Anrufsammeltaxi: Das ändert sich für Fahrgäste im Landkreis Neumarkt

Von Dagmar Fuhrmann · 25. Juli 2023 um 18:25

Wer bisher ein Anrufsammeltaxi (AST) in Anspruch genommen hat, musste je nachdem, wo er im Landkreis Neumarkt unterwegs war, unterschiedliche Aufschläge zum VGN-Ticket bezahlen. Der Betrag wird künftig vereinheitlicht. Zudem wird eine weitere Gemeinde an das Netz angebunden.

Darüber informierte Verkehrssachbearbeiter Michael Endres vom Landratsamt in der Sitzung des Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Umweltausschusses des Kreistages am Dienstagnachmittag. 2022 nutzten etwa 8000 Fahrgäste diesen Service und bezahlten je nach Tarifzone und Gemeinde einen Aufschlag zum ÖPNV-Ticket zwischen 2,10 und 6,70 Euro. Die Kreisräte haben nun beschlossen, diesen Aufschlag einheitlich zu gestalten und sich für die niedrigste Tarifstufe mit 2,10 Euro entschieden.

Anrufsammeltaxi: Landkreis Neumarkt will Anreiz schaffen

Sie wollen damit einen Anreiz schaffen, den ÖPNV verstärkt zu nutzen. Sollte der VGN das Vorhaben genehmigen, wird es im Dezember umgesetzt. Dadurch werden allerdings etwa 19000 Euro an Fahrgeldern fehlen. Auch dieses Defizit übernimmt der Landkreis zu einem Drittel und die Gemeinden zu zwei Dritteln.

AST sind als ÖPNV-Angebot zwischen fast allen Orten im Landkreis und den jeweiligen Bahnhöfen in Neumarkt, Parsberg beziehungsweise Postbauer-Heng unterwegs. Sie fahren bei Bedarf auf Bestellung und ergänzen die ÖPNV-Anbindungen außerhalb der üblichen Busverkehrszeiten.

Auf der Tagesordnung stand ebenfalls der Beschluss, das Anrufsammeltaxi zwischen Sengenthal, Mühlhausen und Berching aufrecht zu erhalten. Es hält laut Endres in den Ortsteilen und am Neumarkter Bahnhof beziehungsweise am Neuen Markt. Wochentags kann man es abends nach dem letzten Bus von circa 21 Uhr bis 1 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 20Uhr und 1 Uhr in Anspruch nehmen.

2021 nutzten dieses Angebot etwa 1500 Personen, es gab 1350 Fahrten auf dieser Strecke, dadurch entstand ein Defizit in Höhe von 32000 Euro. Bedient wird die Strecke weiterhin von Taxi Kraus, dem stimmten die Kreisräte zu.

Ab Dezember: Anrufsammeltaxi bringt Bürger aus Seubersdorf zum Parsberger Bahnhof

Auch in Seubersdorf wird es ab Dezember ein Sammeltaxi geben. Sein Ziel wird der Parsberger Bahnhof sein. Es verbindet die Ortsteile miteinander und wird an das bestehende Parsberger AST angebunden.

Der Markt Lauterhofen hat sich die Wiedereinführung einer direkten Busanbindung von Traunfeld an die S-Bahn-Station Altdorf gewünscht. Den soll sie laut Beschluss der Kreisräte zum Dezember 2025 bekommen. Derzeit endet die VGN-Buslinie 550 an der Landkreisgrenze in Wappeltshofen, etwa 2,6 Kilometer von Traunfeld entfernt.

Wichtig ist diese Verbindung insbesondere für Mitarbeiter der ortsansässigen Kartonagefabrik im Nürnberger Land. Die Hinfahrt soll von 6 bis 7 Uhr erfolgen, die Rückfahrt von 13 bis 14 Uhr und von 17 bis 18 Uhr. Der Markt Lauterhofen hat sich bereit erklärt, 50 Prozent des Defizits zu übernehmen.

Auch das ermäßigte Deutschlandticket für 29 Euro soll laut Beschluss im Landkreis zum 1. September umgesetzt werden. Es gilt für Auszubildende, Studierende und Freiwilligendienst-Leistende.

Dach des Neumarkter Landratsamts wird saniert

Landrat Willibald Gailler informierte über eine Eilentscheidung, sie betrifft die Deponie Blomenhof. Das derzeitige Aktiventgasungssystem ist nicht mehr geeignet, die geringer gewordenen Gasmengen effizient und klimafreundlich zu entsorgen. Weil die Deponie zur Renaturierung ansteht, sollte die Schwachgasbehandlungsanlage gleichzeitig umgesetzt werden. Sie kostet 332000Euro und wird mit 60 Prozent gefördert. Da mit sehr langen Lieferzeiten zu rechnen sei, wurde der Auftrag bereits als Eilentscheidung vergeben.

Schließlich stellte das Bauamt die geplante Sanierung des Flachdaches des Landratsamts vor. Es stammt aus dem Jahr 1996 und ist mittlerweile undicht. Es soll durch ein Walmdach ersetzt werden. Auch die obere Geschossdecke wird energetisch saniert, zusätzlich soll eine Photovoltaikanlage installiert werden. Kosten soll die Maßnahme 670000Euro, hinzu kommen 195000Euro für die PV-Anlage. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2024 geplant, die Fertigstellung im Herbst.

In nichtöffentlicher Sitzung vergab der Ausschuss den Auftrag für die Planungs- und Bauleistungen für die Erweiterung der Edith-Stein-Realschule Parsberg an die Max Bögl Modul AG zum Angebotspreis von 2,8 Millionen Euro.