Ein Mann mit vielen Talenten: Hubert Staudt engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in Berching

Von Barbara Blaser · 25. August 2023 um 11:00

Er ist ein Mann mit unbändiger Schaffenskraft und vielen Talenten. In Berching kennt ihn wohl jeder: den Lehrer, Sportler, Künstler, historisch Interessierten und auch im kirchlichen Bereich tätigen Hubert Staudt. Ein Porträt über einen echten Allrounder.

Als waschechter Oberpfälzer erblickte er am 29. August 1943 in Schwandorf das Licht der Welt. Der Vater musste in den Krieg und so zog die Mutter mit ihren beiden Söhnen in die Jachenau. „Es war ein wunderbarer Rückzugsort zu Kriegszeiten“, erinnert sich Staudt.

Als der Vater aus dem Krieg zurückkam, siedelte die Familie nach Bruckmühl. Zum Beruf Lehrer kam er über seine Schwägerin, „die mich dazu überredet hat“, sagt Staudt mit einem Schmunzeln. „Ich habe es aber nie bereut.“

Hubert Staudt erlebte eine wunderbare Zeit an der Schule in Pollanten

Seine erste Einsatzstelle als Pädagoge war 1968 in Neumarkt. Weiter ging es nach Pollanten. „Es war eine wunderbare Zeit in Pollanten mit einer kleinen, feinen Schule. Wir hatten unseren Stundenplan, durften aber auch vieles selbst entscheiden. Im Sommer sind wir oft zum Schwimmen gegangen. Da habe ich auch meine ersten Erfahrungen mit Kinderschwimmen gemacht“, sagt Staudt.

Als Hans Kuffer zum Bürgermeister gewählt wurde, wechselte Staudt an dessen Stelle an die Hauptschule. Besondere Freude bereiteten ihm die Fächer Physik, Chemie und Mathematik.

„Da habe ich es bei Versuchen auch mal knallen lassen. Wir haben in den Anfangsjahren in der Schule sehr viel unternommen. Einmal hatten wir einen Basar organisiert zugunsten der Nepalhilfe, die eine neue Schule brauchte. 10000 Mark wurden dafür benötigt.“ Noch heute stolz auf diese Aktion freut sich Hubert Staudt, dass sie diese hohe Summe mit viel Engagement der Lehrer, Schüler und Eltern tatsächlich eigen- und vollständig erwirtschaftet haben.

Berchinger Hubert Staudt baute erste Schülerfußballmannschaft des SC Pollanten auf

Ein weiteres Steckenpferd von Hubert Staudt ist der Sport. Er hat die erste Schülerfußballmannschaft des SC Pollanten aufgebaut. „Im Winter gab es in Pollanten keine Turnhalle. So kamen die Buben am alten Kanal auf Schlittschuhen nach Berching zum Training gelaufen. Der Anfang war mühsam, aber am Ende ging es gegen Berching um die Meisterschaft.“ Auch Staudt kickte bei den alten Herren in Berching, wechselte dann aber zum Tischtennis, wo er der erste TSV-Jugendleiter war.

Und den Schwimmunterricht hat Staudt in der Schule schon immer gerne übernommen. „Statt hitzefrei gingen wir mit den Kindern ins Bad.“ Seit es das Berle gibt, trainierten Hubert und Lisl Staudt die erste Gruppe der Wasserwacht mit teilweise 50 Kindern. Jetzt haben sie die Verantwortung in jüngere Hände gegeben. Für sein großes Engagement für den Verein hat Hubert Staudt von der Wasserwacht die Goldene Medaille für 40 Jahre aktiven Dienst erhalten. Und schon seit vielen Jahren hängt in seinem Büro die Ehrenmedaille der Stadt Berching. Sein Idealismus für das Ehrenamt ist mit unzählbar vielen Stunden verbunden. Seine Frau freut sich sehr über seinen unermüdlichen Einsatz.

Auch Kunst und Kultur gehören zu den Talenten des Allrounders. Dazu hat er in der Kulturfabrik eine weitere Heimat gefunden. Von der ersten Stunde an war Staudt für das Bühnenbild verantwortlich. Aber nicht nur das, auch in der Paraderolle als Karl Valentin war er als Darsteller zu sehen.

Hubert Staudt betreibt Ahnenforschung im Archiv der Stadt Berching

Einmal wöchentlich trifft man ihn im Archiv der Stadt Berching an, wo er Ahnenforschung betreibt. Auch im kirchlichen Bereich ist er tätig. Ob Dreifaltigkeitskaplle, der Kapelle an der Johannisbrücke oder als Aushilfsmesner, er ist immer zur Stelle.

Und seine Familie hält ihn auch auf Trab, ganz besonders Enkeltochter Ronja, auf die der Berchinger Rentner natürlich besonders stolz ist. Seinen 80. Geburtstag feiert Hubert Staudt am Dienstag zuhause mit Familie und Freunden. Staudt blickt auf ein zufriedenes und erfülltes Leben zurück und genießt seinen wunderschönen Garten mit den vielen Kunstobjekten.