Rodinger Stadtrat macht Weg für Mömax, Baumarkt und Fast-Food-Kette frei

Von Benjamin Riehl · 29. Juli 2023 um 15:00

Die Freibad-Sanierung, der Dorftreff Kalsing und die Ansiedlungen in der Kagerstraße Nord beschäftigten den Stadtrat in Roding (Kreis Cham) in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Donnerstagabend.

Kämmerer Josef Zwicknagl stellte zu Beginn den Finanzbericht vor. Man liege allgemein gut, müsse aber etwas vorsichtig sein, was die Steuereinnahmen angehe, so Zwicknagl.

Insgesamt elf Millionen Euro investiert die Stadt in die Sanierung des Freibads. Aktuell läuft die Sanierung der Fundamente. Bei den Kosten liege man aktuell 1,35 Millionen Euro unter den veranschlagten Kosten. Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, nun doch wieder zwei Punkte einzuplanen: die Kletterwand und die zweite Wasserrutsche.

Kletterwand und Rutsche

Für die Kletterwand müssten die Fundamente an die spätere Ausführung angepasst werden oder die Kletterwand müsse komplett gestrichen werden. Es wurde befürwortet, nun die Kletterwand komplett anzuschaffen und die Fundamente an diese anzupassen. Das Planungsbüro empfahl für die zweite Wasserrutsche eine aus Edelstahl. „Wir wollen damit dem generellen Wunsch nach diesen beiden Attraktionen nachkommen. Und der Kämmerer war auch einverstanden“, sagte Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Die Mehrkosten für Rutsche und Kletterwand belaufen sich zusammen auf etwa 470.000 Euro, das entspricht etwa einem Drittel der vorgesehenen Einsparungen. Dem Antrag, diese beiden Attraktionen auszuführen, wurde einstimmig stattgegeben.

Ein weiterer Antrag, der nachträglich in die Sitzung eingebracht wurde, war der Einbau von Massagedüsen im Nichtschwimmerbecken. Die Bürgermeisterin befürwortete den Antrag, es gäbe damit eine weitere Attraktion im Schwimmbad ohne großen Mehraufwand. Manfred Janker von den Städtischen Betrieben bestätigte auf Nachfrage, dass die Massagedüsen keinen Mehraufwand im Betriebsablauf des Bades bedeuten würden. Der Stadtrat folgte dieser Argumentation und genehmigte den Antrag einstimmig.

Die Feuerwehr Roding wünscht sich Ersatz für das bestehende Hilfeleistungslöschfahrzeug mit Baujahr 1998. Zwar sei die geplante Nutzung von 30 Jahren noch nicht erreicht, aber das Fahrzeug sei in schlechtem Zustand, heißt es im Antrag. Im Gegenzug solle der Austausch des Rüstwagens, Baujahr 1992, zu einem späteren Zeitpunkt als geplant erfolgen, da dieser in wesentlich besserem Zustand sei. Da es aktuell zu langen Lieferzeiten käme, soll die Planung samt Zuschussantrag bei Regierung der Oberpfalz und Landkreis bereits jetzt erfolgen, damit die Ausschreibung Mitte 2024 erfolgen kann. Das Fahrzeug stünde dann voraussichtlich 2026 zur Verfügung. Der Stadtrat votierte einstimmig dafür.

Diskussionen gab es um den geplanten Erlass einer Verordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und Gehbahnen im Winter. Der vorliegende Entwurf sah unter anderem vor, dass Anwohner die Straßen und Wege von „Gras und Unkraut sowie Moos und Anflug von sonstigen Pflanzen befreien müssen, soweit es aus Ritzen und Rissen im Straßenkörper wächst.“ Einige Stadträte wandten ein, dass es nicht die Aufgabe der Bürger sein könne, im öffentlichen Raum an den Straßen zu hantieren. Das sei keine Bürgerpflicht und auch nicht erwünscht, dass die Bürger Eingriffe in die Straßen und damit womöglich auch in den Straßenverkehr vornähmen. Bürgermeisterin Riedl entgegnete, dass es sich bei dem vorliegenden Entwurf um einen Standardentwurf handele. Damit wollten sich die Stadträte jedoch nicht zufrieden geben. Aufgrund der Einwände wurde der Erlass der Verordnung von der Tagesordnung genommen. Riedl versprach, dass der Entwurf noch mal geprüft und gegebenenfalls überarbeitet werde.

In der Sitzung wurde außerdem die Außenbereichssatzung für das Gebiet Kagerhof behandelt. Diese macht den Weg frei für die geplante Ansiedlung eines Baumarktes, des Möbelriesen Mömax und der Filiale einer Fast-Food-Kette. Die Satzung wurde einstimmig beschlossen. Ebenfalls wurden die Flächennutzungsplan-Änderung und die Änderung des Bebauungsplanes einstimmig beschlossen. Für den Bebauungsplan wurde eingebracht, dass die Photovoltaik-Flächen verbindlich festgeschrieben werden sollen. Ob eine Abschaltung der Beleuchtung zu den Zeiten, wenn die Geschäfte geschlossen haben, festgeschrieben werden kann, solle geprüft werden. Damit ist der Weg frei für die geplante Ansiedelung an der Kagerstraße.

Dorftreff wird aufgewertet

Ein weiterer Punkt sorgte dafür, dass einige Besucher die Sitzung verfolgten: der Antrag auf die energetische Sanierung des Dorftreffs Kalsing. Hintergrund ist die notwendige Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in Kalsing. Gerade ein fehlender Schulungs- und Jugendraum und die fehlenden sanitären Anlagen stellen ein großes Problem dar. In Gesprächen im Vorfeld wurde vorgeschlagen, stattdessen den Dorftreff Kalsing aufzuwerten und ganzjährig – auch im Winter – nutzbar zu machen, und nur rudimentäre Sanierungen am Feuerwehrhaus vorzunehmen.

Der Dorftreff käme mehreren Vereinen, nicht allein der Feuerwehr, zugute. Die Feuerwehr Kalsing unterstützt dieses Vorhaben. Am Feuerwehrhaus wird laut Antrag nur das Tor ertüchtigt, die alte Viehwaage für einen weiteren Lagerraum entfernt und ein Frostwächter installiert. Der Stadtrat stimmte der energetischen Sanierung und Aufwertung des Dorftreffs Kalsing einhellig zu.

Stadtrat in Kürze

Zustimmung: Eine geänderte Benutzungsordnung mit geänderten Nutzungsgebühren der Stadtbücherei Roding wurde ebenso beschlossen wie die Änderung des Bebauungs- und des Flächennutzungsplanes des Industriegebiets in Oberkreith.

Vertagung: Die Aufstellung des Bebauungsplanes und der Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplanes Obertrübenbach-Spannaglstraße wurde in den nicht-öffentlichen Teil verlegt.Stadtrat in Kürze

Die Bauarbeiten im Rodinger Freibad laufen auf Hochtouren. Foto: Schreiner