Ausrangiertes Feuerwehrauto von Läpple wird zum Partymobil

Bei Familie Sander in Münchshofen steht seit einigen Wochen ein Gartenschmuck mit Seltenheitscharakter: ein ausrangiertes Feuerwehrauto. Zwischen Ziersträuchern, Gemüsebeet und Apfelbaum wirkt der Mercedes LF508DG, Baujahr 1981, fast wie eine Laube auf vier Rädern. Aber: Das ist natürlich nicht die Funktion, die dem ehemaligen Einsatzfahrzeugs mit seiner markanten Vorbaupumpe zugedacht ist.
Sven Sander (38) und sein Spezl Christoph Riedl (29) wollen das Auto umbauen und einer neuen Nutzung zuführen. Als Partymobil soll es bei privaten Festen von Freunden und Bekannten, aber auch Veranstaltungen von Vereinen und Firmen für Aufsehen sorgen und die Gäste mit allem, was für einen Schankbetrieb nötig ist, versorgen.
Sander und Riedl sind Berufskollegen. Beide arbeiten beim Autozulieferer Läpple. Sander als Leiter für Werksicherheit und Brandschutz, Riedl als Industriemechaniker. Beide gehören auch der Läpple-Feuerwehr an und beide engagieren sich als Aktive in der FFMünchshofen, Sander gar als Kommandant. Bei so viel Gemeinsamkeiten entstehen schon mal außergewöhnliche Gedanken.
Im September steht Burglengenfeld ein Riesenspektakel ins Haus. Lesen Sie dazu: Deutscher Jugendfeuerwehrtag lockt mit Sport, Show und Musik
Im Frühjahr erfuhren Sander und Riedl, dass die Betriebsfeuerwehr ihren Mercedes LF508DG veräußern würde. Mittlerweile verfügt die Wehr nämlich über zeitgemäßen Ersatz. Die beiden Freunde überlegten, was dem alten Fahrzeug wohl blühen würde? Export in ein fernes Land oder gar die Schrottpresse? Für ein Museumsstück war es noch nicht attraktiv genug.
Für Freunde und Bekannte, aber auch Vereine
Da gebaren die beiden Münchshofener in einer, wie sie sagen, Bierlaune die Idee, das Fahrzeug zu erwerben und in ein Partymobil umzubauen. Möglicherweise fülle man damit sogar eine Marktlücke. Auf jeden Fall aber hätte es der Mercedes verdient, dass man sich um ihn kümmert, ihn pflegt und weiter bewegt, meinten sie. Und als mobile Theke würde er bestimmt auch vielen anderen Zeitgenossen Freude bereiten. Das Unternehmen Läpple spielte mit und gab das LF508DG gerne an die eigenen Mitarbeiter ab. Zu welchem Preis, wollen Sander und Riedl nicht verraten.
Zunächst wurde der Mercedes bei einem befreundeten Landwirt untergestellt, doch dann benötigte dieser den Platz doch wieder selbst, so dass der Sander-Garten zum neuen Stellplatz wurde.
Der Charme soll erhalten bleiben
Mittlerweile haben die stolzen Eigentümer ihre Pläne, was am Fahrzeug verändert werden sollte, konkretisiert. Zum einen sei eine Entkernung des Laderaums unumgänglich; denn hier sollen Biertischgarnituren und Stehtische ebenso sicheren Halt finden wie ein Gasgrill, eine Spüle, Krüge und Gläser – und natürlich ein Bierfass. Andererseits wollen die Bastler den Charme des roten Mercedes so weit wie möglich bewahren und Teile, die in den vergangenen Jahren verändert worden sind, in ihren Originalzustand zurückversetzen.
Bei Flächenbränden werden die Feuerwehren oft von Landwirten unterstützt. Doch plötzlich gibt es Unmut. Lesen Sie dazu: Löschwasser: Burglengenfelder hadern mit Auflagen
Für die MZ öffnete Christoph Riedl in der Fahrerkabine extra die Haube, unter der sich das Herz des Mercedes, ein 90PS starker Benzinmotor, befindet. Laut Tacho hat er das Fahrzeug knapp 29000 Kilometer bewegt. Riedl gerät nicht gerade ins Schwärmen, freut sich aber über die „einfache und doch solide Technik“. Bis auf kleinere Macken sei auch der Gesamtzustand des Fahrzeugs gar nicht so übel. Die regelmäßige Wartung im Betrieb habe sich bezahlt gemacht.
Wann ist der erste feucht-fröhliche Einsatz?
Bis das Party-Mobil fit für den TÜV und für den ersten feucht-fröhlichen Einsatz ist, wird es freilich noch eine Weile dauern, berichten die Bastler. Aber der Aufwand lohne sich allemal, denn das Fahrzeug sei doch noch wunderschön und habe eine interessante Geschichte hinter sich, die man nicht vergessen sollte.
1981 wurde der Mercedes bei der damaligen Werksfeuerwehr der Maxhütte erstmals in Dienst gestellt. Nachdem dort buchstäblich der Ofen aus gegangen war, ging der Wagen zunächst an die Freiwillige Feuerwehr Pirkensee über, ehe das Einsatzfahrzeug bei Läpple über viele Jahre eine neue Verwendung fand.


