Waldmünchner und Elzer feiern das Jubiläum einer besonderen Freundschaft

Von Petra Schoplocher · 31. Juli 2023 um 15:00

Es ist nur ein Satz. Noch dazu von einem, der an diesem Abend gar nicht da ist. Der dennoch als Sinnbild dessen herreicht, was Elz und Waldmünchen verbindet: Eine besondere Freundschaft, eine außergewöhnliche Verbindung, deren Anfänge vor 50 Jahre am Wochenende groß gefeiert wurden.

Guido Brümmer, Vorsitzender des Männergesangvereins Frohsinn Elz, ist derjenige, der für diese Allegorie sorgt. Er zitiert den langjährigen Elzer Chorleiter Mario Siry, den er wenige Tage vor Abreise nach Waldmünchen zufällig traf. Als der dies vernahm, dauerte es nur den Bruchteil einer Sekunde bis zur Frage: „Habt ihr noch einen Platz?“

Der Blick in die Runde zeigt: Das überrascht niemanden. Wie sich zum Auftakt des Jubiläumswochenendes überhaupt zeigt: Es sind die vielen persönlichen Verbindungen, die unzähligen herzlichen Begegnungen und Kontakte, die den Wert der Freund- und seit 2006 auch offizieller Partnerschaft ausmachen.

Von Sängern bis Trenck

Das unterstreicht Bürgermeister Markus Ackermann: Elz und Waldmünchen, das sei keine Beziehung auf städtischer oder Verwaltungsebene, sondern eine von den Menschen getragene – auf unterschiedlichen Ebenen, von Sängern über Musikanten bis zum Trenckverein. Sein Fazit: „Des g‘hört zam, des passt.“

Wie gut das auch an diesem Abend passt – der bewusst „auf einen Staatsakt verzichtet“ – zeigt sich an den Tischen: eine Umarmung hier, Gelächter da. Es herrscht genau das schöne, entspannte Miteinander, das Markus Ackermann als Parole ausgibt.

Sein Pendant Horst Kaiser erinnert an den ersten Kontakt 1973. „Das hat sofort gefunkt.“ Bereits ein Jahr später reisten rund 250 Elzer mit einem Sonderzug an. „Heute kaum noch vorstellbar...“

Was den Rathauschefs besonders gefällt: 70 junge Elzer zwischen acht und 15 Jahren hatten die Tage zuvor im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zelte in Waldmünchen aufgeschlagen. Ein bestes Zeichen in Richtung nächste 50 Jahre, sind sie sich einig.

Der Blick geht (nicht nur in vielen Gesprächen nach dem Motto: Weißt du noch?) auch „offiziell “ kurz in die Vergangenheit. Guido Brümmer erinnert an sechs noch lebende „Anstifter“ der Freund- und Partnerschaft, die sich aus einem Ausflug Elzer Sänger nach Waldmünchen 1973 fügte.

Enge Verbindungen

Wie eng die Verbindung ein halbes Jahrhundert lang war und noch ist, nutzt der Frohsinn-Vorsitzende besagtes Erlebnis mit dem früheren Chorleiter. „Das sagt alles.“ Und Brümmer ist überzeugt: „Auch ich und viele andere hätten genau so reagiert.“

Kein gemeinsamer „Termin“ ohne Musik, also spielt die Elzer Stubbemusik (sagt man im Hessischen „zünftig“?) auf. Auch sie längst Teil einer Freundschaft, die von einem ganz besonderen Geist und viel Herz getragen ist.

Rarität und nagelneu: Bürgermeister Horst Kaiser hatte für Martin Frank einen Elzer Kirmeskrug mitgebracht.
Imposant Kulisse, imposante Gruppe: Viele Waldmünchner gesellten sich am Begrüßungsabend zu den Elzern im Innenhof des Schwan. Insgesamt zählte die hessische Delegation rund 100 Personen.
Das erste Geschenk von Horst Kaiser erhielt „aus gutem Grund“ Elisabeth Ruhland, einer der Motoren der Freundschaft.