Da kommt was ins Rollen: Wird das umstrittene Radl-Verbot im Stadtpark gekippt?

Der Regensburger Stadtpark ist für Radfahrer tabu. Das Ordnungsamt verteilte kürzlich sogar Knöllchen an Pedalritter, die das Verbot missachteten. Bald könnte das Verbot jedoch fallen – denn: Es gibt prominente Gegner des Radl-Banns.
Die Kronen der Stadtparkbäume vermögen es kaum, den Regen aufzuhalten. Den Blättern zum Trotz tropft es ordentlich vom Himmel. Ein paar Radfahrer hält das nicht davon ab, durch den Park zu radeln – obwohl sie das eigentlich noch nicht einmal dürften. Auf das Radl-Verbot im Stadtpark angesprochen, winkt sie ab. „Auf das Thema bin ich gar nicht gut zu sprechen.“
Diese Einstellung dürften zahlreiche Regensburger Radler teilen. Seit einer Kontrollaktion des Ordnungsamtes schlägt das Radverbot im Stadtpark hohe Wellen. Am 12. Juli verteilten Ordnungshüter Knöllchen an Radfahrer im Stadtpark – nur: viele Zweiradfahrer wussten gar nicht, dass man dort gar nicht in die Pedale treten darf. Es ist nämlich so: In Grünanlagen ist es – von einigen Ausnahmen abgesehen – grundsätzlich verboten, mit dem Rad zu fahren. Laut Stadt wurden bei der Aktion im Stadtpark 32 Verwarnungen ausgesprochen. 30 Betroffene bezahlten das Verwarnungsgeld (15 Euro) sofort – gegen zwei Radfahrer wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, weil sie nicht sofort zahlen wollten. Insgesamt hat die Stadt also 450 Euro mit der Kontrollaktion eingenommen. Das kam nicht bei jedem gut an. Bei der Veranstaltung „Stadt im Gespräch“ übten viele Bürger im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Getrud Maltz-Schwarzfischer Kritik an der Regelung. Die SPD-Politikerin gab daraufhin zu, dass die Kontrollaktion nicht optimal gelaufen sei – und sie sagte zu, eine Fahrradtrasse durch den Park zu prüfen. Zukünftig, schreibt die städtische Pressestelle auf Anfrage, wolle man die Kontrollen kommunikativ begleiten, um die Öffentlichkeit im Vorfeld zu sensibilisieren.
Radverbot im Regensburger Stadtpark: Stadtrat ist gespalten
Darüber hinaus kündigte die Oberbürgermeisterin an, prüfen zu lassen, ob die Radwegeführung sinnvoll ist – oder ob eine Trasse durch den Stadtpark für die Zweiräder freigegeben werden soll. Das müsse allerdings der Stadtrat entscheiden, so die Pressestelle der Stadt.
Dort sind die Meinungen gespalten. Thomas Burger, Vorsitzender der SPD-Fraktion, der auch die Oberbürgermeisterin angehört, sagt auf Anfrage: „Im Stadtpark sehe ich derzeit keinen Bedarf für eine Ausweitung von Radverkehrsflächen.“ Er sehe Parks als Rückzugsräume für Fußgänger, durch die nur dann Radler fahren dürften, wenn sonst kein Weg zur Verfügung steht.
Kontrollen wie die Mitte Juli befürwortet er. Es mache Sinn, von Zeit zu Zeit die bestehenden Regelungen durchzusetzen. Damit könne man die gegenseitige Rücksichtnahme schärfen. „Respektvolles Miteinander ist Trumpf – auch in diesem Bereich.“
Beim Koalitionspartner CSU sieht die Welt anders aus. Jürgen Eberwein, Vorsitzender der Stadtratsfraktion, fordert eine Fahrradtrasse durch den Stadtpark – auch weil die Prüfeninger Straße in seinen Augen ein Sicherheitsrisiko für Radler darstellt. Durch den Ausbau habe sich die Situation für die Zweiradfahrer teilweise noch verschlimmert. Eberwein möchte die Radtrasse durch den Stadtpark als Thema in die Koalition einbringen. „Das bedeutet aber nicht, dass wir grundsätzlich alle Parks für Radfahrer öffnen wollen – im Gegenteil.“ Eberwein plädiert dafür, im Einzelfall abzuwägen und dann zu entscheiden, wo es sinnvoll ist, Parks für Fahrradfahrer freizugeben. Auch weil er immer wieder von Bürgern darauf angesprochen werde, dass sie von Radfahrern gefährdet wurden.
Und die Opposition? Grünen-Fraktionsvorsitzende Maria Simon betont, dass es bereits positive Beispiele für eine gemeinsame Nutzung von Wegen durch Rad- und Fußverkehr gebe.
Grüne plädieren für Rad-Trasse durch den Regensburger Stadtpark
„Die Grünen haben der Freigaben durch den Radverkehr in der Vergangenheit zugestimmt und die Freigaben haben sich auch bewährt.“ Bei Parks müsse man das allerdings differenziert betrachten. An einigen Stellen mache es Sinn, die Grünanlagen für den Radverkehr zu öffnen. „Eine Querung für Radfahrer durch den Stadtpark können wir uns vom Hochweg zur Prüfeninger Straße vorstellen.“ Hier gebe es bereits einen beleuchteten Weg. Simon plädiert darüber hinaus auch noch für einen Radweg durch eine andere Grünanlage: „Im Ostpark ist laut Sanierungskonzept ein geteerter Weg vorgesehen. Auch hier ist eine Freigabe für den Radverkehr sinnvoll.“