Zwölf Flusskilometer zwischen Neustadt und Weltenburg stehen unter besonderem Schutz

Das Donautal zwischen Weltenburg und Neustadt a.d. Donau ist eine der wertvollsten Fluss- und Auenlandschaften Bayerns. Es ist Heimat für Menschen – und viele bedrohte Arten. Wie beides wieder zusammen kommt, zeigt das Donautalprojekt, das jetzt abgeschlossen wurde.
Das Donautal zwischen Neustadt und Weltenburg bietet auf engem Raum vielfältige Lebensräume. Über 70 gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind hier heimisch. Doch in der Vergangenheit wurde mit diesem „Schatz“ wenig pfleglich umgegangen. Der Flusslauf wurde begradigt und die Ufer befestigt, um die Aue nutzbar zu machen. Dadurch ging viel naturnaher Lebensraum verloren.
Ein Ziel des Donautalprojektes war es daher, naturnahe Auen zu entwickeln, um wieder mehr Leben in und an der Donau zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um Laubfrosch und Barbe, sondern auch um den Eisvogel und Orchideen. Zu den Schwerpunkten gehörten deshalb auch die seit Jahrhunderten beweideten Trockenbiotope auf den angrenzenden Leiten. Entbuschungsaktionen förderten hier seltene Pflanzen wie Enzian und Küchenschelle.
Um diese Eingriffe in die Natur zu ermöglichen, wurden 115 Grundstücke mit einer Fläche von über 40 Hektar im Wert von über 1,2 Millionen Euro für den dauerhaften Schutz und die ökologische Entwicklung des Donautals gekauft. Ursprünglich war man von lediglich zehn Hektar ausgegangen.
Auch der Umfang der Landschaftspflegemaßnahmen ist im Rahmen des Projekts deutlich gewachsen. Ursprünglich sollten in die Landschaftspflege gerade einmal 180.000 Euro investiert werden, am Ende waren es 100.000 Euro mehr.
„Besonderer Schatz“
Thorsten Glauber, bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, betonte denn auch beim Festakt anlässlich der Fertigstellung des Projekts am Montag bei der Flussmeisterstelle in Neustadt a.d. Donau den Nutzen des Donautalprojektes. Die Natur im Bereich zwischen Weltenburg und Neustadt a.d. Donau sei ein „ganz besonderer Schatz“, sagte er. Von ihr profitierten nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische, denn diese Natur sei ein Teil ihrer Heimat. Daneben, so Glauber weiter, gehe es auch um die Menschen, die ein derartiges Vorhaben vorantreiben. Das waren beim Projekt viele – allen voran der Landschaftspflegeverband VöF, der Landkreis Kelheim, die Städte Kelheim und Neustadt a.d. Donau sowie die Wildland-Stiftung Bayern. Die Zusammenarbeit, an der auch noch zwölf Vereine, Behörden und Verbände beteiligt waren, lief dennoch, so Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger, „geräuschlos“.
Ein Mahnmal am Ufer
Landrat Martin Neumeyer erinnerte ebenfalls an die Verbundenheit der Menschen mit dem Fluss. Er selbst habe hier, in Neustadt, Schwimmen gelernt, weil sein Vater ein Neustädter war.
Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel griff die Idee der Naherholung auf und ergänzte, dass sich nicht nur der Mensch im Donautal, sondern auch die Natur selbst jetzt erholen darf: „Hier darf sich auch die Donau erholen“.
Toni Schaller, Bildhauer aus Eining und als solcher mit der Donau aufgewachsen, hat der Verbindung zwischen Natur und Mensch ein Denkmal gesetzt. Am Flussufer wurde am Montagvormittag ein Denkmal enthüllt, das einen Leuchtturm zeigt. Er ist nicht nur eine Orientierung, sondern auch eine Mahnung für den Umgang mit der Natur.
