Stadt legt Betreuungszahlen vor: So steht es um die Kita-Plätze in Berching

Von Bernhard Neumayer · 8. August 2023 um 19:00

Der Berchinger Stadtrat hat zwar den Neubau der Kita Berching IV Süd beschlossen. Dennoch reichen die Kita-Plätze laut Kämmerer auf Dauer nicht aus. Wie geht es mit dem maroden Kindergarten St.Marien weiter? Die Kindergarten-Leiterin fordert weitere Plätze. Ansonsten befürchtet sie eine brenzlige Situation für Eltern.

Vor gut zwei Wochen hat sich die Mehrheit des Berchinger Stadtrates dazu durchgerungen, eine neue Kindertagesstätte an der Südtangente errichten zu lassen. Grundsätzlich sind der Geschäftsführer der Katholischen Kita Oberpfalz gGmbH und die Leiterin des Kindergartens St.Marien damit glücklich. Und dennoch hat St.Marien-Chefin Heidi Brandl etwas Bauchgrummeln, wie sie sagt.

„Ich bin froh, dass sich jetzt etwas bewegt“, teilt Brandl auf Nachfrage mit. „Aber inwieweit sich etwas für uns bewegt, weiß ich nicht.“ Für die Leitern der Einrichtung in der Klostergasse stellen sich weitere Fragen: Ziehen die Kinder von St.Marien in die Kita an der Südtangente? Wenn ja: Kommen dort die drei Kindergartengruppen überhaupt unter?

Denn der Stadtrat hat einem Neubau mit je zwei Kindergarten- und Krippengruppen zugestimmt. 74 Kinder sollen darin Platz finden, 50 Kindergartenkinder, 24 Krippenkinder. So sieht zumindest die Theorie aus. Ob die Plätze dann auch so belegt werden können und ob das Personal reicht, ist unklar.

Es gibt schließlich in der Praxis auch Kinder mit einem erhöhten Betreuungsbedarf, etwa Kinder unter drei Jahren, beeinträchtigte Kinder und Kinder, deren Eltern beide nichtdeutschsprachiger Herkunft sind.

St. Marien-Leiterin: Weitere Kita-Plätze in Berching nötig

Brandl fordert deshalb, dass parallel zum Neubau an der Südtangente Planungen für weitere Plätze laufen müssen. „An den Plätzen ändert sich nichts, wenn wir an die Südtangente ziehen und sonst nichts gemacht wird“, sagt die Leiterin von St.Marien. Es brauche aber zusätzliche Plätze. „Sonst verschärft sich die Situation weiter“, sagt Brandl.

Auch CSU-Stadtrat Roland Meyer hatte in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gremiums gefragt, ob die Krippenplätze mit der neuen Kita ausreichen. „Nein“, hatte Kämmerer Christian Rogoza geantwortet. Aber damit werde auf jeden Fall die Situation entschärft.

Zuvor hatte Rogoza die aktuellen Betreuungszahlen im Stadtrat mündlich vorgetragen und im Anschluss schriftlich nachgereicht. Auch unsere Zeitung hatte die Zahlen nach der Stadtratssitzung angefragt und erhalten.

Laut Kämmerer stehen derzeit in Berching 325 Kindergartenplätze zur Verfügung. 300 davon sind aktuell belegt, da eine Kindergartengruppe derzeit in der Kita St.Lorenz als Krippe genutzt wird. Deshalb sind auch die eigentlich vorhandenen Krippenplätze (36) mit 48 Kindern überbelegt.

Anhand der Geburtenzahlen hat der Kämmerer 326 betreuungsberechtigte ein- bis dreijährige Kinder errechnet. Im Alter der Drei- bis Sechsjährigen sind 300 Kinder betreuungsberechtigt.

Nicht alle betreuungsberechtigten Kinder aus Berching gehen auch in Berching in eine Kita. Es gibt auch Kinder, die in Nachbargemeinden betreut werden. Genauso gibt es laut Kämmerer auch zum Beispiel Kinder aus Beilngries, die in Berching in die Kita gehen. „Unabhängig von der dargestellten Situation wird ein zusätzlicher Bedarf an Betreuungsplätzen gesehen, sowohl bei Krippen- als auch bei Kindergartenplätzen“, sagte Rogoza im Stadtrat. Einen dringlicheren Bedarf sehe er bei den Krippenplätzen.

Das bestätigt auch Roland Pachner, Geschäftsführer der Katholischen Kita Oberpfalz. Die gGmbH ist Träger von vier Einrichtungen in Berching.

„Aktuell ist es ein allgemeiner Trend, dass das Eintrittsalter der Kinder in die Kita immer geringer wird“, sagt Pachner. Sprich: Die Kinder, die in den Einrichtungen betreut werden, werden immer jünger. „Weil viele Eltern früher wieder in die Arbeit einsteigen wollen oder müssen“, sagt Pachner.

Welche Kinder ziehen in die Kita Berching IV ein?

Welche Kinder in die neue Kita Berching IV Süd einziehen, könne man jetzt noch nicht sagen. Auf dem Papier sei es zwar denkbar, dass die Marien-Kinder umziehen. Aber seriös beantworten könne er diese Frage heute noch nicht. „Außerdem steht noch gar nicht fest, ob wir die Trägerschaft für die neue Kita bekommen“, sagt Pachner. Das entscheide die Stadt.

Dazu kann der Zweite Bürgermeister Christian Meissner nichts sagen. Dafür äußert er sich zu einem möglichen Umzug der Marien-Kinder. „Vorerst wird keiner umziehen. Wir wollen ja zusätzliche Räume schaffen.“ Und was passiert dann mit dem Kindergarten St.Marien? „Eine mögliche Sanierung ist noch nicht vom Tisch“, sagt Meissner und schiebt hinterher: „Nutzen kann man die Einrichtung ja weiterhin.“