Denkmaltag: Einblicke in die Wandelbarkeit der Regensburger Geschichte

Von Franziska Mahler · 27. Juli 2023 um 19:00

Sie stiften Identität oder sind sogar bis heute noch bewohnt – „Denkmäler sind vielfältig“, sagt Kulturreferent Wolfgang Dersch bei der Programmvorstellung zum 30. Denkmaltag. Genau diese Vielfalt und Wandelbarkeit soll sich auch im diesjährigen Motto „Was ein Denkmal kann – Talent Monument“ widerspiegeln.

61 Angebote stehen für Besucher am 10. September offen. Ohne die Leidenschaft privater Denkmalträger und Institutionen wäre das nicht möglich, sagt Maximilian Fritsch vom Amt für Archiv und Denkmalpflege. Mit einem kleinen, übersichtlich gegliederten Heft können sich die Besucher ihre Highlights herauspicken. Ein paar Beispiele:

Im Stadtwesten: Im Dörnbergpark kann das Rosarium besichtigt werden, das heute gastronomisch genutzt wird. In der Schwalbenneststraße bekommen Besucher Einblick in eine Feldkapelle.

In der Altstadt: Hier stehen beispielsweise die Tore zum Gesandtenfriedhof, alten Pfarr- und Mesnerhaus von St. Emmeram und zum Dachstuhl des Runtingerhauses in der Keplerstraße 1 offen. Bei Letzterem werde auch das Thema Denkmalpflege aufgegriffen, so Fritsch. Am Neupfarrplatz stehe unter anderem das Thema Archäologie versus Bodendenkmalpflege im Fokus.

Im Stadtosten: Auch heuer kann die Polizeidienststelle im Minoritenweg 1 besichtigt werden. Das Gebäude wurde in der NS-Zeit errichtet. Trotz Sanierung verlor es den historischen Charakter nicht.

Stadtsüden: Kumpfmühl ist ein geschichtsträchtiger Stadtteil. Am Tag des Denkmals wird er den Besuchern während eines Rundgangs näher gebracht.

Über die Donau: Vielleicht ist der ein oder andere hier schon eingekehrt: Oma in da Antn. Schon im Barock war es eine Gastwirtschaft. Die Geschichte und das Objekt werden vorgestellt. Auch der Spitalkeller lädt Besucher ein.

Für Familien und Kinder: Mit einem Forscherheft können sich Kinder als Detektive auf die Spuren der Denkmäler in der Regensburger Altstadt begeben. Im Dom gibt es eine Führung zu den bunten Glasfenstern.

Empfehlungen der Stadt: Ein Blick hinter die Kulissen des Bischofshofs und des „Bären an der Kette“, des sanierten Hauses Alte Manggasse 2, der einstigen Pfarrkirche St. Peter und Paul sowie der Nibelungenkaserne und des Schlosses Höfling soll sich lohnen.

Denkmalsteckbrief: Pünktlich zum Tag des Denkmals erscheint auch wieder ein neuer Denkmalsteckbrief. Vorgestellt wird dieses Mal die Nothelferkapelle in Leoprechting. Die Kapelle soll aufgrund eines Gelübdes an die Vierzehn Nothelfer wegen eines Waldunfalls 1930 errichtet worden sein. Sie gehört heute zum Hof der Familie Bach. Die Sanierung 2020 ist ihnen zu verdanken. Dieses Bauwerk zeige die identitätsstiftende Wirkung eines Denkmals für einen Ortsteil, so Eugen Trapp, Abteilungsleiter Denkmalschutz.

Im Programmheft findet sich unter jedem Angebot ein Vermerk zur Barrierefreiheit. Es gibt auch Führungen ohne feste Zeiten. Infomaterial, Programmheft und Denkmalsteckbriefe gibt es am Veranstaltungstag am zentralen Infostand im Runtingerhaus, Keplerstraße 1. Dort sind auch die Zugangskarten erhältlich, die bei wenigen Angeboten notwendig sind. Vorab ist das Programm in gedruckter Form in den Tourismusbüros und beim Amt für kulturelles Erbe erhältlich, online unter www.regensburg.de/denkmaltag. „Ich hoffe, dass viele Bürger die Angebote nutzen und so die Stadt neu entdecken“, so Dersch.