Kindergarten in Neustadt a.d. Donau will eine weitere Gruppe eröffnen

In allen Kommunen wird händeringend nach Kinderbetreuungsplätzen gesucht. Auch in Neustadt a.d. Donau. Dort will die AWO neue Plätze schaffen und stößt auf Probleme.
Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in Neustadt a.d. Donau wächst seit Jahren. Immer neue Kindertagesstätten wurden deshalb zum Teil in Windeseile eingerichtet, aber das Angebot kann die Nachfrage nicht befriedigen. Zehn Kindertageseinrichtungen wird es ab September in Neustadt a.d. Donau und den Ortsteilen geben. Doch der Bedarf an Betreuungsplätzen ist ungebrochen. Bei allen Einrichtungen gibt es bereits Wartelisten. Ein Plan des AWO-Kreisverbandes Kelheim könnte dazu beitragen, das Problem zu verringern.
Die AWO will nämlich schon seit einem Jahr eine dritte Gruppe im Kindergarten „Sachensucher“ in der Fröhlichstraße eröffnen. „Das Gebäude ist baulich groß genug, um drei Gruppen zu beherbergen“, sagt AWO-Geschäftsführerin Elke Niedermeier. Allerdings ist das Haus auch schon älter, damit durchaus in manchen Bereichen sanierungsbedürftig „und es war unklar“, so Elke Niedermeier, „wie lange der Kindergarten dort noch verbleiben kann“. Das und personelle Sorgen hätten konkrete Planungen für eine Erweiterung im vorigen Jahr schnell zunichte gemacht.
Neue Genehmigung
Das letzte Kindergartenjahr begann besser: Die Personalsituation hatte sich stabilisiert und die Rahmenbedingungen mit dem Hauseigentümer konnten geklärt werden. Eine dritte Gruppe schien wieder realistisch. Aber: Die aktuelle Betriebserlaubnis für 50 Kinder in zwei Regelgruppen muss angepasst werden, sagt die AWO-Geschäftsführerin. Nach Eröffnung einer dritten Gruppe könnten bis zu 65 Kinder im Gebäude betreut werden.
Aber aber: Dafür müsste das Gebäude entsprechend hergerichtet werden, wobei eine Komplettsanierung im Moment nicht vorgesehen ist. Elke Niedermeier erklärt: „Das Haus kann natürlich nicht im Hauruck-Verfahren komplett saniert und modernisiert werden.“ Die wichtigsten Arbeiten wie zum Beispiel die Renovierung der sanitären Anlagen würden jedoch „hoffentlich bis zum Start des neuen Kindergartenjahres“ abgeschlossen. Diese Arbeiten beträfen auch die bestehenden Gruppen. Weiter notwendig seien „innerbetriebliche Umstrukturierungen“ wie die Umgestaltung der Gruppenräume sowie die Schaffung eines Therapie- und Intensivierungsraums. Sie sollen ebenfalls noch im Sommer erfolgen. Damit sind noch nicht alle Hindernisse zur Eröffnung einer dritten Gruppe aus dem Weg geräumt.
„Wunsch nicht erfüllt“
„Damit die dritte Gruppe aber tatsächlich starten kann, fehlt noch zusätzliches Personal“, räumt die AWO-Geschäftsführerin ein. „Wir hatten gehofft, dass unsere Suche bis zum September Erfolg zeigen würde, aber leider hat sich dieser Wunsch bisher nicht erfüllt.“ Gesucht werden Kinderpflegerinnen und Heilerziehungspflegerinnen. Die Gruppe kann erst starten, sobald genug Personal vorhanden ist. „Die betroffenen Eltern sind natürlich darüber informiert worden“, sagt Elke Niedermeier.
Damit stehen die „Sachensucher“ vor demselben Problem wie andere Kindergärten – es fehlt an Personal. Um dieses Problem zu lösen hatte der Neustädter Stadtrat vor wenigen Wochen bei einer Gegenstimme beschlossen, zwei Kooperationsverträge mit den kirchlichen Trägern der Kindertageseinrichtungen in den Ortsteilen Mühlhausen und Bad Gögging zu kündigen.
„Wir können genehmigte Kindergartenplätze aufgrund des Personalmangels nicht besetzen“, hatte Bürgermeister Thomas Memmel dazu erklärt. Es gebe nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher. „Die Stadt will deshalb selbst aktiv werden bei der Personalbeschaffung“, sagte der Bürgermeister.
