Wärmenetz: Stadtrat Hofmann sieht Burglengenfeld vor Herkulesaufgabe

Von Thomas Rieke · 29. Juli 2023 um 15:00

In der Theorie scheint alles so einfach: Das Zementwerk von Heildelberg Materials (HM) gibt seine ungenutzte Energie ab und verbessert dadurch sein Image. Die Stadtwerke (SWB) nehmen die Wärme ab und verteilen sie auf möglichst viele Hausbesitzer, die dadurch ihr Heizungsproblem elegant lösen. In der jüngsten Ratssitzung wurde aber deutlich: Bis dahin ist es ein langer, steiniger Weg.

Laut Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) ging es am Mittwoch nur um eine grundsätzliche Willensbekundung. Als Signal an die Bürger und das Unternehmen HM sei das nicht unwichtig. Ferner sollten die SWB beauftragt werden, die Möglichkeiten für den Ausbau des bereits vorhandenen Wärmenetzes auszuloten und gegebenenfalls andere wichtige Akteure einzubinden. Außerdem sollten die SWB ermächtigt werden, unter Hinzuziehung externer Gutachter „möglichst zeitnah zu prüfen“, ob ein Wärmenetz für Burglengenfeld unter ökologischen, aber auch ökonomischen Aspekten sinnvoll ist.

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Den einstimmigen Beschlüssen für all diese Punkte gingen interessante Redebeiträge voraus. Markus Huesmann, stellvertretender Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, sah die Gefahr des Fördermittel-Verlusts, wenn einige Aufgaben gleich doppelt erfüllt würden. Denn der Stadtrat hatte erst im Juni beschlossen, eine kommunale Wärmeplanung auf den Weg zu bringen, was der Staat mit 90Prozent bezuschusst. In diesem Zusammenhang würden bestimmt zumindest teilweise dieselben Fragen gestellt, mutmaßte Huesmann.

Stadtbaumeister Franz Haneder und der Bürgermeister beruhigten: Natürlich werde man darauf achten, dass die Kommune keinen Förderschaden erleide. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe Kämmerin Frieser schon Gespräche geführt. Doppelplanung werde „so weit wie möglich“ vermieden, ganz ausschließen lasse sie sich nicht, räumte Gesche ein. Es gebe „gewisse Berührungspunkte“.

Auch SPD unterstützt das Vorgehen – sogar begeistert

3. Bürgermeister Sebastian Bösl (SPD) zeigte sich von dem Vorgehen der Verwaltung sehr angetan. „Wir unterstützen das Ganze mit Begeisterung“, sagte er. Wärmeplanung und -netze seien zukunftsweisend, und Burglengenfeld habe mit dem Zementwerk großes Potenzial. Auch sei die Aufgabe bei den Stadtwerken richtig angesiedelt. Nachdem bereits viele Gesellschaften existierten, die Wärmenetze mit Erfolg betrieben, könnten die SWB von deren Erfahrung auch viel lernen.

Thomas Hofmann, ebenfalls stellvertretender Sprecher der CSU-Fraktion, warnte vor voreiligen Beschlüssen. Aus seiner Sicht wäre es besser, die Bürger zunächst mit Informationen zu füttern. Im Aufbau eines Wärmenetzes sieht Hofmann grundsätzlich eine enorme Herausforderung. Er sprach von einem „der größten Projekte der Stadt“ überhaupt. Der Bau des Bulmare sei dagegen eine Kleinigkeit gewesen. Ansonsten wurde über die Finanzierbarkeit kein Wort verloren. Dabei hatte Zementwerkleiter Bernhard Reindl erst kürzlich ausgeschlossen, dass sein Konzern einen Teil der Netzausbaukosten übernehmen werde.