Eckfahne, Flutlicht und Sitze: „Bäff“ Piendl und seine besondere Liebe zum SSV Jahn Regensburg

Wer den Garten von Josef „Bäff“ Piendl in Trasching betritt, fühlt sich wie im alten Jahn-Stadion an der Prüfeninger Straße: Original Sitze, eine Eckfahne, ein Eingangs-Schild und einige weitere Utensilien finden sich in der „Jahnstraße“ (ein entsprechendes Schild gibt es auch). „Ich bin halt ein Sammler, und der Jahn Regensburg ist meine große Leidenschaft“, sagt der bekannte Humorist, der sich in seinem eigenen „Jahn-Block“ pudelwohl fühlt.
Wie kommt man denn an die Original-Teile aus dem alten Stadion? Eigentlich ganz einfach, sagt Piendl. Er hat damals beim Abrissunternehmen angerufen und gefragt, ob er sich etwas holen dürfe.
Die Antwort: Alles, was nicht mehr da sei, müsse die Firma auch nicht entsorgen. Also fuhr der „Bäff“ mit einem Nachbarn nach Regensburg in die Prüfeninger Straße und nahm dort unter anderem einige Sitze und Schilder, einen Anzeigenkasten und einen Garderoben-Aufhänger aus der Kabine mit. „Ich habe mich gar nicht getraut, noch mehr einzupacken“, sagt er und schmunzelt.
Bekannter besorgt Eckfahne
Die Eckfahne, die in seinem Garten steht, war im letzten Spiel im altehrwürdigen Stadion noch im Einsatz, „die hat mir ein guter Bekannter besorgt.“ So sitzt es sich fast wie im Stadion neben Rasen und Eckfahne. Auch im Internet hat er schon viele Jahn-Utensilien gekauft, berichtet der Traschinger. Zahlreiche Wimpel etwa zieren sein Arbeitszimmer, die „Dichterstube“, neben vielen weiteren Accessoires.
Schon als Kind wurde Josef Piendl vom Jahn-Fieber gepackt. Mit elf Jahren ging es mit seinem Vater und einigen dessen Stammtisch-Freunde zum ersten Mal ins Jahn-Stadion. „Die haben mir Wurstsemmeln und Spezi ausgegeben, die Stimmung war toll. Das hat mich sofort gepackt“, erinnert er sich gerne zurück. Seitdem blieb er dem Jahn treu – in guten wie in schlechten Zeiten. „Es gab schon eine Phase, in der ich nicht ganz so intensiv dabei war, als es bis hinunter in die damalige Landesliga ging“, erzählt er. Das Interesse ganz verloren habe er aber nie, auch nicht nach dem Sturz in die Landesliga nach der Pleite im schon legendären Relegationsspiel gegen den 1. FC Miltach in Straubing. Und spätestens mit dem Aufstieg im Jahr 2000 in die Regionalliga, damals die dritthöchste Liga, entflammte die Liebe zum Verein auf´s Neue auf höchster Stufe.
An manche Spiele erinnert er sich noch ganz besonders, etwa an das 3:3 gegen Darmstadt, als er die beiden Regensburger Treffer zum Ausgleich nicht mehr sah, weil sein Vater und er schon fünf Minuten vor dem Abpfiff gingen. Oder an den Sieg in der Relegation gegen den TSV 1860 München und den damit verbundenen Aufstieg in die Zweite Bundesliga – das schon im neuen Stadion.
Mit der neuen Arena kann sich „Bäff“ übrigens durchaus anfreunden: „Sie ist schon ein Aushängeschild für die Region und für Profifußball würdig.“ Allerdings habe sie nicht das Flair der alten Anlange mitten im Wohngebiet an der Prüfeninger Straße. „Da konnte man eigentlich überall hin, hat in jedem Block oder im Wirtshaus Bekannte getroffen“, erzählt der Humorist. Besonders ein Wirtshaus oder etwa Ähnliches geht ihm in der neuen Jahn-Heimat schon ab, „aber es wäre auch einfach nicht mehr gegangen im alten Stadion“, macht er sich keine Illusionen.
Besondere Momente für den Traschinger waren auch, als das von ihm selbst komponierte Jahn-Lied aus den Lautsprechern tönte. „Das ist schon ein tolles Gefühl, dein eigenes Lied da zu hören“, erzählt Josef Piendl stolz.
Auch die Söhne fiebern mit
Seine Passion für den Jahn hat er auch an seine beiden Söhne Stefan und Michael weitergegeben. „Vor allem Stefan ist voll im Jahn-Fieber und ist auch bei vielen Auswärtsspielen dabei“, freut sich „Bäff“, dass er nicht alleine mit seiner Fan-Liebe in der Familie geblieben ist. Seine Frau sieht die Leidenschaft übrigens gelassen: „Es gibt schlimmere Hobbys.“ Der „Bäff“ selbst versucht, die Heimspiele zu besuchen, wegen seiner beruflichen Termine schafft er aber meistens nur etwa die Hälfte pro Spielzeit.
Auch in der neuen Saison wird er in der Dritten Liga – so oft es geht – wieder mit dabei sein. „Der Abstieg hätte nicht sein müssen“, sagt der „Bäff“, der auch mit einigen Entscheidungen des Video-Schiedsrichters hadert, „aber am Ende hilft es ja nichts“. Für den Neustart in der Dritten Liga hat der Edelfan aber „ein sehr gutes Gefühl“. Der Trainer passe, es wurde gut eingekauft. „Ich denke schon, dass der Jahn eine gute Rolle spielen wird.“
Die Treue halten wird er den Regensburgern in jedem Fall. Nur mit einem Verein muss sich der Jahn seine Liebe teilen: Mit der DJK Beucherling, für die „Bäff“ früher auch selbst auf dem Rasen stand.
Beruflich läuft es gut
Zahl der Auftritte auf dem Vor-Corona-Niveau: Beruflich läuft es derzeit gut für Josef „Bäff“ Piendl, der als Gstanzlsänger, Hochzeitslader und Liedermacher weit über die Region hinaus bekannt ist. „Die Auftritte sind wieder auf dem Niveau der Zeit vor den Corona-Einschränkungen“, sagt er voller Freude.
Alle Lieder auch im Internet: Alle seine Lieder (und auch viele seiner Auftritte) seien mittlerweile auch im Internet zu finden, berichtet er. Eine Übersicht gibt es auf seiner eigenen Homepage baeff.de
Viertes Buch im Handel: Auch als Autor ist Josef Piendl aktiv. Vor kurzem hat er sein viertes Buch mit dem Titel „Mi host ghaut, des basst!“ auf den Markt gebracht. Auf 144 Seiten finden sich unzählige Gedichte, Anekdoten, Sprüche, Geschichten sowie Witze

