Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl und ihr Mann Manuel erwarten ihr erstes Kind

Seit Monaten war es ein offenes Geheimnis, gut zwei Wochen vor dem Geburtstermin macht es Alexandra Riedl nun offiziell: Rodings Bürgermeisterin (35) und ihr Mann Manuel (36) erwarten ihr erstes Kind. „Wir freuen uns riesig!“, sagt sie und strahlt über das ganze Gesicht.
Für das Paar, das 2018 in Waldmünchen standesamtlich und 2019 am Heilbrünnl kirchlich geheiratet hat, war immer klar, dass es Kinder möchte. Daran hat auch die Wahl zur Bürgermeisterin im Jahr 2020 nichts geändert. „Da gab es keine große Diskussion“, sagt sie. Die beiden fiebern dem neuen Lebensabschnitt schon sehr entgegen: „Das wird eine schöne Aufgabe!“
Das Treppensteigen fällt ihr in den letzten Tagen schon etwas schwerer. „Ansonsten geht es mir sehr gut“, versichert Riedl, die auch weiterhin auf vielen Terminen unterwegs ist. Diese Woche ist die Bürgermeisterin noch „voll im Einsatz“, bis zum Geburtstermin Mitte August wird sie dann auf jeden Fall kürzertreten. Dass die Geburt nun glücklicherweise in die etwas ruhigere Sommerpause fällt, spielt der Rathaus-Chefin natürlich in die Karten. Der Zeitpunkt sei aber nicht geplant gewesen, sondern purer Zufall. „Wir hätten selbstverständlich auch jedes andere Datum genommen“, sagt sie mit einem Lächeln.
Eine Herausforderung
Bei den großen Jubiläumsfesten der Feuerwehr Mitterdorf und des Rodinger Burschenvereins, die sie jeweils als Ehrenschirmherrin begleitete, konnte sie ebenso live dabei sein wie beim Rodinger Volksfest. Auf Alkohol verzichtete Riedl bewusst. Auch für das Zuprosten nach dem Fassanstich im Zelt ließ sie sich Wasser oder Spezi in den Maßkrug füllen. „Ich wollte, dass die Bürger nichts hineininterpretieren und sehen, dass ich mich so verhalte, wie es während der Schwangerschaft üblich ist“, erklärt die 35-Jährige. Verantwortliche wie Honoratioren hätten diesen Schritt respektiert. Vielmehr hätte die Extra-Maß inmitten der Reihe der mit frisch gezapften Bier befüllten Krüge für Lacher gesorgt, so Riedl.
Die frohe Botschaft haben die werdenden Eltern lange für sich behalten. Irgendwann war es aber an der Zeit, vor allem die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung und ihre Stellvertreter zu informieren. Sie hat auch Landrat Franz Löffler eingeweiht. Alle hätten die Nachricht, die sich dann rasch verbreitete, begeistert aufgenommen und ihre Hilfe angeboten. Die Vorfreude auf das „Rathaus-Baby“ ist demnach riesig.
Und auch jedem Bürger, der sie auf das Thema angesprochen oder nachgefragt hat, hat sie mit ihrer sympathischen Art und ihrem offenen Wesen die Schwangerschaft bestätigt. Die allermeisten Leute hätten sich sehr gefreut, erzählt Riedl. Auch darüber, dass die Bürgermeisterin gerade in den vergangenen vier, fünf Wochen noch viele Termine selbst wahrgenommen hat. Dass man in der Öffentlichkeit auch einigen neugierigen Fragen ausgesetzt ist, sei ihr bewusst. Den ganz wenigen Bedenkenträgern habe sie geantwortet, dass die Vertretung im Rathaus geregelt sei und auch andere Frauen mit Vollzeitjob diese Lebensphase wuppen würden. „Das ist für jede Familie eine Herausforderung. Wenn man es will, schafft man es!“, sagt Alexandra Riedl.
Der 35-Jährigen ist bewusst, dass es nach der Geburt ein gutes Zusammenspiel braucht, um die Elternschaft und das Amt der Bürgermeisterin unter einen Hut zu bringen. Sie und ihr Mann sind überzeugt, dass das gelingt. Geplant ist, dass sie acht Wochen zuhause bleibt, danach wird sich ihr Mann Manuel um den Nachwuchs kümmern. Ihre Unterstützung haben auch die Großeltern, die sich sehr freuen, zugesagt. Zwei Omas und zwei Opas stehen bereit. „Jeder hat Hilfe angeboten, auch Freunde und Mitarbeiter. Gemeinsam bekommen wir das hin“, betont Riedl.
Für die acht Wochen Mutterschutz, die gesetzlich geregelt sind, tritt die sogenannte Verhinderungsstellvertretung in Kraft. In dieser Zeit wird ihr gewählter Stellvertreter Reinhold Schoierer die Aufgaben übernehmen. Kann der Vizebürgermeister nicht, springt Alfred Stuiber ein. Die Vertretung im Amt teilen sich Geschäftsleiter Josef Kaml und Kämmerer Josef Zwicknagl. „Es ist genau vereinbart, wer sich um was kümmert. Keiner muss Angst haben, dass etwas nicht bearbeitet wird“, betont sie. Zumal sie das Büro nicht einfach mit einem Stapel voller Akten verlassen und in die Babypause starten werde. Auch die Mitarbeiter der Verwaltung hätten ihre Aufgaben.
Dieses Prozedere hat sie auch dem Stadtrat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am Donnerstag erörtert. Die September-Sitzung wird dann 2. Bürgermeister Reinhold Schoierer leiten. Allen Vertretern und Mitarbeitern gilt schon jetzt ihr Dank: „Ich bin mir sicher, dass sie alles im Sinne der Stadt lösen werden.“
Neuer Lebensabschnitt
Bürgermeisterinnen sind auch im Landkreis Cham noch eine Seltenheit (in fünf von 39 Kommunen steht eine Frau an der Spitze), schwangere Bürgermeisterinnen eine absolute Rarität. Die 35-Jährige findet, dass schwangere Politikerinnen keine Sensation, sondern eine Selbstverständlichkeit sein sollten. In diesem Zusammenhang verweist sie auch auf die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger, die als Musterbeispiel gilt, wenn es darum geht, Politik und Mutterschaft zu vereinen.
Wie es nach der achtwöchigen Mutterschutzzeit, die Rodings Bürgermeisterin einhalten muss, konkret weitergeht, „wird sich sicher einspielen“. Ziel sei es aber, beides so schnell wie möglich zu vereinen und das Amt der Bürgermeisterin nach den acht Wochen wieder auszuüben, sagt Riedl.
Der Job mache ihr nach wie vor viel Spaß. Mit dem Waldkindergarten in Mitterkreith, der Erweiterung des Kindergartens in Mitterdorf sowie dem geplanten Bau einer Einrichtung in Wetterfeld konnte sie bereits wichtige Akzente setzen. Auch Großprojekte wie die Freibad-Sanierung oder der Brückenschlag nach Mitterdorf laufen. Mit der Flussbühne wurde ein Herzensprojekt realisiert. Weitere Ideen habe sie in der Schublade. „Ich bin gespannt, ob und wie schnell ich überhaupt abschalten kann in der Baby-Pause.“
Dass jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnt, hat Riedl trotz stressiger Tage so richtig realisiert, als das Baby im Bauch zu strampeln begann: „Da war die Freude riesengroß!“

