In Neustadt a.d. Donau werden die gefährlichen Einsätze der Feuerwehr trainiert

Mehr Frauen bei der Feuerwehr stellen die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Auch deshalb wurde das Atemschutzzentrum des Landkreises Kelheim in der Herrnstraße für fast 1,9 Millionen erweitert und umgebaut. Doch es gibt noch mehr Gründe.
Vor allem bei Brandfällen, wo Rauch und giftige Gase drohen, müssen die Einsatzkräfte mit Atemschutz arbeiten. Und Brände gibt es oft, rund zweimal täglich im Landkreis Kelheim. Heuer, sagte Kreisbrandrat Nikolaus Höfler, bei der Einweihung des erweiterten und teilsanierten Atemschutzzentrums in Neustadt a.d. Donau am Dienstagnachmittag, gab es bereits 297 Brände im Landkreis Kelheim. Insgesamt rückten die Feuerwehren bereits 1274 Mal aus.
Dabei ist der Einsatz mit Atemschutz alles andere als ein Kinderspiel. „Die Tätigkeit der Atemschutzträger ist die wohl gefährlichste Aufgabe, die die Feuerwehr hat“, stellte der Kreisbrandrat beim Festakt fest. Die Einsatzkräfte müssen in brennende, verrauchte Gebäude vordringen. Oft fehlt jede Sicht, weshalb die Einsatzkräfte sich quasi blind orientieren müssen. Außerdem müssen sie die Ausrüstung tragen, was den Auftrag zusätzlich erschwert.
Darum müssen die Einsätze trainiert werden. Drei bis vier Lehrgänge und mehr als 60 Übungsabende finden im Neustädter Atemschutzzentrum pro Jahr statt.
Vorbereitung ist wichtig
„Vorbereitung ist alles“, betonte denn auch Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel. Und Landrat Martin Neumeyer stellte – wohl auch in Anbetracht der Kosten für die Erweiterung und Sanierung in Höhe von 1,9 Millionen Euro – fest: „Wenn man zusammen zählen würde, wie viele Menschenleben die Ausbildung im Atemschutzzentrum gerettet hat, würde man erstaunt sein.“
Daran erinnerten auch Pfarrer Thomas Stummer und Pfarrerin Anne-Katrin Streeck bei der Segnung der Einrichtung. Es brauche nicht nur gut ausgebildete Rettungskräfte, betonten sie. „Retten, Löschen, Bergen und Schützen funktionieren nicht, wenn das technische Geräte nicht da ist“, sagte Pfarrerin Streeck.
Im Atemschutzzentrum geht es nicht nur um Ausbildung. Auch die Gerätschaften der Atemschutzträger werden hier rgewartet. Dafür gibt es eine Werkstatt, in der vor allem in diesen Tagen und nach mehreren großen Bränden im Landkreis Kelheim viel zu tun ist. So müssen auch die Schutzmasken regelmäßig überprüft werden, wozu insbesondere eine Dichtigkeitsprüfung gehört. Im vorigen Jahr wurden über 9000 Wartungen durchgeführt.
Zahl der Frauen steigt
Der Umbau und die Erweiterung des Atemschutzzentrums wurden im Oktober 2021 begonnen. Die Atemschutzwerkstatt ist ein Neubau. Wichtig war für die Feuerwehren bei dem Projekt auch, dass der Anlieferungs- und Abholbereich für die Werkstatt klar getrennt sind, weshalb verschmutzte Geräte nicht mehr in die Nähe von bereits gereinigten Geräten kommen.
Teil des Umbaus der Einrichtung, die es im nächsten Jahr bereits seit vier Jahrzehnten gibt, war ferner, dass Feuerwehrfrauen eigene Sanitäranlagen haben. Immerhin gibt es im Landkreis Kelheim inzwischen auch 47 Atemschutzträgerinnen. „Und die Zahl steigt merklich, was uns natürlich sehr freut“, wie Kreisbrandrat Höfler bemerkte. Insgesamt gibt es im Landkreis rund 1000 Atemschutzträger.

