebene Stelle. „Wir mussten ja schnell sein, nicht, dass uns noch einer zuvor gekommen wäre“, sagt die Mutter schmunzelnd. Und tatsächlich habe ihr Sohn wenig später auch den Riesen entdeckt. „Mama, ich glaube das ist er“, habe Fabio gerufen. Das Pilzesammeln hatte sich dann mit einem Schlag erledigt. Denn was da am Wegesrand stand, war eine Krause Glucke, die es nach Angaben der Cicirellis auf stolze zwei Kilo brachte. „Und das auch noch in Top-Zustand“, schwärmt Andrea.
Mit einem prall gefüllten Korb ging es schließlich nach Hause und dann wurde geputzt. Bekanntermaßen gestaltet sich das bei dieser Gattung Pilz etwas schwierig, denn in den vielen Rillen und Abzweigungen sammelt sich schnell allerhand Dreck und Getier. „Diese war aber wirklich frisch und sauber. Wir hatten schon viel schlimmere“, sagt Andrea.
Der Pilz wurde mit Eiern angebraten
Nach dem Putzen ging es ans zubereiten. Da habe dann die Oma das Zepter in die Hand genommen. Einen Teil des beliebten Speisepilzes gab es klassisch angebraten mit Ei. Der Rest wurde verteilt. „Drei Familien wurden damit versorgt“, fasst die Maxhütterin zusammen.
Dass es sich bei dem Fund der Cicirellis um ein wirklich stattliches Exemplar handelte, kann auch Sebastian Jäger bestätigen. Der Schwandorfer ist leidenschaftlicher Sammler, moderiert seit Längerem überregionale Facebook-Pilzgruppen. In diesem Jahr hat er einen eigenen Pilzstammtisch im Landkreis ins Leben gerufen. Mehr als 40 Interessenten konnte er dafür gewinnen. „Zwei Kilo sind für eine Krause Glucke schon wirklich beachtlich“, sagt er, wenngleich er auch schon aus seinem Bekanntenkreis von Funden gehört habe, die bis an die fünf Kilo reichten.
Fette Henne wächst vor allem an Kiefernstämmen
Die Krause Glucke, auch Fette Henne genannt, ist laut Jäger ein hervorragender Speisepilz. Neben diesen gebe es noch die sogenannte breitblättrige Glucke. Diese sei wesentlich seltener zu finden, aber auch nicht so schmackhaft. Apropos finden: Die Glucke fühle sich vor allem auf Sandböden wohl und wächst an Kiefernstämmen, wie der Experte erklärt. Dort könne der Pilz auch ein unliebsamer Baumschädling sein, denn er ernähre sich sowohl von Lebend- als auch von Totholz. Dass die Cicirellis den Riesen am Wegesrand gefunden haben, sei zwar nicht sehr üblich, aber nicht ausgeschlossen. „Allgemein wachsen Pilze am Wegesrand gerne, weil der Boden noch nicht so festgetreten ist und dort meist viel Wasser zusammenläuft“, sagt Jäger. Deshalb könne die Glucke auch dort vorkommen, wahrscheinlich habe sich im Untergrund Totholz befunden.
Für die unliebsame Reinigung des gehirnförmigen Pilzes hat der Experte indes auch einen Tipp parat. Die Krause Glucke kann nämlich, anders als viele andere Pilze, problemlos mit Wasser gewaschen werden: „Wenn man den Pilz in Scheiben schneidet, ihn dann bemehlt und abwäscht, bekommt man eigentlich den ganzen Schmutz schnell raus“, sagt er. Damit steht einer schmackhaften Zubereitung nichts mehr im Weg – egal ob sauer eingelegt, in Sahne gekocht oder, wie bei den Cicirellis, angebraten mit Ei.
So kann der Pilz zubereitet werden
Anbraten: Die Krause Glucke zunächst sorgfältig waschen und anschließend in Röschen teilen. Gehackte Zwiebel und Schinkenspeck in Butter glasig anbraten. Pilzröschen zugeben und fünf Minuten mitbraten.
Ablöschen: Mit der Hälfte des Weißweins ablöschen. Crème fraîche und Petersilie dazugeben. Weitere zehn Minuten dünsten und anschließend mit dem restlichen Wein aufgießen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Beilage: Dazu passen Semmelknödel oder Tagliatelle, wenn man eine große Krause Glucke hat. Wenn man auch Fleischbeilage haben möchte, eignet sich Kurzgebratenes wie zum Beispiel Schweinefiletstreifen oder Hühnerbrust.