Private Hilfsaktion aus Bad Gögging sammelt weiter für Bedürftige

Seit fast eineinhalb Jahren befindet sich die Ukraine im Krieg. Viele Menschen in der „Kornkammer Europas“ können nur überleben, weil Hilfe aus Bad Gögging kommt. Die Ukrainehilfe hat in diesem Jahr bereits den zehnten Hilfstransport organisiert.
„Wir haben dieses Mal viele Medikamente und Verbandsmaterialien an ein Militärkrankenhaus geschickt. Außerdem befand sich intravenöse Sondernahrung in den Paketen“, sagt Lesiya Binkowski von der Ukrainehilfe Bad Gögging. Doch nicht nur Soldaten, sondern auch ein Kinderheim und eine Schule in Kolomea, einer Kleinstadt in der West-Ukraine, wurden unterstützt.
Die private Aktion unterstützt alle Bedürftigen, denn der russische Angriff im Februar 2022 hat das Leben der Menschen in der Ukraine völlig umgekrempelt. Die Lebensmittelpreise liegen um 100 Prozent über dem Vorkriegsniveau, auch die Preise für Treibstoff und Brennholz sind gestiegen.
„Die Not ist groß“, sagt Lesiya Binkowski, die zwar im Landkreis Kelheim lebt, aber aus der Ukraine stammt und deshalb Land und Leute kennt und die Sprache beherrscht. Bei alten Leuten reicht die schmale Rente oft nicht einmal mehr für das Lebensnotwendige. Und die jungen Leute verlassen das Land.
Die Ukraine, ein Land, das aufgrund seiner immensen Landwirtschaft immer als „Kornkammer Europas“ gegegolten hatte, braucht jetzt selber Lebensmittel. „Es werden vor allem auch haltbare Lebensmittel wie Reis und Nudeln benötigt.“
„Dabei“, sagt die gebürtige Ukrainerin, „gibt es immer noch ein normales Leben, vor allem im Westen der Ukraine.“ Kinder gehen zur Schule, in Behörden und Fabriken wird gearbeitet. „Aber das private Leben ist komplett auf den Krieg ausgerichtet. Die Menschen kochen Lebensmittel ein für die Soldaten an der Front“, erklärt Lesiya Binkowski.
Man kann die Ukraine auch noch immer mit Auto und Lkw erreichen. Die Straße ist deshalb das Rückgrat der Hilfsaktion aus Bad Gögging. Über Prag und Polen gehen die Pakete mit einem Kleinlaster nach Pilsen (Tschechien) und von dort mit Linienbussen nach Kolomea gebracht und von dort verteilt. Die Fahrer der Linienbusse, die normalerweise Erntehelfer und Fabrikarbeiter von der Ukraine nach Tschechien und Polen bringen, nehmen bei der Fahrt in die Ukraine die Pakete kostenlos mit.
Wer die Ukrainehilfe unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun (Kontonummer 6425500, Raiffeisenbank Kreis Kelheim, MBL 75069014, Verwendungszweck: „Kronauer Ukrainehilfe“) tun oder sich an Josef Kronauer, Telefon (09445) 750023, und Lesiya Binkowski, Telefon 0160/92820237, wenden.