Deutscher Jugendfeuerwehrtag in Burglengenfeld lockt mit Sport, Show und Musik

Von Thomas Rieke · 9. Juli 2023 um 11:00

Der Feuerwehr im Landkreis Schwandorf und allen, die ihr nahe stehen, steht ein herausragendes Ereignis ins Haus. Vom 1. bis 3. September wird in Burglengenfeld der Deutsche Jugendfeuerwehrtag über die Bühne gehen. Bei der Veranstaltung, zu der rund 750 Nachwuchskräfte aus der ganzen Republik erwartet werden, handelt es sich um die „größte, die wir je auf die Beine gestellt haben“, so Kreisbrandmeister Christoph Spörl (41). Zusammen mit Kreisjugendwart Tobias Sebast (28) zeichnet er für die Organisation verantwortlich.

Ursprünglich sollte der Kreis Schwandorf lediglich Ausrichter der Deutschen Meisterschaften der Jugendfeuerwehr sein. Die Pläne für diesen anspruchsvollen Sportwettbewerb waren 2020 schon fertig, doch Corona machte eine Durchführung unmöglich. Die Veranstaltung wurde auf 2023 verschoben, und im Herbst 2022 sogar ergänzt. Eine Änderung in der Jugendordnung, so berichtet Tobias Sebast, führte dazu, dass der Kreisbrandinspektion unter dem Titel Deutscher Jugendfeuerwehrtag auch die Ausrichtung einer Delegiertenversammlung ans Herz gelegt wurde.

Nicht alle sollen davon begeistert gewesen sein. „Kriegen wir das gestemmt?“, lautete die Frage, die aber letztlich mit „Ja“ beantwortet wurde.

Die kurzen Wege waren ausschlaggebend

Als Austragungsort wählte Christoph Spörl, damals noch Kreisjugendwart, Burglengenfeld aus. „Wegen der kurzen Wege“, wie er sagt. In Burglengenfeld sei für die Teilnehmer alles fußläufig erreichbar, in Schwandorf hätte man Shuttlebusse einsetzen müssen.

Die Kombination des Delegierten-Treffens, bei dem die Richtlinien für die Jugend diskutiert und aktualisiert werden, mit der Deutschen Meisterschaft der Nachwuchskräfte bedeutet einen Riesenaufwand. Bei ersterem handelt es sich zwar um eine interne Veranstaltung, aber die Besucher müssen alle untergebracht und verpflegt werden. Der sportliche Wettkampf, bei dem es auch um die Qualifikation zur Feuerwehr-Olympiade 2024 in Südtirol geht, war von vornherein als Spektakel für die Öffentlichkeit gedacht. Nur die Besten dürfen daran teilnehmen, pro Bundesland sind maximal drei Mannschaften mit jeweils zehn Akteuren zugelassen. Aus dem Kreis Schwandorf konnte sich kein Team qualifizieren. Tobias Sebast weiß schon jetzt, dass es beim Wettkampf ordentlich zur Sache gehen wird. Jeder Punkt und jede Zehntelsekunde könnten entscheidend sein.

Blaulichtmeile mit rund 75 Einsatzfahrzeugen

Darüber hinaus sahen sich die Organisatoren veranlasst, ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, das den Feuerwehrtag weiter aufwertet und zu einem Besuchermagneten machen soll. So ist am Samstag, 2. September, am Marktplatz in Burglengenfeld eine Blaulichtmeile geplant. Alle Hilfsorganisation, die im Kreis aktiv sind, also auch Polizei, Rettungsdienste und THW, sollen sich mit rund 75 Einsatzfahrzeugen präsentieren. Die Hauptstraße muss dafür abgeriegelt werden. Sebast und Spörl rechnen mit mindestens 5000 Besuchern.

Eine größere Menschenansammlung dürfte es auch gleich zum Auffakt des Feuerwehrtags am Freitag, 1. September, geben. Zur Eröffnung wird Schirmherr Markus Söder (CSU) erwartet. Als „hochrangiger Funktionsträger“ war der Ministerpräsident der Wunschkandidat für dieses Amt gewesen. Söder willigte ein und unterzeichnete die entsprechende Urkunde am 28. Juni bei einem Staatsempfang vor der Münchner Residenz. Für die Delegierten aus dem Landkreis Schwandorf, die daran teilnahmen, sei dies ein berührendes Ereignis gewesen, berichtet Christoph Spörl, „nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für mich“.

Zahl der Nachwuchskräfte auf konstantem Niveau, aber...

Selbstredend erhoffen die Organisatoren, dass sich ihre Anstrengungen auch bezahlt machen. Wenn der Funke der Begeisterung für das Feuerwehrwesen auf den einen oder anderen überspringen würde, wäre das nicht verkehrt. Zwar ist die Zahl der Jugendlichen bei den Feuerwehren im Landkreis laut Spörl mit rund 1250 Mädchen und Burschen seit über einem Jahrzehnt relativ konstant, doch seien die Nachwuchskräfte sehr unterschiedlich verteilt.

Manche Feuerwehr freue sich über große und weiter wachsende Jugendgruppen, einige kleinere Wehren hätten indes das Problem, dass kaum neue Kräfte hinzustoßen würden, weil es im Ort selbst an Nachwuchs fehle. Kinderfeuerwehren gibt es laut Sebast im Landkreis mittlerweile 36. Erst am Freitag vergangener Woche wurde in Nittenau eine neue geboren.

Die drei Tage im Überblick

1. September: Am Marktplatz in Burglengenfeld ist ein Open-Air-Konzert mit der Bayern-3-Band geplant. Zur Eröffnung wird Schirmherr Markus Söder erwartet.

2. September: In der Stadthalle von Maxhütte tagen die Delegierten und der Deutsche Feuerwehrverband. In Burglengenfeld werden eine Blaulichtmeile eingerichtet und für Kinderfeuerwehren ein Geocaching veranstaltet. Abends ist im Bulmare für Feuerwehrangehörige eine Party mit DJ angesagt.

3. September: Im Fokus steht die Deutsche Meisterschaft der Jugendwehren in Burglengenfeld.

Ein Duo, das sich prima ergänzt: Kreisjugendwart Tobias Sebast (r.) und sein Vorgänger, Kreisbrandmeister Christoph Spörl, bereiten den Deutschen Feuerwehrtag gemeinsam vor. Foto: Thomas Rieke