Ein mystischer Garten: Maria Bauer aus Wackerling gärtnert für die eigene Gesundheit

Von Mittelbayerische Zeitung · 18. August 2023 um 05:00

Maria Bauer steht unter der Pergola in ihrem Garten. Sie ist Besitzerin eines vor Kurzem vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau zertifizierten Naturgartens. Sie schwärmt von dem Blick auf die blauen Weintrauben, wenn sie abends in ihrem zweiten Wohnzimmer – wie sie die Pergola nennt – sitzt und ein Gläschen Wein oder ein Bier genießt.

20 Jahre lang war sie Vorsitzende der Blumen und Gartenfreunde Katzbach-Loibling. So ist sie auch darauf gekommen, ihren Garten auszeichnen zu lassen. Denn sie stellte dabei fest, dass auch ihr Garten die Kriterien eines Naturgartens erfüllt. Da sie von dem Konzept überzeugt ist, hat auch sie sich schließlich für die Zertifizierung beworben.

Hortensien, Buchsbäume, und verschiedene Kräuter: In Bauers Garten lässt sich eine riesige Pflanzenvielfalt finden

„Freunde und Bekannte, die mich besuchen, bezeichnen meinen Garten meist als mystisch“, berichtet sie stolz. In der Tat trägt der Garten einen märchenhaften Charakter mit all den verschiedenen Pflanzen und den verwinkelten Ecken und Verstecken. Maria Bauer bedauert, dass die Rosen nicht mehr blühen, denn im Juni sei dies ein wunderschöner Anblick gewesen. Doch auch andere Gewächse in ihrem Garten haben etwas zu bieten. Neben den Weinstöcken und Rosen sind beispielsweise Hortensien, Salbei, Buchsbäume, Apfelbäume, ein Pfirsichbaum, Hopfen, Holunder und verschiedene Kräuter zu finden. Außerdem pflegt sie verschiedenes Gemüse und Obst, wie beispielsweise Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Paprika, Rote Bete, Kartoffeln und Bohnen sowie Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren.

Das angebaute Obst und Gemüse verwertet sie alles selbst. „Was im Überschuss da ist, wird eingeweckt oder eingefroren. Aus den Apfelbeeren (Anm. d. Red.: Aronia) mache ich zudem Marmelade oder aus dem Holunder Saft.“

Auch Tiere finden in dem Naturgarten ihren Platz

Auch für Tiere ist der Naturgarten von Maria Bauer ein Paradies. In den Sträuchern und Gebüschen können sich Vögel und andere Kleintiere wie Igel verstecken. Die Hagebutten in ihrem Garten überlässt sie völlig den Vögeln und verwertet sie selbst nicht weiter. Efeu oder Disteln bieten ein Schlaraffenland für Bienen und diverse Steinmauern, die im Garten verteilt sind, sind Lebensraum von Eidechsen und anderen Kleintieren. „Ein Eichhörnchen lebt ebenfalls in meinem Garten und erfreut sich an der Haselnussstaude“, erzählt Maria Bauer. Selbst eine Wühlmaus findet hier ihr Zuhause, denn für die Naturgartenbesitzerin ist auch dieses Lebewesen kein ungebetener Gast. „Ich pflanze dann eben die Gewächse in Töpfe.“

Zum Gießen verwendet Maria Bauer das Wasser aus ihrem Gartenteich, einem kleinen Brunnen und aufgefangenes Regenwasser aus der Dachrinne. „Wasser sparen ist ein wichtiges Thema bei der Pflege eines Naturgartens“, erläutert sie.

Zwei Komposthaufen stehen in ihrem Garten. Den Kompost verwendet sie als Dünger für ihre Pflanzen. „Alles, was aus dem Garten kommt, geht wieder in den Garten zurück“, erklärt die Wackerlingerin dazu. Sie verwende keinerlei chemische Dünger oder Pflanzenschutzmittel, was auch wichtige Kriterien eines Naturgartens sind. Davon halte sie auch nichts, denn das schade nur der Gesundheit. „Was sich durchsetzt, setzt sich durch“, sagt sie zum Verzicht auf Pflanzenschutzmitteln. Man müsse die Natur auch schon ein Stück sich selbst überlassen.

Gartenarbeit als Hobby: „Es ist kein großer Aufwand“

Die Gartenarbeit sei für sie keine Arbeit. „Für mich ist es ein Hobby, die Zelebrierung der Freude an der Natur und eine Wohltat für die eigene Gesundheit“, berichtet Maria Bauer. „Wenn man die Gartenpflege nicht als Arbeit sieht, ist es auch kein großer Aufwand.“ Für sie ist ihr Garten eine Oase der Erholung, sei es durch Bewegung bei verschiedenen Pflegetätigkeiten, beim Entspannen bei einem Sonnenbad oder beim Genuss eines kühlen Getränks im Schatten.

Die Weintrauben an der Pergola bereiten ihr besondere Freude.
Naturgarten Frau Bauer Wackerling
Auch das Gartenhaus ist mit Grün bedeckt.