Fürs Klima und für Schwandorf aktiv: Veronika Peters-Brunner engagiert sich im neuen Beirat

Sie ist die erste gewählte Vertreterin im neuen Klimabeirat der Stadt Schwandorf: Veronika Peters-Brunner. Bevor das Gremium das erste Mal zusammenkommt, macht sich die 40-Jährige schon mal Gedanken, was sie dort bewirken will.
Der Verkehrssektor ist das Steckenpferd von Veronika Peters-Brunner. Das wird im Gespräch schnell klar. Ihre Vorschläge kreisen vor allem um diesen Bereich: Der Durchgangsverkehr sollte aus dem Zentrum von Schwandorf verbannt werden, ist eine der Forderungen der 40-Jährigen. „Die Innenstadt gehört den Fußgängern und Radfahrern“, meint Peters-Brunner. Sie selbst ist überzeugte Radfahrerin und mit dem Drahtesel gern in Schwandorfs Innenstadt unterwegs. Die Aufenthaltsqualität dort sei besser ohne Autos, ist die Grünen-Politikerin überzeugt.
Die Idee passt zu Überlegungen, die Friedrich-Ebert-Straße zur Fußgängerzone zu erklären. Dagegen gibt es auch Widerstand, gerade von ansässigen Händler. Das Bewusstsein sei noch nicht da, ist Peters-Brunner klar. Sie will dafür sorgen, dass sich das ändert. Nicht nur als Grünen-Politikerin, sondern auch in ihrer Funktion als Klimaschöffin.
Beim Klimaabend im Juli in der Oberpfalzhalle wurde die Ettmannsdorferin als Vertreterin der Bürgerschaft in den Klimabeirat der Stadt Schwandorf gewählt. Sie ist damit das erste offizielle Mitglied dieses neu entstehenden Gremiums.
Beschluss im September über Zusammensetzung des Beirates
„Die Zusammensetzung des Klimabeirates steht zwar zum großen Teil fest, ist aber noch nicht beschlossen“, teilt Stadtsprecherin Maria Schuierer mit. Einige Gruppen aus den Bereichen Jugend, Landwirtschaft, Naturschutz, Wirtschaft und Energie müssten die in den Beirat entsandte Person noch festlegen. „In einem interfraktionellen Arbeitskreis wurde die Zusammensetzung besprochen und abgestimmt“, so Schuierer. Im September soll sie beschlossen werden. Die erste Sitzung des Klimabeirates wird wohl frühestens Ende des Jahres, eher Anfang 2024 stattfinden, glaubt die Pressesprecherin.
Veronika Peters-Brunner überlegt sich bis dahin, welche Ideen sie einbringen könnte. Ein Vorschlag könnte die Ausweisung der Augustinstraße, der Parallele zum Bahnhofsplatz, zur Fahrradstraße sein, findet die zweifache Mutter. Auch Kiss-und-Ride-Zonen in der Nähe von Schulen könnte sie sich vorstellen. Dabei handelt es sich um Stellen, an denen die Eltern problemlos anhalten und die Kinder aussteigen könnten. Damit ließe sich das Park- und Haltechaos zum Schulbeginn vermeiden, findet die Grünen-Politikerin.
Es gehe dabei nicht darum, jemandem etwas zu verbieten oder andere zu bevormunden. Dieses Etikett wird ihrer Partei gern verpasst. Es gehe vielmehr darum, so Peters-Brunner, Möglichkeiten aufzuzeigen.
Großteil der Lebensmittel kauft sie auf dem Brunnerhof
Die 40-Jährige ist keineswegs eine grüne Dogmatikerin. Das zeigt sich auch bei ihr zuhause. Sie achtet darauf, wenig Müll zu produzieren, nimmt beispielsweise ihre eigenen Beutel mit zum Einkauf, legt Wert auf Bio und Fairtrade, aber kauft ebenso beim Discounter ein. Manche Produkte gebe es eben nur dort, sagt sie. Den Großteil der Lebensmittel bekommt sie aber beim Direktvermarkter. Fleisch, Käse, Gewürze, Tee und Kaffee kauft sie zum Beispiel auf dem Brunnerhof. Sie stammt selbst von dort, ist mit ihren drei Geschwistern und den Großeltern aufgewachsen. „Es wurde viel Wert auf nachhaltiges Leben gelegt“, erinnert sie sich. Vieles hat sie sich von damals in die heutige Zeit gerettet.
So stellt sie unter anderem Reinigungsmittel selber her oder organisiert zweimal im Jahr einen Kleiderkreisel, bei dem Kleidung untereinander getauscht wird. Auf manches zu verzichten, ist in ihrer Familie kein Selbstläufer. Dafür seien viele Gespräche mit ihrem Mann Benjamin und den Kindern Rosalie (13) und Paul (12) notwendig. Und manchmal muss nach einem Kompromiss gesucht werden – so wie in der Politik. Die Kommunikation sollte ebenso ein Teil der Arbeit des neuen Klimabeirates sein, findet sie. Das Gremium solle dabei nicht nur unter sich bleiben, sondern auch in die Stadtteile gehen, und die Leute dort abholen, wo sie sind. Möglich wäre das durch Stadtspaziergänge oder thematische Veranstaltungen vor Ort, meint die 40-Jährige.
Seit Herbst 2022 Sprecherin der Grünen-Ortsgruppe Schwandorf
Der Lokalpolitikerin ist klar, dass nicht alle Ideen auch umgesetzt werden. Es sei Teil der Arbeit, Vorschläge abzuwägen und Kompromisse zu finden, die für alle Seiten tragbar seien.
Es müssten nicht immer riesige Maßnahmen sein, kleine Schritte würden auch etwas bewirken. So könnten ihrer Meinung nach mehr Wasserspender in der Schwandorfer Innenstadt aufgestellt werden, um beispielsweise künftige Hitzeperioden erträglicher zu machen.
Bei den Grünen engagiert sie sich seit 2019. Sie wollte sich damals für den Stadtrat aufstellen lassen und suchte eine Partei, die ihren eigenen Vorstellungen am ehesten entsprach. Das waren die Grünen, bei denen sie schnell Karriere machte. In den Stadtrat schaffte sie es zwar nicht, dafür wurde Veronika Peters-Brunner aber im vergangenen Herbst zur Sprecherin des Ortsverbandes Schwandorf gewählt.
Die politischen Gene hat sie wohl vom Großvater geerbt. Josef Brunner (1928 bis 2012) gehörte in den 1980er Jahren dem Bundestag an, war darüber hinaus jahrzehntelang Gemeinde- und Stadtrat in Schwandorf sowie Mitglied im Kreis- und Bezirkstag. durch ihn habe sie mitbekommen, dass man etwas erreichen könne, wenn man es möchte. In welcher Partei das möglich ist, da unterscheiden sich beider Ansichten. Josef Brunner war CSUler, seine Enkelin ist eine Grüne.
Ob die Arbeit im Klimabeirat sie zufriedenstellt, werde sich zeigen, meint Peters-Brunner.