Bienenflüsterer aus Obertraubling: Maximilian Gimbel imkert aus Leidenschaft

Von Franziska Mahler · 14. August 2023 um 15:00

Honig: Für manche ist er nur ein morgendlicher Brotaufstrich, für Maximilian Gimbel ist er mehr. Bei Obertraubling erfüllte er sich seinen Traum von eigenen Bienenvölkern und stellt nun hobbymäßig sein Lieblingsprodukt selbst her.

„Seit ich denken kann, esse ich zum Frühstück ein Honigbrot“, sagt der 34-Jährige. Geweckt wurde seine Leidenschaft von seinem Opa. Dessen Weg zur Imkerei begann während des Zweiten Weltkriegs. Im Lazarett wollten seine offenen Wunden nicht heilen. Irgendwann kam die Idee auf, Honig auf die Stellen aufzutragen – schließlich hat er eine antibakterielle Wirkung. Nach wenigen Monaten konnte er entlassen werden, so Gimbel. Danach habe er alle nötigen Materialen besorgt und zusammengebaut, um bei sich Zuhause in Essing ein wahres Bienen-Domizil zu errichten. Irgendwann hatte er sogar 70 Völker.

Eigene Völker – das war auch Gimbels Traum. Aber weil er lange nicht wusste, wo er dauerhaft wohnen wird, machte das wenig Sinn. Mittlerweile wohnt der 34-Jährige in Obertraubling. 2020 schloss er sich dem Imkerverein Regensburg Nord an, wo er ein Jahr lang den Kurs „Imker auf Probe“ besuchte.

Der Imkermax aus Obertraubling

Von erfahrenen Mitgliedern lernte er die nötigen Basics. Zum bestandenen Abschluss bekam jeder ein eigenes Volk. Dieses steht jetzt zusammen mit 15 anderen Holzkästen voller Bienen auf einer Fläche bei Obertraubling, das ihm die Gemeinde zur Verfügung stellte. Nicht zu übersehen ist sein Markenname, der unterhalb der Kästen steht: Imkermax.

In der Hochsaison, von Mai bis Mitte Juni, leben in einem Kasten bis zu 50000 Bienen. Über die Wintermonate werden es weniger. Da sind es noch circa 30000, sagt Gimbel. Seine erste Honig-Saison 2021 war aber ein totaler Flop. Er konnte fast keinen Honig ernten. „Das war frustrierend“, sagt er. Doch die beiden darauffolgenden Jahre seien dafür umso besser gewesen – auch bundesweit.

Bienen produzieren bis zu 40 Kilogramm Honig

Laut dpa fiel die Mitte Juni eingeholte Frühtracht zwar ein bisschen schlechter aus als 2022, lag aber 2,7 Kilo über dem Schnitt der Vorjahre. Die bayerischen Bienen schneiden jedoch im deutschlandweiten Vergleich schlecht ab. Gimbel ist zufrieden mit seinen Bienen. Ein Volk produziert im Schnitt 20 bis 40 Kilogramm Honig – für den Eigenverbrauch mittlerweile zu viel. Bei ihm Zuhause in Obertraubling gibt es deshalb einen Selbstbedienungsschrank. Bezahlt wird auf Vertrauensbasis via Paypal oder in Bar. Seine Honiggläser stehen aber beispielsweise auch beim Obertraublinger Rewe in den Regalen. Und die Nachfrage nach lokaler Ware sei groß, sagt Gimbel.

Geerntet hat er in diesem Jahr Raps- und Sommerblütenhonig. Dieser unterscheidet sich sowohl in Farbe als auch in Konsistenz. Der Rapshonig ist hell und cremig, der Sommerblütenhonig ist dunkler und flüssiger. Mindestens einmal pro Woche muss er zur Hoch-Zeit nach seinen Bienen sehen, danach wird es immer weniger. Er kontrolliert unter anderem die Brutwaben, im Winter die Futtervorräte oder muss gelegentlich die Varroamilbe bekämpfen. Sie ist der einzige natürliche Feind der Bienen in Deutschland, so Gimbel.

Gimbel faszinieren Bienen

Die wichtigste Eigenschaft eines Imkers sei die Ruhe – Hektik führe zu Stichen. Berührungsängste hat Gimbel aber keine. Er brennt für sein Hobby: „Bienen sind einfach faszinierend“, sagt er. „Sie haben für jedes Problem eine Lösung, leben auf engstem Raum zusammen und jeder hat seine Aufgabe“, fügt er an. Aber das Beste ist: „Am Ende des Tages entsteht ein geiles Produkt. Ich liebe Honig.“ Vielleicht, so Gimbel, übertrumpft er ja irgendwann sogar den Rekord seines Opas.