Ritterschlag zum Staatstheater ereilt Regensburg im Rekordtempo

Von Mittelbayerische Zeitung · 3. August 2023 um 12:00

Noch zwei Spielzeiten, dann trägt das Stadttheater das ersehnte Prädikat: Das Fünf-Sparten-Haus gehört ab 2025/2026 zum erlauchten Kreis – ein historischer Schritt. Jetzt wurde das Eckpunkte-Papier unterzeichnet.

Kunstminister Markus Blume (CSU) und Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer unterzeichneten am Donnerstag im Alten Rathaus das Dokument, das die nächsten Schritte regelt. Beide informierten mit Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) im Kurfürstenzimmer über die Details des Prozesses.

Blume betonte laut einer Pressemitteilung aus seinem Haus das hohe Tempo, mit dem Regensburg den Titel ansteuert: „Mit Rekordgeschwindigkeit auf dem Weg zum Staatstheater! Im April hieß es‚ Vorhang auf für den ersten Akt und nun legen wir mit dem Eckpunktepapier bereits die weiteren Schritte fest.“ Nach dem Auftakt 2023 folgen in den kommenden beiden Jahren bereits die nächsten Akte, so Blume: „Wir heben die staatliche Förderquote in drei Aufzügen sukzessive bis zur paritätischen Finanzierung zwischen Staat und Stadt an. Ab der Spielzeit 2025/2026 ist es dann endlich so weit: Die Uraufführung des Erfolgsstückes ‚Staatstheater Regensburg‘ kann erfolgen. Ich freue mich auf die Premiere!“

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„Das neue Staatstheater Regensburg ist das einzige Staatstheater in Ostbayern und steht damit auf einer Ebene mit großen Staatstheatern zum Beispiel in München oder Nürnberg“, unterstrich Heimatminister Füracker. Regensburg sei bereits heute ein kultureller Leuchtturm in Bayern. „Diese Position wird durch das neue Staatstheater gefestigt und ausgebaut. Es bedeutet einen großen Gewinn für das kulturelle Leben in Regensburg und der ganzen Oberpfalz.“ Der Freistaat zeige so nicht nur sein klares Bekenntnis zur Förderung von Kunst und Kultur, sondern leiste auch einen wichtigen Beitrag für gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern, sagte Füracker. „Ich wünsche dem neuen Staatstheater schon jetzt viele spannende und inspirierende Aufführungen und natürlich viele begeisterte Besucherinnen und Besucher.“

„Großartiges geleistet“

„Diese Auszeichnung wird die künstlerische Qualität beflügeln und die überregionale Bedeutung unseres Theaters weiter stärken“, sagte Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer. „Ich freue ich mich sehr darüber, dass wir heute das gemeinsame Eckpunktepapier dazu unterschreiben können.“

Intendant Sebastian Ritschel und Kaufmännischer Direktor Dr. Matthias Schloderer werden so zitiert: „Das Theater Regensburg hat in den vergangenen Jahren Großartiges geleistet. Wir freuen uns mit dem gesamten Haus, dass wir mit der Saison 2025/26 in den Kreis der Staatstheater aufgenommen werden und auf Basis einer gesicherten finanziellen Ausstattung die Qualität und Strahlkraft für Ostbayern weiter ausbauen dürfen.“

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Das Theater Regensburg ist Bayerns größtes kommunales Mehrspartenhaus mit eigenen Ensembles für Musiktheater, Schauspiel, Tanz und Junges Theater sowie mit eigenem Philharmonischen Orchester und Opernchor. Es soll in einem mehrjährigen Prozess schrittweise in ein Staatstheater überführt werden. Mit dem gemeinsamen Eckpunktepapier legten Staat und Stadt nun die nächsten Schritte fest und formulierten als Ziel den weiteren Ausbau der künstlerischen Qualität des Theaters Regensburg und damit die Stärkung der überregionaler Bedeutung des Hauses in der Region, in Bayern und deutschlandweit, hieß es.

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Vorgesehen ist die sukzessive Anhebung der staatlichen Förderquote in den kommenden Jahren: So soll im Jahr 2023 die staatliche Förderquote zunächst auf 35 Prozent des Theaterbetriebsfehlbetrags angehoben werden. In den nächsten Jahren sei ein weiterer stufenweiser Aufwuchs bis hin zur paritätischen Finanzierung durch Freistaat und Stadt Regensburg vorgesehen. Das Theater Regensburg werde sodann mit Eintritt der paritätischen Finanzierung, welche für die Spielzeit 2025/2026 angestrebt wird, in „Staatstheater Regensburg“ umbenannt.

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Bayerische Staatstheater sind derzeit die traditionellen Münchner Häuser – Bayerische Staatsoper, Bayerisches Staatsschauspiel (Residenztheater) und das Staatstheater am Gärtnerplatz – sowie die Staatstheater Nürnberg und Augsburg. Der Prozess zur Entwicklung des Mainfrankentheaters Würzburg zu einem Staatstheater wurde 2019 in Gang gesetzt. Mit dem künftigen Staatstheater Regensburg werde die bayerische Staatstheaterlandschaft um einen strahlkräftigen Leuchtturm für Ostbayern bereichert.